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Roboter und Mensch

Schon der 1982 erschiene Film Blade Runner skizziert hinsichtlich künstlicher Intelligenz (KI) eine nicht gerade verlockende Zukunftsperspektive. Im Film ist es die Aufgabe sogenannter Replikanten, andere Planeten für ein besseres Leben zu erschließen, da die Erde beinahe zerstört und völlig überbevölkert ist.

Dabei sind diese hochintelligenten, aber künstlichen Replikanten kaum von uns Menschen zu unterscheiden – der Konflikt ist vorprogrammiert. Noch sieht unsere Realität glücklicherweise anders aus. Bis KI tatsächlich so intelligent wird, wie in Science-Fiction-Filmen gerne dargestellt, wird es dauern – falls sie überhaupt jemals eine solch umfassende Intelligenz entwickelt, wie sie Menschen zu eigen ist. Warum KI trotzdem schon jetzt für unseren Arbeitsalltag unverzichtbar ist und warum Unternehmen den Sprung in das neue Zeitalter nicht verpassen sollten, verrät folgende Checkliste.

1. KI ≠ Roboter

Viele Menschen denken bei KI an Roboter, die planen, die Weltherrschaft an sich zu reißen – nicht zuletzt aufgrund von Filmen wie „Blade Runner“, „Terminator“ oder „I, Robot“. Mit solchen Wesen haben wir es aber – zum Glück – (noch) nicht zu tun. Tatsächlich handelt es sich bei KI nicht zwingend um etwas Körperliches. Strenggenommen ist KI ein Paradigma, das sich von den normalen Ansätzen, Informatik anzugehen, unterscheidet. Für gewöhnlich zerlegt ein Programmierer ein Problem in kleine Teilprobleme und löst diese. KI geht jedoch einen anderen Weg: Man legt einem System Beispiele von fertigen Lösungen vor. Daraus lernt es, wie sich unbekannte Probleme lösen lassen. Damit kann man der Maschine die Möglichkeit geben, selbstständig neue Lösungen zu entwickeln. Das funktioniert durch das Prinzip des sogenannten Supervised Learning, also überwachtes Lernen.

Im Rahmen einer Trainingsmenge zeigt man dem System, wie es die Lösung anzusehen hat. Die neuronalen Netze eines Systems funktionieren dabei am besten. Diese Netze sollen die Aufgaben aus den Daten, die sie erhalten, erkennen und diese bearbeiten. Doch auch wenn künstliche Intelligenz selbst lernt, heißt das noch lange nicht, dass sie wirklich „intelligent“ wäre. Es gibt dabei einen wesentlichen Unterschied zwischen KI und der tatsächlichen, menschlichen Intelligenz. Die Stärke von KI beruht derzeit auf Rechnerleistung und Algorithmen, die eng begrenzte Probleme lösen sollen. Auf dieser Basis ist KI tatsächlich in der Lage, Daten so schnell auszuwerten, wie es für uns Menschen niemals möglich wäre.

2. Intelligente Systeme sind schon längst Teil unseres Alltags

Bei KI handelt es sich also nicht um hochintelligente Roboter, die uns Menschen in vielen Fähigkeiten einen Schritt voraus sind. Leider ist das der Annahme geschuldet, dass wir Menschen eher skeptisch eingestellt sind, was KI betrifft. Trotzdem sollten wir uns nichts vormachen: Die neuen Technologien sind schon längst in unserem Alltag angekommen! In Deutschland sind KI und Machine Learning zwar noch nicht so stark auf dem Vormarsch, wie es in anderen Ländern bereits gang und gäbe ist. Das zeigt auch eine aktuelle Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Nichtsdestotrotz profitieren Unternehmen bereits heute vom Einsatz neuer Technologien, beispielsweise im CRM-Bereich. Systeme können auf Basis von Daten über frühere Käufe Rückschlüsse auf das zukünftige Kaufverhalten einer Person ziehen.

Von diesen Möglichkeiten der „Predictive Analytics“ profitieren Unternehmen auch im Umgang mit ähnlichen Käufergruppen. Ebenso verhält es sich bei Projektmanagementtools, die schon heute auf Basis der vom Nutzer eingegebenen Daten in der Lage sind, mitzudenken und zu lernen. Solche Tools können problemlos die Dauer von Arbeitszeiten automatisch erkennen und selbstständig eine Zuordnung zu bestimmten Projekten vorschlagen. Prinzipiell können und werden uns neue Technologien in unterschiedlichsten Lebenslagen unterstützen und aufwendige und vor allem repetitive Aufgaben problemlos erledigen, die uns sonst nur unnötig Zeit und Mühe kosten würden.

3. Wir hinken hinterher – aber KI wird sich weiterentwickeln

Selbst wenn Deutschland in Sachen KI Nachholbedarf hat: Durch KI werden sich Firmen im Laufe der Zeit stark verändern. Erste Veränderungen sind bereits eingetreten, doch sie müssen und werden noch viel weitergehen. Schon jetzt können Unternehmen mit Daten völlig neue Geschäftsfelder erschließen: Die neuen Technologien haben eine Tragweite, die der Revolution vergleichbar ist, die das Internet ausgelöst hat. Vergleichbare Ängste, wie sie heute gegenüber KI bestehen, gab es auch im Zuge des Internet-Zeitalters: Bereits vor Jahrzehnten äußerten viele Menschen Besorgnis und litten unter Jobverlustängsten. Doch auch im Bereich des Internet of Things gab und gibt es eine Vielzahl neuer Beschäftigungsmöglichkeiten – und so wird es im Themenumfeld KI und Machine Learning ebenfalls sein.

Die Angst, durch KI seinen Job zu verlieren, ist zwar nicht ganz unbegründet, doch durch neue Geschäftsmodelle entstehen auch neue Möglichkeiten. KI wird Jobs, Prozesse oder Geschäftsmodelle nur sehr selten vollständig ersetzen. Vielmehr kann es ihr gelingen, menschliche Tätigkeiten sinnvoll zu ergänzen und damit sogar einen Mehrwert für Menschen zu schaffen. Während Computer viele lästige Aufgaben übernehmen und automatisiert durchführen, bleibt Mitarbeitern mehr Freiraum für relevantere, sinnstiftende Tätigkeiten. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise im Projektgeschäft tätig ist, besteht sein Arbeitsalltag im Großen und Ganzen darin, Projekte zu planen, zu verwalten und abzuarbeiten. Selbstverständlich muss er sich mit Kollegen abstimmen und gegebenenfalls Arbeitszeiten erfassen, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie erfolgreich ein Projekt verlaufen ist. All diese Aspekte basieren auf Daten – und diese müssen entsprechend verwaltet werden.

Und jedes Unternehmen weiß: Administrative Prozesse rund um Projektplanung und Auswertung von Daten sind sehr kostenintensiv. Genau hier kommen die Eigenschaften von KI positiv zum Tragen. Eine smarte Business Software kann dazu beitragen, die Tätigkeiten eines Mitarbeiters zu verbessern. Auf Basis von Daten zur Arbeitszeit oder überschrittenem Budget ist sie in der Lage, ein Projekt mit einem anderen zu vergleichen – wenn eines davon schlecht verlief, wird die Software automatisch darüber informieren und automatisch Verbesserungsvorschläge für kommende Projekte anbieten. Das klingt doch gar nicht mehr so gruselig, sondern eher hilfreich, oder?

Fazit

Viele Unternehmen haben die Weichen für diese neuen Technologien bereits gestellt. Für die anderen gilt es, schnellstmöglich auf den KI-Zug aufzuspringen, um von den neuen Möglichkeiten wirklich zu profitieren.

Anna SchülerAnna Schüler hat Kommunikationsmanagement studiert und berät Unternehmen im Bereich Online Marketing. Als Radakteurin ist sie unter anderem für das Magazin artificialwork.com verantwortlich, in dem sie über KI-Trends, New Work und die Automatisierung von Geschäftsprozessen berichtet.

www.meetq.ai
 

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