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Baum wächst auf einer Computerplatine

Die Nachhaltigkeitsdiskussion ist in vollem Gange. Das Klimaschutzabkommen von Paris und der Green Deal der EU-Kommission vom Dezember 2019 sollen Europa bis 2050 klimaneutral machen. Für produzierende Unternehmen und ihre Supply Chain bedeutet das ständige Veränderungen und den Anspruch, auf neue Anforderungen kurzfristig reagieren zu können.

Ein möglichst hoher Digitalisierungsgrad und eine flexible und standardisierte Datenintegration können den Ausschlag für wirtschaftlichen Erfolg geben.

Es ist der Masterplan für den Weg zum CO2-neutralen Kontinent: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, hat Ende 2019 damit begonnen, Europa auf die Klimaziele der EU einzuschwören: erster klimaneutraler Kontinent der Welt bis 2050, ein Budget von 100 Milliarden Euro, daneben harte Ziele für die Zwischenziele. So plant die europäische Kommission gerade, die Ziele für das Einsparen von CO2 bis 2030 nochmals zu verschärfen. Bisher sollen im Vergleich zu 1990 40 Prozent eingespart werden, jetzt sind Werte von 50 Prozent und mehr im Gespräch. Der Bund der Industrie (BDI) läuft Sturm dagegen und betrachtet dies in einem Beitrag im Handelsblatt als „Gift für langlebige Investitionen“.

Fakt ist: Für Industrie und Logistik werden neue Regelungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene stetig Veränderungen und Mehrkosten bedeuten – steigende CO2-Abgaben, höhere Transportpreise überall dort, wo keine erneuerbaren Energien im Spiel sind, mehr Dokumentationspflichten und Kosten für eventuelle Kompensationen. Konkret beschäftigt die Transportbranche derzeit etwa das gerade am 1. Januar 2020 in Kraft getretene MARPOL-Übereinkommen „IMO 2020“, mit dem der Schwefelgehalt in Treibstoffen von Schiffen gegenüber der bisherigen Verordnung von 3,5 Prozent auf 0,5 Prozent reduziert wird. Damit verändern sich möglicherweise die logistischen Planungen bei der Produktion und Lieferung von Gütern. Denn der schwefelärmere Treibstoff soll zu geringeren Transportgeschwindigkeiten und verlängerten Lieferzeiten führen. Mit solchen und anderen Verordnungen, Abkommen und Gesetzen müssen Unternehmen in den nächsten Jahren immer wieder rechnen.

Für produzierende Unternehmen und ihre Kunden stellen sich dabei gleich mehrere Probleme:

  1. Sind die Supply Chain-Prozesse umfassend digitalisiert? Nur wenn die komplette Logistikkette transparent und digitalisiert ineinander greift, lassen sich Auswirkungen von Gesetzen, Abkommen und Verordnungen überhaupt erheben.
     
  2. Kommunizieren die bestehenden Systeme auf Basis einer Standardsoftware für Datenintegration und lassen sich die Formate der beteiligten Systeme problemlos und flexibel in andere Formate übersetzen? Nur mit der entsprechenden Flexibilität sind kurzfristig Änderungen in Strukturen und Abläufen und Anbindungen an neue Systeme möglich.
     
  3. Die steigenden Kosten für CO2-Abgaben, erhöhte Energiepreise und Kompensationsleistungen fordern eine stetige Optimierung von Prozessen und das Heben von Effizienzgewinnen – etwa durch optimiertes Routing oder durch automatisiertes Bereitstellen und Übertragen von Dokumenten – etwa bei Lieferscheinen oder Zolldokumenten.
     
  4. Neue Geschäftsmodelle ermöglichen auf Basis einer vollkommen digitalisierten Supply Chain zusätzliche Wertbeiträge. So bringen in Stockholm seit Kurzem Lieferservices nicht nur Pakete, um dann leer wieder zum Lager zu fahren. Sie sammeln auf dem Weg durch die Stadt gleich auch trockene Abfälle wie Pappe, Papier und ähnliche Verpackungsmaterialien ein, reduzieren damit den Schwerlastverkehr in der Stadt und sparen zudem Energie. Statt voll rein und leer raus (Lieferdienste) oder leer rein und voll raus (Müllabfuhr) heißt es in Skandinavien jetzt in immer mehr Städten: voll rein und voll raus. Das funktioniert allerdings nur mit einer perfekt digitalisierten Logistik, an die nach Bedarf problemlos neue Partner andocken können. Standardisierte, flexible Datenintegration wird hier zum Wirtschaftsfaktor.

Für produzierende Unternehmen und die Logistikbranche bedeutet dies: Nachhaltige und umweltoptimierte Prozesse erfordern eine moderne, flexible IT-Landschaft mit multiplen Integrationsmöglichkeiten, um auf die sich ständig verändernden Anforderungen angemessen reagieren zu können. Das beginnt beim Sammeln von Daten aus unterschiedlichen Systemen und ihrer Auswertung und es geht bis zur Optimierung oder Veränderung von Prozessen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse. Der höchstmögliche Digitalisierungsgrad und das problemlose Ineinandergreifen und Kooperieren diverser IT-Systeme sind zentrale Bausteine einer modernen IT-Architektur, mit der Unternehmen Antworten auf die Anforderungen von Paris und Green Deal entwickeln können.

Steffen Brehme, Leiter Software-Entwicklung
Steffen Brehme
Leiter Software-Entwicklung, Lobster GmbH
Steffen Brehme studierte ab 1988 in Tralee (Irland) Informatik. Nach Abschluss war er Anfang der 90er Mitgründer von SimpleWork (Warenwirtschafts-System), das man 96 verkaufte. Anfang 97 wurde er Interims-IT-Leiter bei Maxdata, Ende 97 war er Mitgründer der Beans AG (Shop-System), 2002 Mitgründer der Lobster GmbH (gut 100 MA, 1000 Kunden). Steffen ist Leiter Software-Entwicklung und Geschäftsführer bei Lobster und der geistige Vater des Hauptprodukts Lobster_data, Standard-Software für hybride Datenintegration.

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