Leistungsprobleme unter Windows 11

WhatsApp für Windows 11: 1,2 Gigabyte RAM-Verbrauch ohne aktive Nutzung

WhatsApp
Bildquelle: FellowNeko / Shutterstock.com

Nach der Umstellung auf eine Web-basierte Architektur verbraucht die WhatsApp-Anwendung unter Windows 11 erhebliche Systemressourcen im Hintergrund.

Die Desktop-Anwendung von WhatsApp für das Betriebssystem Windows 11 weist erhebliche Effizienz- und Performance-Mängel auf. Nach der technologischen Umstellung von der nativen Universal Windows Platform (UWP) auf eine webbasierte WebView2-Infrastruktur verbraucht die Anwendung selbst im Leerlauf große Mengen an Arbeitsspeicher. Die App beansprucht bereits vor der Benutzeranmeldung rund 400 Megabyte RAM im Hintergrund.

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Im aktiven Betrieb und beim Durchscrollen von Chatverläufen steigt der Speicherbedarf auf bis zu 1,2 Gigabyte an. Wenn die Anwendung ungenutzt geöffnet bleibt, verbleibt der Verbrauch bei etwa 600 Megabyte RAM. Die alte UWP-Version von WhatsApp benötigte im Leerlauf weniger als 100 Megabyte Arbeitsspeicher bei der Verwaltung von über 100 Einzelchats und 30 aktiven Gruppen.

Verzögerungen und fehlerhafte WhatsApp-Benachrichtigungen

Neben dem hohen Speicherbedarf führt die Chromium-basierte WebView2-Architektur zu spürbaren Verzögerungen im täglichen Betrieb. Das Senden von Nachrichten erfolgt zeitverzögert, und der Wechsel zwischen einzelnen Chats nimmt oft eine Sekunde oder mehr in Anspruch. Zudem treten regelmäßige Abstürze nach dem Aufwachen des Computers aus dem Energiesparmodus oder dem Ruhezustand auf.

Ein weiteres Problem betrifft das Schließen des Anwendungsfensters: Die App wird dadurch nicht beendet, sondern minimiert sich lediglich in die Systemleiste, um Benachrichtigungen über Hintergrundprozesse zu empfangen. Wird die App dort vollständig beendet, funktionieren die nativen Windows-Benachrichtigungen nicht mehr ordnungsgemäß. In diesem Fall erhalten Nutzer beim Eintreffen einer neuen Nachricht lediglich den Hinweis: „Sie haben möglicherweise neue Nachrichten.“

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Auswirkungen auf ältere Computer-Hardware

Besonders stark wirken sich die Performance-Einbußen auf älteren Systemen mit begrenzter Hardware-Ausstattung aus. Auf Computern mit älteren Prozessoren und einer Gesamtkapazität von acht Gigabyte Arbeitsspeicher blockiert die Anwendung erhebliche Systemressourcen. Messungen dokumentieren eine CPU-Auslastung von über 22 Prozent im Leerlauf, selbst wenn nur ein einziges Chatfenster geöffnet ist.

Dies führt dazu, dass Nachrichten in aktiven Gruppenkonferenzen nur zeitverzögert eintreffen und Antworten der betroffenen Nutzer erst verspätet an die Gesprächspartner übermittelt werden. Da die Preise für Arbeitsspeicher aufgrund der hohen Nachfrage in KI-Rechenzentren stark gestiegen sind, stellt der hohe Ressourcenbedarf für Nutzer von Budget-PCs eine zusätzliche Belastung dar.

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Strategiewechsel bei Microsoft und Meta

Die Entscheidung von Meta, die native Windows-Entwicklung zugunsten eines Web-Wrappers aufzugeben, resultierte unter anderem aus der unbeständigen Bereitstellung von Entwicklungs-Frameworks durch Microsoft. Nachdem der Softwarekonzern den Support für UWP zurückgefahren hatte, wechselten viele Entwickler zu plattformunabhängigen Web-Lösungen, um langfristige Investitionsrisiken zu vermeiden. Microsoft selbst nutzt für seine Business-Kommunikationsplattform Teams ebenfalls eine WebView2-Architektur, die im Leerlauf rund ein Gigabyte Arbeitsspeicher beansprucht.

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 kündigte Microsoft jedoch eine strategische Kehrtwende an. Der Konzern pfland, eigene Betriebssystem-Komponenten schrittweise wieder von React Native und WebView-Elementen auf das native Framework WinUI umzustellen, um die Systemgeschwindigkeit zu erhöhen und Entwickler zur Rückkehr zu nativen Windows-Anwendungen zu bewegen. Während Meta für macOS und watchOS optimierte native Anwendungen bereitstellt, verbleibt die Windows-Version vorerst auf der webbasierten Infrastruktur.

(red)

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