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Smart City

In den letzten Jahren haben die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) die Sicherheit unserer Gemeinden deutlich erhöht. Die Technologie hilft Notfallmanager*innen bei der Vorhersage und Eindämmung von Überschwemmungen, Waldbränden und anderen Naturkatastrophen.

Sie verbessert die Bild- und Videoanalyse, spart Ermittler*innen wertvolle Zeit und reduziert Fehler. Sie hilft Verbrechensanalytiker*innen, indem sie riesige Datenmengen durchforstet und Verbindungen herstellt, die die Polizeiarbeit unterstützen können.

Während KI eine immer größere Rolle in unserem Alltag einnimmt, beginnen viele Städte gerade erst, die Vorteile der Technologie zu nutzen. Prognosen zufolge werden wir uns jedoch zunehmend auf KI verlassen, um Geld und Zeit zu sparen sowie Leben zu retten.

Ein unterversorgter Bereich mit großem Potenzial ist die Notrufannahme in Notrufzentralen (Public Safety Answering Points, PSAPs). Kontaktzentren und Leitstellen sind die erste Anlaufstelle für die Bürger*innen und unterstützende KI kann wichtige Details zu Vorfällen bestätigen und Ähnlichkeiten oder Anomalien bei Notrufen erkennen.
 

Das Unsichtbare sehen

Obwohl Technologien, die KI und maschinelles Lernen (ML) nutzen, eigenständig Entscheidungen treffen können, macht unterstützende KI das, was der Name verlauten lässt: Sie unterstützt das Personal, überlässt aber die Entscheidungsfindung dem Menschen. In komplexen Notfallsituationen fungiert die Technologie als ein zusätzliches Paar Augen, das den Mitarbeiter*innen der öffentlichen Sicherheit hilft, das Unsichtbare durch relevante Erkenntnisse zu sehen, um die Reaktion auf einen Vorfall zu verbessern.

Durch das Echtzeit-Scannen von Texten und den direkten Vergleich eingehender Anrufe mit denen, die in regionalen Datenbanken gespeichert sind, kann unterstützende KI eine überwältigende Menge an Daten sichten. So können Notrufmitarbeiter*innen wertvolle Zeit sparen und wichtige Informationen schnell finden. Diese zusätzliche Unterstützung kann entscheidend sein, da es in einer Krise oft keine zweite Chance gibt. Städte mit Zugang zu automatisierten Werkzeugen wie unterstützender KI können eine 360-Grad-Abdeckung von Versorgungsgebieten anbieten und ihr Personal ist in der Lage, auf Notfälle schneller und intelligenter zu reagieren.
 

Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und des Wohlbefindens

Da Mitarbeiter*innen der öffentlichen Sicherheit und Gemeinden mit vielschichtigen Krisen konfrontiert sind, kann der Einsatz von unterstützender Technologie zunehmend von Vorteil sein. Die Technologie muss jedoch verantwortungsvoll eingesetzt werden und es ist wichtig, dass die Daten präzise sind, damit die Disponent*innen die Informationen schnell analysieren und entscheiden können, wie sie am besten vorgehen.

Wenn die Daten korrekt sind und verantwortungsbewusst eingesetzt werden, kann unterstützende KI nicht nur die öffentliche Sicherheit, sondern auch die Effizienz von Mitarbeiter*innen in Schlüsselpositionen erhöhen. Wenn zum Beispiel zu einer besonders arbeitsintensiven Zeit Personalmangel herrscht, könnten Chatbots automatisch Teams abstellen, die sich um weniger schwerwiegende und komplexe Probleme kümmern. Dies entlastet die Kolleg*innen vor Ort, die sich dann wiederum auf Ereignisse mit hoher Priorität konzentrieren können.

Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Mitarbeiter*innen von Blaulichtorganisationen lange arbeiten und sich dabei traumatische Ereignisse ansehen oder anhören müssen, was sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann. Ihre Arbeit ist stressig, aber jeder Vorfall erfordert, dass sie in ständiger Alarmbereitschaft sind, um die Situation sofort einzuschätzen und die beste Vorgehensweise festzulegen. Es gibt keinen Raum für Fehler oder Fehlkommunikation.

Mit dem Einsatz von unterstützender KI kann jedoch eine fürsorglichere und einfühlsamere Arbeitsumgebung geschaffen werden, um die wertvolle Energie und Einsicht der Mitarbeiter*innen zu schützen. So kann KI beispielsweise überwachen, wann die Herzfrequenz eines Teammitglieds ansteigt und die Vorgesetzten darauf hinweisen, dass er/sie eine Pause braucht. Durch den Einsatz intelligenter Konnektivität und Interoperabilität bleibt die Branche flexibel für Veränderungen. Assistive Technologien werden zukünftig eine wichtigere Rolle bei der täglichen Arbeit spielen. Als oberste Prämisse der unterstützenden KI gilt eine Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeiter*innen, sodass diese sich wiederum in Notfällen besser um die Öffentlichkeit kümmern können.
 

Nutzung von unterstützender KI für die stadtweite Zusammenarbeit

Während unterstützende KI enorme Verbesserungen für die Notrufzentralen bringen kann, können sich die Vorteile auf eine ganze Gemeinde verteilen: Städte, die fortschrittliche Kollaborationstechnologien einsetzen, die es ermöglichen, Informationen und Menschen aus öffentlichen und privaten Organisationen zusammenzubringen, können die Vorteile der unterstützenden KI stadtweit nutzen. Wenn beispielsweise die Mitarbeiter*innen einer Blaulichtorganisation eine Benachrichtigung über ein komplexes Ereignis erhalten, zum Beispiel einen Unfall mit mehreren Autos, der die Versorgungsinfrastruktur beschädigt hat, können sie mit dem Versorgungsunternehmen, der Verkehrsbehörde und allen anderen relevanten Behörden zusammenarbeiten, um die Situation schnell und effizient zu lösen. Diese Zusammenarbeit führt dazu, dass die Auswirkungen auf die Gemeinde und die Ressourcen minimiert werden.
 

Die Quintessenz

Der Einsatz von unterstützender KI ergänzt das menschliche Urteilsvermögen und die Intuition, sodass Analysen und Erkenntnisse verbessert werden. Niemand kann vorhersagen, welche Veränderungen und Herausforderungen die nächsten Jahre mit sich bringen werden, aber eines können wir erwarten: KI kann Städte dabei unterstützen, bessere Dienstleistungen zu erbringen. Das gilt vor allem für die Blaulichtorganisationen, die für die Gesundheit und Sicherheit der Bürger*innen entscheidend sind.

Luzius Ammann, Lead EMEA HxGN Connect Business Development
Luzius Ammann
Lead EMEA HxGN Connect Business Development, Hexagon’s Safety & Infrastructure Division

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