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Cloud-basierte ERP-Lösungen reduzieren Wartungsaufwände und schaffen eine moderne Grundlage für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Auch Microsoft konzentriert sich zunehmend auf eine stärkere Verzahnung von KI und ERP in der Cloud. In ERP-Systemen kann die KI-Technologie ihr Potential voll entfalten. 

Sie analysiert enorme Datenmengen in Sekundenbruchteilen, startet eigenständig Prozesse und gibt Handlungsempfehlungen – hat aber auch entscheidende Grenzen.

Bei den bislang auf dem Markt verfügbaren KI-Lösungen handelt es sich um sogenannte schwache KI-Systeme (weak KI). Das heißt, sie funktionieren reaktiv auf Grundlage von programmierten Skripten und Algorithmen auf einem oberflächigen Intelligenz-Level. Dabei entwickeln sie kein tieferes Verständnis für eine Problemlösung, sondern nutzen lediglich die Methoden, die ihnen für die Lösung dieses Problems von Menschen zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidungen der KI bleiben damit nachvollziehbar und kontrollierbar.

Weak KI wird bereits in vielen Bereichen unseres Lebens eingesetzt. Der große Vorteil liegt in der weitgehenden Automatisierung von Routineaufgaben und -anfragen. Cloud-Services sind aufgrund ihrer Skalierbarkeit dafür prädestiniert, große Datenmengen zu bearbeiten. Durch die Kombination beider Ansätze lässt sich in Unternehmen zum Beispiel die Warenbeschaffung sehr stark automatisieren. Aber auch bei Qualitätssicherungsprozessen im Wareneingang kann Cloud-basierte KI helfen, Schwachstellen zu identifizieren. Gleichzeitig sind beispielsweise Chatbots inzwischen nicht mehr nur bei Banken und Versicherungen zu finden. Auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) nutzen sie, um Kundenbeziehungen aufzubauen und besser zu pflegen.

Intelligente Warenwirtschaft

ERP-Systeme bieten eine hervorragende Grundlage für künstliche Intelligenz, da sie große Datenmengen enthalten. KI-Technologien sind in der Lage, dieses enorme Datenaufkommen in Sekundenbruchteilen zu analysieren und eigenständig Prozesse zu starten oder Handlungsempfehlungen zu geben. So unterstützt KI in ERP-Systemen eine intelligente Warenwirtschaft. Unternehmen können ihre Prozesse erheblich verbessern und effizienter sowie kostengünstiger arbeiten:

  • Bilderkennung: Dank einer KI-basierten Bilderkennung lassen sich fehlerhafte Teile in der Fertigung automatisiert erkennen und damit Reklamationen vermeiden. Gleichzeitig sind in einem ERP-System typischerweise viele Artikel und Produkte gelistet, die mittels Bilderkennung einer bestimmten Warengruppe automatisiert zugeordnet und um Produktbeschreibungen ergänzt werden können. Dadurch profitieren Unternehmen von hohen Zeitersparnissen.
  • Sales-Forecast: Anhand von Datenauswertungen aus dem Verkauf und Lagerbestand werden potenzielle Verkäufe prognostiziert. Zudem können Unternehmen eine klare Übersicht über zu erwartende fehlende Lagerbestände gewinnen. Dabei werden auch Sonderverkäufe oder bestimmte saisonale Schwankungen berücksichtigt. Auf Grundlage dieser Planung lässt sich der Wareneinkauf besser regeln und ebenfalls Zeit einsparen.
  • Wahrscheinlichkeit der Zahlungsverzögerung: Hier ermittelt KI anhand des Zahlungsverhaltens eines Kunden einen Bonitätsindex, wodurch sich mögliche Zahlungsverzögerungen besser einschätzen lassen. Dadurch können Unternehmen ihren Cashflow genauer vorherzusagen.

Erste KI-basierte Funktionen verfügbar

Microsoft investiert massiv in künstliche Intelligenz. Moderne Lösungen wie Microsoft Dynamics 365 Business Central demonstrieren das volle Potenzial solcher Anwendungen. Diese Plattform stellt eine neue Generation an Business-Lösungen bereit und zeigt, wie ein reibungsloses Zusammenspiel von ERP, CRM und Office aussieht. Dank der Microsoft Azure Cloud-Plattform, auf der Microsoft Dynamics 365 Business Central betrieben wird, lässt sich künstliche Intelligenz an die Unternehmens-Software anbinden.

Im Herbst dieses Jahres wird Microsoft voraussichtlich eine Reihe weiterer KI-basierter Funktionen für Microsoft Dynamics 365 Business Central vorstellen, mit denen Unternehmen Prozesse automatisieren und Ressourcen einsparen können. Dabei wird sich Microsoft wahrscheinlich weiter auf die Analyse von großen Datenmengen konzentrieren. Gerade der Bereich Disposition und auch Vorhersagen zum Kaufverhalten könnten in einer der nächsten Versionen kommen.

KI-Blindflug vermeiden

Neben den vielen Optionen, die KI bietet, gilt es einige Rahmenparameter zu beachten. Unternehmen müssen etwa sicherstellen, dass personenbezogene Daten in KI-Prozessen DSGVO-konform verarbeitet werden. Gerade beim Einsatz von Cloud-Services besteht die Gefahr, dass dies außerhalb der EU geschieht. Deshalb ist es empfehlenswert, immer zuerst zu ermitteln, in welchen Prozessen KI das Unternehmen und die Mitarbeiter unterstützen soll. Das Wort „Intelligenz“ in KI bietet zudem großen Interpretationsspielraum, der oftmals zu Missverständnissen führt. Falsche Erwartungen an die Leistung von KI sollten vorab aus dem Weg geräumt werden. Denn eine sogenannte starke künstliche Intelligenz (strong KI), die Entscheidungen aus eigenem Antrieb trifft, wird es auf absehbare Zeit nicht geben.

Grad der Automatisierung hat theoretisch keine Grenzen

Dem Grad der Automatisierung sind künftig technisch kaum noch Grenzen gesetzt. Diese müssen letztlich von der Gesellschaft und dem Gesetzgeber definiert werden. Damit wird der Einsatz von KI eine ethische Frage. Die Automatisierung von Prozessen mittels weak KI kann aber zum Wachstumstreiber werden. Denn KI-basierte Lösungen können Schlüsse aus Datenmengen ziehen, die für Menschen schlicht zu komplex sind. Die Automatisierung von eintönigen repetitiven Aufgaben, kann zudem eine wichtige Entlastung für die Mitarbeiter bedeuten und Raum schaffen für kreative und strategische Projekte.

Schwache künstliche Intelligenz (weak KI) wird bereits in vielen Lebensbereichen eingesetzt. Neben der Zeichen- und Texterkennung gehören dazu unter anderem Bild- und Spracherkennung, aber auch die individuelle Steuerung von Werbung oder automatisierte Übersetzungen sowie Navigationssysteme. Diese schwache KI dient der Erfüllung klar definierter Aufgaben und variiert nicht in der Herangehensweise an Probleme. Sie greift auf Methoden und Algorithmen zurück, die ihr von Menschen für die Lösung eines Problems zur Verfügung gestellt werden.

Starke künstliche Intelligenz (strong KI) will die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen erreichen und diese sogar übertreffen. Eine strong KI handelt nicht nur reaktiv, sondern auch aus eigenem Antrieb. Sie besitzt logisches Denkvermögen, Entscheidungsfähigkeit, Planungs- und Lernfähigkeit sowie Fähigkeiten zur Kommunikation in einer natürlichen Sprache. Sie kann alle ihre Fähigkeiten kombinieren, um ein übergeordnetes Ziel zu erreichen. Bislang gibt es diese starke künstliche Intelligenz noch nicht. Forscher gehen aber davon aus, dass sie irgendwann existieren wird. Eine Zeitspanne von 20 bis 40 Jahren scheint hier realistisch.

Alexander Sturm, Leiter Competence Center Business Software bei Konica Minolta Business Solutions Deutschland, www.konicaminolta.de


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