Datensouveränität entscheidet

Gartner: Neoclouds nehmen Hyperscalern Marktanteile weg

Cloud Computing

Gartner prognostiziert, dass speziell auf KI ausgerichtete Cloud-Anbieter bis 2030 ein Fünftel des gesamten KI-Cloud-Markts kontrollieren werden. Datensouveränität wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet, dass sogenannte Neocloud-Anbieter bis 2030 rund 20 Prozent eines dann 267 Milliarden US-Dollar großen KI-Cloud-Markts auf sich vereinen werden. Unter Neoclouds versteht Gartner Cloud-Anbieter, die ihre Infrastruktur von Grund auf für KI-Workloads und High-Performance-Computing konzipiert haben, also keine nachträglich angepassten Allzweck-Rechenzentren betreiben.

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Der wachsende Hunger nach GPU-Rechenleistung durch generative KI-Anwendungen macht sich in der Branche deutlich bemerkbar. Klassische Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud stoßen dabei an Grenzen, die sowohl technischer als auch regulatorischer Natur sind. Genau in diese Lücke stoßen die Neoclouds.

Souveränität als Verkaufsargument

„Diese Neoclouds differenzieren sich durch überlegene Performance bei KI-Workloads, flexible Deployment-Modelle und ein starkes Bekenntnis zur Datensouveränität, oft zu einem wettbewerbsfähigeren Preis“, erklärte Enrique Castera, Senior Director Analyst bei Gartner. Ein Teil der Anbieter spezialisiert sich dabei explizit auf Sovereign-Cloud-Lösungen, bei denen Daten und Betrieb vertraglich auf bestimmte Rechtsräume beschränkt bleiben und damit vor ausländischen Behördenzugriffen geschützt sind.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem regulatorische Anforderungen: Die DSGVO gilt schon länger, doch ab August 2026 werden die Kerntransparenzpflichten des EU AI Act scharf gestellt. In Kombination mit geopolitischen Spannungen zwingt das Unternehmen dazu, ihre Cloud-Architekturen grundlegend zu überdenken.

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Gartner empfiehlt Diversifizierung

IT-Verantwortliche sollten laut Gartner nicht länger ausschließlich auf die großen Hyperscaler setzen. Stattdessen empfehlen die Analysten, spezialisierte Neocloud-Anbieter gezielt zu evaluieren, um Zugang zu High-Performance-KI-Infrastruktur zu erhalten, die bei etablierten Anbietern oft nur begrenzt verfügbar ist. Dabei müssen Unternehmen jedoch auch ihre Finanz- und Risikomanagementstrategien anpassen und stärkere technische Kontrollen implementieren, um Compliance und Betriebsresilienz sicherzustellen.

„Der KI-Cloud-Markt tritt in eine neue Phase ein, in der Souveränität, Performance und Infrastrukturspezialisierung zu primären Entscheidungsfaktoren für Unternehmen werden“, so Castera. Angesichts der beschleunigten Nachfrage nach GPU-intensiven Workloads entstünden gerade die Bedingungen, unter denen eine neue Klasse von Anbietern entstehen könne, die KI-Infrastruktur in großem Maßstab bereitstellt.

(red)

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