LinkedIn hat sich für viele CISOs, IT-Sicherheitsbeauftragte und Admins längst zu einer ernstzunehmenden Informationsquelle entwickelt. Wer weiß, wem er folgen sollte, bekommt Schwachstellen, Analysen und Einordnungen oft schon vor allen anderen.
LinkedIn hat sich für viele CISOs, IT-Sicherheitsbeauftragte und Admins längst zu einer ernstzunehmenden Informationsquelle entwickelt: Wer weiß, wem er folgen sollte, bekommt Schwachstellen, Analysen und Einordnungen oft schon, bevor sie in den Medien landen. Wir stellen eine Auswahl an Accounts vor, die für Sicherheitsverantwortliche einen Blick wert sind.
Internationale Stimmen
Troy Hunt: Der Australier betreibt mit Have I Been Pwned den mit Abstand bekanntesten Dienst zur Prüfung geleakter Zugangsdaten. Auf LinkedIn erklärt er Datenlecks verständlich und ohne unnötige Panikmache, nützlich für alle, die Sicherheitsvorfälle auch gegenüber Nicht-Technikern einordnen müssen.
Mikko Hyppönen: Der finnische Forscher ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Malware-Analyse und beobachtet globale Bedrohungstrends, von klassischer Ransomware bis zu staatlich gesteuerten Angriffen.
Brian Krebs: Der US-Investigativjournalist hinter KrebsOnSecurity postet auch auf LinkedIn Kurzfassungen seiner Recherchen zu Cyberkriminalität, Betrugsnetzwerken und Datenlecks. Ein Pflichtaccount für alle, die verstehen wollen, wie kriminelle Infrastrukturen tatsächlich funktionieren.
Graham Cluley: Sicherheitsforscher, Blogger und Podcaster („Smashing Security“), der aktuelle Angriffe und Betrugsmaschen mit einer angenehmen Mischung aus Fachwissen und Verständlichkeit aufbereitet.
Sarah Armstrong-Smith: Chief Security Advisor bei Microsoft für die Region EMEA. Sie schreibt vor allem zu Krisenmanagement, Resilienz und der Frage, wie Sicherheitsteams strategisch mit der Geschäftsführung kommunizieren.
Jen Easterly: Die frühere Direktorin der US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat mit ihren Beiträgen zu Threat Intelligence, kritischer Infrastruktur und „Secure by Design“ auch nach ihrer Amtszeit weiter Gewicht in der Debatte.
Deutschsprachige Accounts
Linus Neumann: Sprecher des Chaos Computer Club (CCC) und gefragter Sachverständiger im Bundestag, wenn es um IT-Sicherheitsgesetze geht. Seine Einordnungen zu BSI-Politik, Schwachstellenmanagement und Netzpolitik sind ein guter Gegenpol zu offiziellen Verlautbarungen.
Claudia Plattner: Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Über ihren Account und den offiziellen BSI-Account lassen sich Warnungen, Kongress-Ankündigungen und die Guidance der Behörde direkt verfolgen, oft vor der klassischen Presseverteilung.
Tim Philipp Schäfers: Freiberuflicher Security Researcher, der unter anderem Schwachstellen in Behördeninfrastruktur aufgedeckt hat und regelmäßig zu Themen wie Domain-Sicherheit der öffentlichen Verwaltung publiziert.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker: Professor für IT-Sicherheitsrecht und einer der meistzitierten deutschen Experten, wenn es um Cybersicherheitsregulierung geht. Er berät unter anderem die Bundesregierung und die EU-Kommission, sitzt im BSI-Expertenkreis Cybersicherheit für den Weltraumsektor und kommentiert auf LinkedIn regelmäßig Gesetzesvorhaben wie NIS-2, den Cyber Resilience Act oder aktuelle Regulierungsdebatten, oft schneller und pointierter als die offizielle Berichterstattung.
Warum sich das lohnt
Wer als Sicherheitsverantwortlicher auf offizielle Advisories und Patchday-Meldungen wartet, bekommt Informationen oft erst mit Verzögerung. Viele der genannten Personen posten Ersteinschätzungen zu neuen Schwachstellen, Leaks oder Angriffskampagnen innerhalb weniger Stunden, teils direkt aus eigener Recherche, teils als kuratierte Zusammenfassung relevanter Quellen. Eine kuratierte Liste in einem eigenen LinkedIn-Feed oder in einer Newsletter-App ersetzt keine strukturierten Threat-Intelligence-Feeds, ist aber eine sinnvolle Ergänzung, um Trends frühzeitig mitzubekommen.
Wichtig bleibt dabei: LinkedIn-Posts sind kein Ersatz für verifizierte Advisories von Herstellern oder Behörden wie dem BSI. Sie eignen sich vor allem, um schnell ein Gefühl für die Relevanz eines Themas zu bekommen. Die technische Prüfung und Priorisierung im eigenen Unternehmen sollte weiterhin auf offiziellen Quellen basieren.