Arctic Wolf hat mit Aurora Adaptive Threat Protection eine Endpoint-Security-Lösung vorgestellt, die Angriffe anhand verdächtiger Aktivitätsmuster erkennen soll, bevor größerer Schaden entsteht.
Arctic Wolf: Endpoint-Security-Lösung für das KI-Zeitalter

Die Software analysiert dafür den Zusammenhang zwischen Prozessen und Systemereignissen und soll schädliche Aktivitäten automatisch stoppen und rückgängig machen.
Angriffe erkennen, bevor sie sich entfalten
Herkömmliche Sicherheitslösungen suchen häufig nach bekannten Schadprogrammen oder konkreten Hinweisen auf eine Kompromittierung. Angriffe, bei denen Kriminelle gestohlene Zugangsdaten und legitime Systemwerkzeuge einsetzen, lassen sich damit jedoch schwerer erkennen. Auch KI-gestützte Automatisierung kann Angriffe beschleunigen und ihre Durchführung erleichtern.
Aurora Adaptive Threat Protection setzt deshalb auf eine Analyse der Angriffsabsicht. Die Software untersucht, wie sich Aktivitäten auf einem Endgerät entwickeln und welche Zusammenhänge zwischen einzelnen Vorgängen bestehen. Dadurch sollen auch Abläufe auffallen, deren einzelne Schritte zunächst unauffällig wirken.
Analyse von Prozessen und Systemereignissen
Technisch erstellt die Lösung einen sogenannten kausalen Graphen. Dieser bildet unter anderem Prozesse, Dateien, Registrierungseinträge und API-Aufrufe sowie deren Beziehungen zueinander ab. Die Auswertung über einen längeren Zeitraum soll helfen, verdächtige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, statt einzelne Ereignisse isoliert zu betrachten.
Für die Bewertung nutzt Arctic Wolf agentenbasierte Workflows und ein speziell trainiertes Small Language Model. Damit soll die Software legitime Geschäftsaktivitäten von möglichen Angriffen unterscheiden. Wird eine schädliche Absicht bestätigt, kann sie die betroffenen Aktivitäten automatisch unterbrechen und die Angriffskette rückgängig machen.
Ergänzung statt Austausch bestehender Sicherheitslösungen
Aurora Adaptive Threat Protection ist für den parallelen Einsatz mit bestehenden Endpoint-Protection- und Endpoint-Detection-and-Response-Systemen konzipiert. Unternehmen sollen ihren Schutz damit erweitern können, ohne bereits eingesetzte Sicherheitsprodukte ersetzen zu müssen.
Nach Angaben des Anbieters soll die Lösung zugleich die Belastung der Endgeräte begrenzen und den manuellen Aufwand bei der Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen reduzieren. Durch das automatische Stoppen und Zurücksetzen schädlicher Vorgänge soll sich der normale Betrieb schneller wiederherstellen lassen.
Ransomware und gestohlene Zugangsdaten als zentrale Risiken
Wie relevant diese Angriffsmethoden sind, verdeutlichen Zahlen aus dem Arctic-Wolf-Threat-Report 2026. Demnach entfielen im vergangenen Jahr 44 Prozent der Incident-Response-Einsätze des Unternehmens auf Ransomware. Darüber hinaus haben Infostealer laut den im Ausgangsbericht genannten Schätzungen rund 1,7 Milliarden Zugangsdaten von 7,4 Millionen infizierten Geräten gesammelt.
Arctic Wolf verweist damit auf ein Sicherheitsproblem, bei dem nicht allein Schadsoftware im Mittelpunkt steht. Angreifer können auch mit gültigen Zugangsdaten, vertrauenswürdigen Werkzeugen und unauffälligen Abläufen in IT-Umgebungen eindringen.
Die neue Lösung basiert auf der Aurora Superintelligence Platform, die laut Anbieter wöchentlich mehr als zehn Billionen Sicherheitsereignisse von über 11.000 Kunden verarbeitet. Aurora Adaptive Threat Protection ist zunächst im Rahmen einer exklusiven Betaphase für Kunden von Arctic Wolf verfügbar.
(red/Arctic Wolf)







