Eine aktuelle Umfrage des HR-Technologieunternehmens ESCRIBA zeigt, dass KI für viele Beschäftigte in Deutschland längst zum Arbeitsalltag gehört.
Unternehmen hinken mit klaren Regeln dazu noch hinter. Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Bilendi im Juni 2026 im Auftrag von ESCRIBA 1.037 überwiegend am Schreibtisch arbeitende Beschäftigte in Deutschland.
49,0 Prozent der Desktop-Worker setzen KI mittlerweile mehrmals pro Woche, täglich oder sogar mehrmals täglich ein, 60,3 Prozent nutzen sie deutlich häufiger als noch vor zwölf Monaten. Besonders ausgeprägt zeigt sich dabei ein Generationenunterschied: Während 63,6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen KI häufig beruflich nutzen, sind es bei den 60- bis 65-Jährigen nur 34,7 Prozent. Trotz der hohen Nutzungszahlen bleibt das tatsächliche Anwender-Know-how meist gering: Mit 71,4 Prozent nutzt die große Mehrheit KI vor allem zur Informationsrecherche, während sich nur 28,5 Prozent überhaupt an die Erstellung und Nutzung eigenständig arbeitender KI-Agenten herantrauen.
Fast die Hälfte nutzt inoffizielle KI-Werkzeuge
Ein kritischer Befund der Studie betrifft den Umgang mit KI-Ergebnissen: 36,5 Prozent der Befragten geben an, KI-Ergebnisse nur gelegentlich oder nie zu überprüfen, bevor sie diese nutzen, während lediglich 23,3 Prozent gegenüber Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzten offen mit dem eigenen KI-Einsatz umgehen. Da Unterstützung durch den Arbeitgeber vielerorts ausbleibt, weichen 47,8 Prozent der Desktop-Worker auf beruflich genutzte, nicht offiziell bereitgestellte KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini aus, eine Schatten-KI-Nutzung mit potenziellen Folgen für Datensicherheit und Risikomanagement. Rund ein Viertel der Befragten (25,1 Prozent) berichtet inzwischen von ausgesprochenem KI-Stress. Klare Regeln zur Dateneingabe in KI-Tools wünschen sich 62,4 Prozent der Beschäftigten, KI-bezogene Weiterbildung 62,1 Prozent, klare Vorgaben zu erlaubten Werkzeugen 60,9 Prozent.

ESCRIBA-Gründer und Geschäftsführer Juergen Erbeldinger ordnete die Ergebnisse so ein:
„Der gute KI-Arbeitgeber existiert nicht als Unternehmen, das in einem einzelnen Thema gut abschneidet.“
Juergen Erbeldinger, ESCRIBA-Gründer und Geschäftsführer
Entscheidend sei vielmehr, Mitarbeitendenbedürfnisse ernst zu nehmen und bestehende Lücken systematisch zu schließen, von Weiterbildung über Tools und Datenregeln bis zur eigentlichen Organisationsentwicklung, da es sich bei der KI-Transformation um einen Veränderungsprozess handle, bei dem Beschäftigte aktiv mitgenommen werden müssten.
(red/ESCRIBA)