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Low-Code

Die Low-Code-Entwicklung von Anwendungen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass bis 2023 die Zahl der aktiven Citizen Developers in großen Unternehmen mindestens viermal so groß sein wird wie die Zahl der professionellen Entwickler.

Insbesondere die in diesem Jahr durch Covid-19 angestoßene Verbreitung von Remote-Work hat viele Veränderungen in betrieblichen Abläufen notwendig gemacht, bei denen Low-Code helfen kann – der Ansatz ist daher in den Strategien vieler Unternehmen in den Vordergrund gerückt.

Trotz der großen Begeisterung über die umfangreichen Möglichkeiten von Low-Code kann der Übergang von traditioneller Entwicklung zur Low-Code-Entwicklung holprig verlaufen. Die erfolgreiche Umsetzung ist nicht so einfach, wie Unternehmen oft glauben. Lassen sie Mitarbeitern aus Fachabteilungen freie Hand, greifen diese zu kostenlosen Tools und werden in Bereichen aktiv, die früher eine Domäne der IT-Abteilung waren. Es entsteht eine Schatten-IT aus nicht unterstützten Entwicklungstools und nicht unterstützten Apps, die das Unternehmen gefährden kann. Neben Cyberattacken und Compliance-Verletzungen zählen Ineffizienz und Ressourcenverschwendung zu den Problemen. Um Schatten-IT zu verhindern, Risiken zu reduzieren und die App-Entwicklung zu verbessern, muss die IT-Abteilung die Richtlinien für die Low-Code-Entwicklung im gesamten Unternehmen vorgeben.

Low-Code ist ein hervorragender Einstieg für nicht-technische Fachbereichsmitarbeiter, sich an der Anwendungsentwicklung zu beteiligen und Abläufe aus ihrem Geschäftsalltag zu verbessern. Aber das können sie nicht allein tun – Low-Code ist kein Wundermittel, das Entwicklern und IT-Teams die Entwicklungsverantwortung vollständig und dauerhaft abnimmt. Ohne die richtige Strategie, die richtige Infrastruktur und ohne die Einbeziehung des IT-Teams funktionieren Low-Code-Lösungen auf Enterprise-Level nicht dauerhaft und können sogar mehr Probleme verursachen als lösen.

Übernimmt die IT jedoch eine aktive Rolle bei der Entwicklung, Verwaltung und Einführung der neuen Anwendungen, können Unternehmen die Vorteile von Low-Code ohne die Risiken nutzen. Neben einer geeigneten Software für die Erstellung der Apps gehören zu einer erfolgreichen Low-Code-Strategie die folgenden Schlüsselelemente:

  • Ein zentral verwaltetes Dashboard für die Anwendungsentwicklung, das einen Überblick über alle laufenden Projekte bietet und hilft, alle Bemühungen zu vereinheitlichen und Redundanzen zu vermeiden.
  • Vom IT-Team vorgegebene Parameter und Rahmenbedingungen, die sicherstellen, dass die Entwicklung im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien erfolgt und keine Schatten-IT entsteht.
  • Kollaborations- und Kommunikationstools, über die Mitarbeiter aus Fachbereichen bei allen Schritten Unterstützung von Entwicklern, der IT oder von anderen Citizen Developers erhalten können, die als Coaches fungieren.
  • Ein etabliertes Vorgehen, um komplexe Probleme in kleine, leicht zu bewerkstelligende Probleme herunterzubrechen, die sich einfach lösen lassen und für Erfolgserlebnisse sorgen, auf denen man aufbauen kann.

Der Markt hält Low-Code-Plattformen im Überfluss bereit, allerdings wird ein Anwender, der ein kostenloses Tool herunterlädt, damit keine Probleme auf Unternehmensebene lösen. Um die Basis für eine erfolgreiche Low-Code-Entwicklung zu schaffen, muss die IT ein geeignetes Framework implementieren und Richtlinien festlegen. Dann können die angehenden Low-Coder schnell aktiv werden und Business-Probleme kreativ angehen, ohne dass Risiken für das Unternehmen entstehen und Entwickler sich um komplizierte Software-Fehler kümmern müssen.

Ein umfassender Low-Code-Ansatz auf Basis eines Management-Frameworks liefern Tools, Trainings und Richtlinien für jeden, der schnell Unternehmens-Apps erstellen will – konsistent wie in einer feingetunten Fertigungsstraße. Mitarbeiter aus Fachbereichen können in einer integrativen Umgebung, die die Zusammenarbeit mit Entwicklern fördert und die von der IT-Abteilung kontrolliert wird, komfortabel eigene Anwendungen entwickeln und anpassen. Ein solcher Factory-Ansatz gibt Mitarbeitern die Freiheit, die Apps, die sie benötigen, um Abläufe zu automatisieren oder Informationen zusammenzuführen, selbst zu bauen. Und er verschafft Entwicklern die Zeit, sich auf hochwertige Entwicklungsprojekte zu konzentrieren. Gleichzeitig behält die IT die Kontrolle, sodass alle neuen Apps innerhalb der organisatorischen Rahmenbedingungen erstellt werden – ob es nun eine ist oder tausend.

Florian Weber ist Principal Solutions Consultant bei Pegasystems, www.pega.com/de


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