Für das vierte Quartal erwartet AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz, Intel 15 bis 16 Milliarden. Treiber ist das Rechenzentrumsgeschäft.
AMD rechnet erstmals mit mehr Umsatz als Intel

AMD könnte im vierten Quartal 2026 erstmals mehr Umsatz erzielen als Intel. Für die Monate Oktober bis Dezember erwartet AMD einen Umsatz von rund 17 Milliarden US-Dollar, mit einer Spanne von plus oder minus 3 Prozent. Intel hatte für dasselbe Quartal 15 bis 16 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Erreichen beide Unternehmen die Mitte ihrer Prognosen, läge AMD rund 1,5 Milliarden Dollar vor Intel. Das wäre das erste Mal in der Geschichte beider Unternehmen. Die Prognose entspricht einem Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 27 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Rekord im dritten Quartal
Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz von AMD im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf 13,377 Milliarden Dollar, ein Rekordwert. Der Nettogewinn nach US-GAAP wuchs um 95 Prozent auf 2,43 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg nachbörslich um mehrere Prozent.
„Das dritte Quartal war das umsatzstärkste und profitabelste in unserer Geschichte, als wir mit dem Hochfahren unserer Rechenzentrumsprodukte der nächsten Generation begonnen haben.”
Lisa Su, AMD-CEO
Rechenzentren fast verdoppelt
Treiber ist das Rechenzentrumsgeschäft. Der Umsatz der Sparte stieg um 97 Prozent auf 8,55 Milliarden Dollar, getragen von den Server-Prozessoren der Reihe Epyc und den neuen KI-Beschleunigern Instinct MI455X. Für das vierte Quartal erwartet AMD einen weiteren deutlichen Anstieg, vor allem durch den Ausbau der Beschleuniger und der Rack-Systeme vom Typ Helios.
Das Geschäft mit PCs und Spielen schrumpft dagegen. Der Umsatz der Sparte Client and Gaming sank im dritten Quartal um 8 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, im Gaming-Bereich allein um 40 Prozent auf 773 Millionen Dollar. Für das vierte Quartal rechnet AMD bei Client and Gaming mit einem Rückgang um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Als Grund nennt das Unternehmen die gestiegenen Speicherpreise, die die Nachfrage nach PCs dämpfen. Für 2027 erwartet AMD einen zweistelligen Rückgang der PC-Auslieferungen.
Intel unter Druck
Intel hatte bei der Vorlage seiner Zahlen eine Prognose unter den Erwartungen der Analysten abgegeben und auf die Schwäche des PC-Markts verwiesen. Der Konzern verlagert Fertigungskapazitäten von PC- auf Server-Prozessoren, um die hohe Nachfrage von Rechenzentren zu bedienen. AMD sichert sich zudem Kapazitäten für künftige KI-Produkte: Laut Berichten hat das Unternehmen den Großteil der Produktion in Samsungs zweiter Fabrik in Texas für Basis-Dies von HBM-Speicher ab 2030 gebucht.
(red)




