Der Gründer und Ex-CEO von iLearning sowie sein CFO sollen Investoren mit einem erfundenen KI-Geschäftsmodell um hunderte Millionen Dollar gebracht haben.
Die US-Bundesbehörden haben Anklage gegen Puthugramam „Harish“ Chidambaran, Gründer und ehemaliger CEO des Unternehmens iLearning, sowie gegen CFO Sayyed Farhan Ali „Farhan“ Naqvi erhoben. Beiden werden insgesamt zehn Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Wertpapierbetrug, Drahtbetrug und die Führung eines kriminellen Finanzunternehmens.
Erfundene Kunden, erfundene Umsätze
iLearning vermarktete sich als Anbieter KI-gestützter Geschäftslösungen, die laut Eigenbeschreibung dabei helfen sollten, „Erkenntnisse direkt in Arbeitsabläufe einzuspeisen, um geschäftskritische Ergebnisse zu erzielen“. Das Unternehmen wurde 2024 an der Börse gelistet.
Laut dem Justizministerium behauptete iLearning, im Jahr 2023 über 420 Millionen US-Dollar Umsatz durch den Verkauf von Softwarelizenzen erzielt zu haben. Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, nahezu sämtliche Kundenbeziehungen und Umsätze frei erfunden zu haben: „Die Angeklagten haben die Begeisterung der Investoren für den KI-Boom ausgenutzt und ein rosiges Bild auf der Grundlage von Lügen gezeichnet. Das wirklich Künstliche an iLearning waren seine Kunden und Einnahmen“, sagte US-Staatsanwalt Joseph Nocella Jr.
Das Unternehmen war 2024 an die Börse gegangen, obwohl die angeblichen Umsatzzahlen nach Darstellung der Anklagebehörde vollständig gefälscht waren. Die Angeklagten sollen so Investoren und Kreditgeber systematisch in die Irre geführt haben.
KI-Betrug auf dem Vormarsch
iLearning ist kein Einzelfall. Laut dem aktuellen Internet Crime Report des FBI gingen im vergangenen Jahr über 22.000 Beschwerden zu KI-bezogenem Betrug ein. Der angerichtete Schaden: knapp 900 Millionen US-Dollar.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass man entschlossen sei, Anleger zu schützen und Unternehmensführer zur Rechenschaft zu ziehen, die die Integrität der Finanzmärkte für persönlichen Profit untergraben.