Auf der zweiten Ausgabe der GITEX AI Europe treffen im Juli über 800 Aussteller und 500 Investoren zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wem die digitale Infrastruktur Europas eigentlich gehört.
Vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 öffnet die GITEX AI Europe auf dem Gelände der Messe Berlin zum zweiten Mal ihre Tore. Das Event, das vom globalen Messeveranstalter inD ausgerichtet wird, positioniert sich als branchenübergreifende Plattform für Technologie und Digitalwirtschaft in Europa. Rund 800 Unternehmen und Start-ups, 500 Investoren sowie 120 Referentinnen und Referenten aus mehr als 100 Ländern werden erwartet.
Souveränität als Kernfrage
Das Leitthema der diesjährigen Ausgabe lautet „Digital Sovereignty“ und es dürfte kaum eines geben, das in der aktuellen geopolitischen Lage drängender wäre. Der Hintergrund: Bis 2028 sollen laut Prognosen rund 91 Prozent aller Unternehmens-Workloads in die Cloud migriert sein. Das Problem dabei ist bekannt, wird aber selten so direkt adressiert: Ein Rechenzentrum in Frankfurt macht einen Cloud-Dienst nicht automatisch souverän, wenn der Betreiber amerikanischem oder chinesischem Recht unterliegt.
Echte digitale Souveränität entsteht nicht durch den Serverstandort allein, sondern durch Eigentümerschaft, offene Standards und technologische Kontrolle über den gesamten Cloud- und KI-Stack. Das ist eine Aussage, die europäischen Hyperscaler-Alternativen wie IONOS oder OVHcloud in die Karten spielt und entsprechend dürfte das Thema auf der Messe nicht ohne Eigeninteressen der Beteiligten diskutiert werden.
Hochrangige Speaker, bekannte Gesichter
Die Rednerliste liest sich wie ein Who’s who aus Politik, Finanzwelt und Tech-Branche. Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger wird ebenso erwartet wie Stefan B. Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe. Aus dem Start-up- und Scale-up-Bereich treten unter anderem Dr. Jarek Kutylowski, Gründer und CEO von DeepL, sowie Ryan Foutty von der KI-Suchmaschine Perplexity auf. Auch Enpal-CPO Benjamin Merle ist auf der Sprecherliste vertreten.
Die Veranstaltung wird von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie unterstützt, was unterstreicht, dass Berlin seinen Ruf als europäischen Tech-Hotspot weiter ausbauen will.
North Star Europe: Start-ups im Fokus
Ein eigener Bereich namens North Star Europe soll gezielt Gründerinnen und Gründer, Scale-ups und KMU ansprechen. Eigene Bereiche für Unicorns und wachstumsstarke Unternehmen runden das Angebot ab. Das Themenspektrum reicht von KI und Quantencomputing über Cloud-Infrastruktur und Cybersicherheit bis hin zu Nachhaltigkeitstechnologien.
(red)