Vier Jahre Entwicklung

Firefox aktiviert JPEG-XL-Unterstützung ab Version 157 standardmäßig

Firefox
Bildquelle: Robert Way/Shutterstock.com

Mozilla plant, die Unterstützung für das Bildformat JPEG XL mit Firefox 157 Ende September auf allen Plattformen standardmäßig zu aktivieren.

Firefox Nightly nutzt die Funktion bereits jetzt standardmäßig, um sie vor der endgültigen Veröffentlichung ausgiebig zu testen. Mozilla-Entwickler Timothy Nikkel kündigte den Schritt in einer offiziellen Mitteilung an die Mozilla-Entwicklerliste an. Bereits seit 2021 experimentierte Firefox mit JPEG-XL-Unterstützung hinter einem Schalter, verzichtete jedoch zunächst auf eine breitere Einführung. Grund war laut einem begleitenden Blogbeitrag im Mozilla-Hacks-Blog die Sorge um die Angriffsfläche des ursprünglichen Referenz-Decoders, der aus rund 100.000 Zeilen mehrfädigem C++-Code besteht. Mozilla stellte dem JPEG-XL-Team von Google Research daraufhin eine gezielte Herausforderung. Aus dieser Herausforderung entstand der nun in Firefox eingesetzte Decoder namens jxl-rs, vollständig in der Programmiersprache Rust geschrieben.

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Auch Google hat inzwischen eine eigene Absicht zur Einführung von JPEG-XL-Dekodierung in Chrome formalisiert, basierend auf derselben Rust-Bibliothek. Apples Safari unterstützt JPEG XL bereits seit Version 17 im Jahr 2023, allerdings bislang ohne progressive Darstellung, eine Funktion, für die sich Mozilla nach eigenen Angaben gezielt eingesetzt hatte. Damit dürfte das Format bis Ende des Jahres in sämtlichen großen Browser-Engines unterstützt werden.

Firefox: JPEG XL und AVIF ergänzen sich je nach Anwendungsfall

Mozilla ordnet die beiden modernen Bildformate im selben Blogbeitrag unterschiedlichen Einsatzzwecken zu: JPEG XL punktet demnach vor allem bei verlustfreier Bildkompression, progressiver Darstellung sowie beim verlustfreien Nachkomprimieren bestehender JPEG-Dateien, während AVIF vor allem bei fotografischen Webbildern sowie Bildern mit einer Mischung aus scharfen Kanten und flächigen Bereichen überzeugt. Zwar erzeuge AVIF bei vergleichbarer Webqualität in der Regel kleinere Dateien, verfüge jedoch nur über eine sehr einfache Form progressiver Darstellung, weshalb sich bei sehr großen Bildern trotz größerer Dateigröße mitunter JPEG XL besser eigne.

Zu den technischen Vorzügen von JPEG XL zählt zudem die Möglichkeit, bestehende JPEG-Dateien verlustfrei um rund 20 Prozent zu verkleinern und dabei bitgenau in das ursprüngliche JPEG-Format zurückwandeln zu können, ein Vorteil, der sich etwa serverseitig über ein Content Delivery Network transparent nutzen ließe, ohne dass Nutzer davon überhaupt etwas bemerken. Mozilla weist zugleich darauf hin, dass die reine Unterstützung durch Browser allein noch nicht bedeutet, dass Websites das Format auch tatsächlich in großem Umfang einsetzen, da Werkzeuge zur Bildkodierung, Content-Delivery-Netzwerke sowie Content-Management-Systeme der Browserunterstützung erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung folgen.

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(red)

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