Modat fand in 35 europäischen Ländern offene Steuerungen von Solarparks und Windfarmen. Bei 181 Anlagen hatten die Forscher vollen Zugriff.
8.547 Wind- und Solaranlagen offen im Internet erreichbar

Forscher des niederländischen Unternehmens Modat haben 8.547 Verwaltungsoberflächen und Steuerungen von Solar- und Windkraftanlagen gefunden, die über das öffentliche Internet erreichbar sind. Untersucht wurden 40 Länder der EU, der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) sowie EU-Beitrittskandidaten. Betroffen sind Anlagen in 35 Ländern. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf der Konferenz The ONE Conference im World Forum in Den Haag.
Deutschland unter den Spitzenreitern
Bei Solarparks fanden die Forscher 7.942 offen erreichbare Systeme in 34 Ländern. Allein auf Spanien entfallen 2.766, also 35 Prozent. Zusammen mit Deutschland, Griechenland und Italien kommen die vier Länder auf 76 Prozent aller Funde. Bei Windparks waren 605 Systeme in 23 Ländern erreichbar, zwei Drittel davon in Deutschland und Italien. In den Niederlanden waren es 132 Systeme bei Solarparks und 9 bei Windparks.
Windpark per Knopfdruck abschaltbar
In den meisten Fällen waren die Oberflächen durch eine Anmeldeseite geschützt. An 181 Standorten hatten die Forscher jedoch vollständige Kontrolle über die Systeme. Dort hätten sie etwa einzelne Windturbinen oder einen ganzen Windpark per Knopfdruck abschalten können. Zudem konnten sie Echtzeitdaten zur Stromerzeugung und den Standort der Turbinen einsehen. Gefunden haben die Forscher die öffentlich erreichbaren Systeme nach eigenen Angaben innerhalb weniger Stunden.
„Physisch sind Wind und Sonne die robustesten Teile unserer Energieversorgung. Digital sind sie zersplittert, oft dem Internet ausgesetzt und nicht immer überwacht. Was wir in Stunden kartieren können, kann auch ein Angreifer in Stunden kartieren.”
Soufian El Yadmani, Gründer und CEO von Modat
Die Betreiber der betroffenen Systeme wurden informiert und aufgefordert, ihre Oberflächen so schnell wie möglich vom Netz zu nehmen. Im Juli hatten der Chaos Computer Club (CCC) und ein Sicherheitsforscher bereits schwere Sicherheitslücken in Wechselrichtern für Balkon- und Dach-Solaranlagen des chinesischen Herstellers Hoymiles gemeldet.
(red)




