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Outsourcing

Die Pandemie beschert dem Homeoffice einen beeindruckenden Boom. Im Zuge dessen rücken auch Nearshore IT-Arbeitsplätze noch stärker in den Fokus der CIOs. Aber wie können sie den passenden IT-Dienstleister in diesen besonderen Zeiten finden?

Gustav Bruckner, Geschäftsführer von OTIS Consulting, berät IT-Verantwortliche bei der Suche nach geeigneten Nearshore SAP-/IT-Dienstleistern. Wegen des hervorragenden IT-Potenzials hat sich die Unternehmensberatung auf Rumänien spezialisiert. Die Redaktion von it-daily hat ihn dazu befragt.

Die große Akzeptanz des Homeoffice soll auch das Nearshore IT-Outsourcing stärker anstoßen. Beobachten Sie diese Entwicklung auch bei Ihren Kunden aus der DACH-Region?

Gustav Bruckner: In den ersten Monaten der Pandemie haben viele Unternehmen ihre IT-Ausgaben strikt aufs Notwendige reduziert. Doch obwohl die Unternehmen weiterhin mit ihren IT-Budgets sparsam umgehen, fehlen – Corona hin oder her - trotzdem noch massiv Fachkräfte. Der ITK-Verband Bitkom spricht Ende 2020 von mittlerweile 86.000 IT-Experten, die wir hierzulande noch brauchen. Gleichzeitig beziffert das Münchner Ifo-Institut nach einer aktuellen Untersuchung das Potenzial, von zuhause aus arbeiten zu können, auf über 50 Prozent. Beide Entwicklungen – fehlende IT-Fachkräfte und die Entwicklungen hin zum Homeoffice – verstärken den Nearshore-Trend in der IT. Genau das beobachten wir jetzt bei unseren Kunden.

Bisher haben Unternehmen auch im Ausland um IT-Fachkräfte geworben, um sie fest anzustellen. Oder ihre IT-Services gleich ganz offshore – beispielsweise nach Indien –ausgelagert. Was macht Nearshoring jetzt attraktiver?

Gustav Bruckner: Die IT-Arbeitswelten können heute eigentlich noch unabhängiger von der Entfernung zum Firmensitz erfolgreich agieren. Sie gibt, wie die aktuelle Situation zeigt, bei Remote-Arbeiten nicht mehr den Ausschlag. Der IT-Dienstleister könnte fast überall auf der Welt sein. Trotzdem gewinnt die Vergabe von IT-Leistungen etwa nach Osteuropa jetzt nochmal an Bedeutung. Das gilt bestimmt nicht für alle IT-Services. Viele etablierte, gut eingespielte IT-Prozesse bleiben sicherlich in Indien oder Malaysia. Aber bei neuen Outsourcing-Projekten bevorzugen Kunden zu Zeiten weltweiter Reisebeschränkungen, von Videokonferenzen und E-Collaboration Tools noch stärker Dienstleister aus den preislich attraktiven und näher gelegenen Ländern. Unsere persönlichen Erfahrungen und viele Gespräche mit Kunden zeigen uns das immer wieder. Für unsere Nachbarländer spricht ganz klar der Europäische Wirtschaftsraum mit der aufeinander abgestimmten Gesetzgebung, die kulturelle Übereinstimmung in den IT-Teams, das Arbeiten in ähnlichen Zeitzonen, die relative Nähe und vieles mehr.

Für welche Aufgaben können Unternehmen denn passende IT-Partner in den Nachbarländern finden? Bitte nennen Sie ein paar Beispiele?

Gustav Bruckner: Fast keiner der IT-Bereiche bleibt in Rumänien außen vor. Ich spreche hier von sehr qualifizierten IT- und Berater-Ressourcen rund um SAP, Microsoft Dynamics, Oracle, von Entwicklungen und Programmierungen, IT-Support in allen Levels und Sprachen. Aber auch bei Themen wie robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA), E-Commerce, Internet of Things (IoT), Business Intelligence sowie Cloud-Services finden die Unternehmen gute Partner. Einige der dortigen IT-Dienstleister haben sich auch auf S/4HANA Einführungsprojekte und den entsprechenden Technologie-Stack, also das gesamte Datenökosystem, spezialisiert. Bei Projekten verantworten solche SAP-Dienstleister als Generalunternehmer das Projekt allein oder als Partner in einem Konsortium nur Teilbereiche davon.

Was änderte sich für Unternehmen in der Zusammenarbeit mit ihren IT-Dienstleistern in Osteuropa während der Lockdowns?

Gustav Bruckner: In schon bestehenden Partnerschaften ändert sich nicht so viel, da sich die jeweiligen Teams beim Kunden und IT-Dienstleister meistens seit längerem gut kennen. Gerade in der Krise können sie auf ihre Erfahrungen und das gewachsene Vertrauen weiter aufbauen. IT-Verantwortliche jedoch, die sich jetzt über einen Nearshore-Dienstleister IT-Ressourcen erschließen wollen, stehen vor besonderen Aufgaben. Sie müssen trotz sich dauernd ändernder nationaler Pandemie-Bestimmungen verlässliche, tragfähige und effiziente Partnerschaften initiieren. Dies setzt natürlich voraus, dass auch die SAP-/IT-Dienstleister in besonderem Maße zu solchen Anforderungen passen, ja sogar eine vergleichbare Vorgehensweise und Philosophie anstreben bzw. leben sollten. Dazu kommen entsprechende technische Skills, dynamisches IT-Know-how oder auch eine agile Arbeitsweise. All dies muss aktuell unter Bedingungen geschehen, die ein schrittweises und persönliches Kennenlernen erschweren. Videokonferenzen und E-Collaborations-Tools helfen hier richtig weiter, aber meistens reicht das nicht aus, um eine solide Entscheidung selbst zu fällen.

Wie können CIOs solche Erschwernisse bei der Auswahl eines Nearshore-Partner überwinden?

Gustav Bruckner: Wenn IT-Verantwortliche nur wenig Nearshore-Kontakte und -Erfahrungen haben, setzen einige auf die großen IT-Dienstleister, die schon mit dortigen Partnern zusammenarbeiten. Damit können sich aber auch viele Vorteile dieses Modells, die etwa Kosten und Teambuilding betreffen, deutlich reduzieren. Andere lassen sich beraten und kommen auch zu uns. Als OTIS Consulting haben wir uns auf Rumänien spezialisiert und kennen seit vielen Jahren den SAP-und IT-Dienstleistermarkt samt den zentralen Playern und dem Management der IT-Unternehmen mit ihren Stärken und etwaigen Schwächen. Aufgrund detaillierter Analysen erstellen unsere Berater valide Benchmarks. Sie umfassen differenzierte Bewertungskategorien fürs Management, für die IT-Kompetenz und den Rahmen des Angebots, die im Auswahlprozess Orientierung geben. Die sich anschließende IT-Kooperation kann dann auch in kleineren Schritten und in enger Begleitung mit den Beratern starten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Gustav Bruckner, Geschäftsführer
Gustav Bruckner
Geschäftsführer, OTIS Consulting

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