Tesla hat mit dem Model 3 und Model Y bereits bewiesen, dass Elektromobilität massentauglich sein kann. Doch der nächste logische Schritt steht bevor: Ein Elektrofahrzeug für unter 25.000 Dollar (in Deutschland ca. 28.000 Euro), das die Elektromobilität endgültig demokratisieren soll.
Das inoffiziell als „Model 2″ oder „Model Q” bezeichnete Fahrzeug (laut Elon Musk soll es jedoch einen neuen Namen bekommen) könnte bereits 2026 vorgestellt werden.
Wie wird das Tesla Model 2 aussehen?
Das Model 2 wird voraussichtlich ein kompakter Fünftürer im Stil eines modernen Schrägheck-Designs sein. Tesla dürfte die bewährte minimalistische Designsprache fortführen, jedoch mit noch aggressiveren Proportionen. Die Frontpartie wird vermutlich noch reduzierter ausfallen als beim Model 3, mit schmalen LED-Scheinwerfern, die nahtlos in die Karosserie integriert sind.
Mit einer Länge von etwa 4,20 Metern würde das Fahrzeug direkt mit dem Volkswagen ID.3, dem Renault Megane E-Tech und ähnlichen Kompakt-Elektrofahrzeugen konkurrieren. Trotz der kompakten Außenmaße verspricht die Tesla-typische Raumausnutzung einen überraschend großzügigen Innenraum.
Revolutionäre Fertigungstechnologie: Der „Unboxed Process“
Der Schlüssel zur Kostenreduktion liegt in Teslas neuartiger „Unboxed Process”-Fertigungsmethode. Statt das Fahrzeug in einer linearen Montagelinie zu produzieren, werden verschiedene Fahrzeugmodule parallel gefertigt und am Ende zusammengefügt. Dies soll die Produktionszeit halbieren und die Kosten dramatisch senken.
Darüber hinaus plant Tesla, einen Großteil der Karosserie aus Gussteilen zu fertigen, das sogenannte Gigacasting. Wo traditionelle Hersteller Dutzende Einzelteile verschweißen, könnte Tesla mit wenigen riesigen Gussteilen auskommen – ähnlich wie beim Model Y, aber noch konsequenter umgesetzt.
Technische Ausstattung
Antrieb und Reichweite
| Merkmal | Basisversion | Langstrecke / Performance |
| Antrieb | Heckantrieb (~250 PS) | Allrad (Dual Motor, ~350 PS) |
| Batterie | 50–60 kWh (LFP) | ~75 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 400–450 km | bis zu 550 km |
| 0–100 km/h | < 6,0 Sek. | < 4,5 Sek. |
| Ladeleistung (DC) | Bis zu 170 kW | Bis zu 250 kW (erwartet) |
Batterietechnologie
Tesla wird voraussichtlich auf die neueste Generation von LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) setzen. Diese sind nicht nur günstiger als NMC-Batterien, sondern auch langlebiger und sicherer. Die Integration der Batteriezellen direkt in die Fahrzeugstruktur (Structural Battery Pack) erhöht zudem die Steifigkeit und reduziert das Gewicht.
Autopilot und Full Self-Driving
Das Model 2 wird standardmäßig mit Teslas Hardware 4.0 ausgestattet sein, die bereits im Model 3 Highland zum Einsatz kommt:
- 12 Ultraschallsensoren (Tesla könnte hier zu seiner früheren Strategie zurückkehren)
- 8 Kameras mit höherer Auflösung
- Leistungsfähigerer FSD-Computer mit verbesserter KI-Verarbeitung
- Tesla Vision als Basis-Autopilot-System
- Full Self-Driving (FSD) als kostenpflichtige Option
Innenraum und Infotainment
Der Innenraum wird die Tesla-typische Minimalismus-Philosophie auf die Spitze treiben:
- Zentraler 15-Zoll-Touchscreen als primäres Bedienelement
- Mögliches Lenkrad-Display für Geschwindigkeit und Navigation
- Premium-Audio-System mit mindestens 8 Lautsprechern
- Kabelloses Smartphone-Laden für zwei Geräte
- Vegane Sitzbezüge als Standard
- Panorama-Glasdach (möglicherweise fest verbaut)
- Beheizbare Sitze vorne und hinten
Konnektivität
- 5G-Konnektivität für Over-the-Air-Updates
- Premium-Connectivity für Streaming, Live-Traffic und Satellitenkarten
- Smartphone-Integration via Bluetooth und App
- Sentry Mode und Dashcam-Funktionalität
Nachhaltigkeit
Tesla wird beim Model 2 voraussichtlich neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen:
- Recycelte Materialien für bis zu 30% der Innenausstattung
- Verzicht auf seltene Erden in den Elektromotoren
- Kobaltfreie Batterien durch LFP-Technologie
- Energieeffiziente Produktion mit erneuerbaren Energien in den Gigafactories
Autonomie und die „Cybercab“-Strategie
Ein zentraler Pfeiler der neuen Plattform ist die Autonomie. Tesla plant, neben dem herkömmlichen Model 2 auch ein dediziertes Cybercab (Robotaxi) auf den Markt zu bringen.
- Hardware 4.0: Das Fahrzeug wird standardmäßig mit hochauflösenden Kameras und einem leistungsstarken KI-Computer ausgestattet.
- Robotaxi-Fokus: Während das Model 2 für Privatbesitzer gedacht ist, könnte das Cybercab in einer Variante ohne Lenkrad und Pedale erscheinen, die speziell für Teslas autonomes Netzwerk optimiert ist.
Wie sieht der Markt derzeit aus?
Tesla steht unter enormem Druck, da besonders chinesische Hersteller den Markt für günstige E-Autos bereits besetzen.
- Konkurrenz: Marken wie BYD (Seal/Dolphin), MG (MG4) und Xiaomi (SU7) bieten technologisch fortschrittliche Fahrzeuge zu Kampfpreisen an.
- Produktionsstandorte: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, plant Tesla die Produktion in der Gigafactory Berlin (für Europa), in Shanghai (Asien) sowie in Texas oder Mexiko (Amerika).
Tesla Model 2 vs. Chinesische Konkurrenz
| Merkmal | Tesla Model 2 (Erwartet) | BYD Dolphin (Comfort) | MG4 Electric (Standard) |
| Antrieb | Heck (~250 PS) | Front (204 PS) | Heck (170 PS) |
| Batterie | 50–60 kWh (LFP) | 60,4 kWh (LFP) | 51 kWh (LFP) |
| Reichweite (WLTP) | 400–450 km | 427 km | 350 km |
| 0–100 km/h | < 6,0 Sek. | 7,0 Sek. | 7,7 Sek. |
| Ladeleistung (DC) | Bis zu 170 kW | Max. 88 kW | Max. 117 kW |
| Länge | ca. 4,20 m | 4,29 m | 4,29 m |
| Preis (ab) | ca. 25.000 € | ca. 28.000 € | ca. 28.500 € |
Liste der serienmäßigen Assistenzsysteme
Sowohl Tesla als auch MG setzen auf umfangreiche Pakete, die bereits in der Basisversion enthalten sind. Während Tesla die Hardware für autonomes Fahren in den Fokus rückt, bietet MG eine Vielzahl an klassischen Warn- und Lenksystemen unter dem Namen MG Pilot an.
MG4 Electric (MG Pilot Paket) – Serienmäßig ab Standard
Der MG4 bietet ein sehr breites Spektrum an aktiven Sicherheitssystemen direkt ab Werk:
- Adaptive Tempo- & Abstandsregelung (ACC): Hält automatisch den Abstand zum Vordermann.
- Stauassistent (TJA): Unterstützt bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h durch automatisches Folgen und Lenken.
- Notbremsassistent (AEB): Inklusive Fußgänger- und Fahrraderkennung.
- Spurhalte- & Verlassenswarner (LKA/LDW): Greift aktiv in die Lenkung ein (teils als sehr rigide kritisiert).
- Intelligente Fernlichtsteuerung (IHC): Schaltet automatisch zwischen Abblend- und Fernlicht.
- Verkehrszeichenerkennung (SAS): Erkennt Tempolimits und zeigt diese im Display an.
- Aufmerksamkeitswarner (UDW): Überwacht das Fahrerverhalten auf Müdigkeit.
Tesla Model 2 (Erwarteter „Basis-Autopilot“)
Tesla setzt primär auf das kamerabasierte System Tesla Vision. Im Vergleich zum MG4 ist der Funktionsumfang des kostenlosen Standardsystems meist fokussierter auf das Fahren auf Autobahnen:
- Abstandsgeschwindigkeitsregler: Vergleichbar mit dem ACC von MG, regelt Tempo nach Verkehrsfluss.
- Lenkassistent (Autosteer): Hält das Fahrzeug präzise in der Spur, ist jedoch primär für Autobahnen mit baulicher Trennung vorgesehen.
- Notfall-Spurhaltekorrektur: Lenkt das Fahrzeug bei drohender Kollision beim Verlassen der Spur zurück.
- Kollisionsvermeidungsassistent: Warnt vor Front- und Seitenaufprall und bremst im Notfall.
- Hardware 4.0: Standardmäßig verbaut mit 8 hochauflösenden Kameras für eine 360-Grad-Sicht.
- Dashcam & Sentry Mode: Überwachung des Fahrzeugs im geparkten Zustand (beim MG4 meist erst in höheren Ausstattungen oder gar nicht verfügbar).
Zusammenfassend: Während der MG4 mehr Einzel-Assistenten für den Stadtverkehr (Stauassistent, Verkehrszeichenerkennung) in der Basis bietet, punktet das Tesla Model 2 voraussichtlich mit einer überlegenen Software-Präzision und der Vorbereitung auf künftige autonome Funktionen via Over-the-Air-Updates.
Ausblick
Das Tesla Model 2 (oder Model Q) könnte der entscheidende Katalysator für den endgültigen Durchbruch der Elektromobilität werden. Mit seiner Kombination aus erschwinglichem Preis, überlegener Technologie und dem Zugang zum Tesla Supercharger-Netzwerk hat das Fahrzeug das Potenzial, den Automobilmarkt grundlegend zu verändern.
Ob Tesla seine ambitionierten Ziele erreichen kann, bleibt abzuwarten. Die Geschichte hat gezeigt, dass Tesla-Ankündigungen oft mit Verzögerungen verbunden sind. Doch die Richtung ist klar: Elektromobilität wird nicht mehr das Privileg weniger sein, sondern zur neuen Normalität für alle.