Neue Plattform für Telko-Rechenzentren

Broadcom stellt neue VMware Telco Cloud Platform vor

Broadcom
Bildquelle: Sasima/Shutterstock.com

Der Technologiekonzern Broadcom hat die Weiterentwicklung seiner VMware Telco Cloud Platform vorgestellt.

Die neue Version 9 richtet sich nach eigenen Angaben an Telekommunikationsanbieter, die ihre Rechenzentren effizienter betreiben und zugleich KI-basierte Dienste sowie souveräne Cloud-Angebote aufbauen wollen. Grundlage der Plattform ist VMware Cloud Foundation 9, ergänzt um speziell auf Telko-Anforderungen zugeschnittene Funktionen.

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Broadcom verfolgt damit das Ziel, Kostenstrukturen zu verbessern, Hardware-Ressourcen besser auszulasten und regulatorische Anforderungen an Datensouveränität konsequent umzusetzen.

Kostendruck und steigender KI-Bedarf als Treiber

Telekommunikationsunternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigen die Hardware- und Energiekosten, andererseits wächst der Bedarf an Rechenleistung durch KI-Anwendungen rapide. Laut Broadcom kann die neue Plattform über einen Zeitraum von fünf Jahren eine kumulative Reduzierung der Gesamtbetriebskosten von bis zu 40 Prozent im Vergleich zu isolierten Architekturen ermöglichen.

Ein wichtiger Hebel ist die bessere Auslastung der Server. Durch höhere VM-Dichte und optimierte Performance soll sich der Energieverbrauch um 25 bis 30 Prozent senken lassen. Technologien wie Advanced NVMe Memory Tiering und globale Deduplizierung in vSAN tragen zusätzlich dazu bei, Speicher- und Serverkosten deutlich zu reduzieren.

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Paul Turner, Chief Product Officer der VMware Cloud Foundation Division bei Broadcom, verweist auf den zunehmenden Kostendruck: „Die Hardwarekosten geraten außer Kontrolle, und die weltweite Nachfrage nach Speicher aufgrund von KI wird den Anstieg der Serverpreise weiter beschleunigen.“ Die Plattform solle Telekommunikationsunternehmen helfen, Investitions- und Betriebskosten spürbar zu senken.

Von Konnektivität zu KI-Infrastruktur

Telekommunikationsanbieter entwickeln sich zunehmend von reinen Netzbetreibern zu Anbietern souveräner Cloud- und KI-Infrastrukturen. Regionale, verteilte Rechenzentren spielen dabei eine zentrale Rolle, um neue digitale Dienste anzubieten und zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.

Die VMware Telco Cloud Platform 9 soll sowohl klassische 4G- und 5G-Kernnetzfunktionen als auch datenintensive KI-Workloads auf einer gemeinsamen Infrastruktur unterstützen. Geplant sind unter anderem Funktionen für Private AI-as-a-Service, bei denen Telkos ihren Kunden vollständig integrierte KI-Umgebungen bereitstellen können. Native Werkzeuge wie Model Store, Model Runtime und Vektordatenbanken sollen dabei eine kontrollierte und regulierungskonforme Nutzung ermöglichen.

GPU-Virtualisierung und GPU-as-a-Service erlauben es, physische Grafikprozessoren auf mehrere virtuelle Maschinen aufzuteilen. So lassen sich hochleistungsfähige Anwendungen parallel betreiben, ohne für jeden Anwendungsfall eigene Hardware vorhalten zu müssen. Ergänzt wird dies durch erweiterte Überwachungsfunktionen für GPUs sowie automatisiertes Lebenszyklusmanagement, das die Bereitstellung produktionsreifer KI-Umgebungen erheblich beschleunigen soll.

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Automatisierung und Effizienz im Netzbetrieb

Neben der Monetarisierung von KI steht die betriebliche Effizienz im Fokus. Netzwerke sollen stärker selbstkorrigierend und automatisiert arbeiten. Die Plattform integriert Funktionen zur intelligenten Ressourcenplanung, energieeffizienten Nutzung moderner CPUs mit hoher Kernanzahl sowie zur Optimierung von Kubernetes-Umgebungen.

Ein modernisiertes Containers-as-a-Service-Lifecycle-Management ermöglicht unter anderem verkettete Kubernetes-Upgrades und längere Supportzyklen. Dadurch können Wartungsfenster reduziert und Betriebskosten gesenkt werden.

Hinzu kommen GitOps-basierte Automatisierungskonzepte, ein zentrales Dashboard für Betrieb und Lizenzmanagement sowie Live-Patching-Funktionen. Letztere erlauben es, Sicherheitsupdates einzuspielen, ohne laufende virtuelle Maschinen zu unterbrechen. Ziel ist eine maximale Verfügbarkeit im laufenden Netzbetrieb.

Digitale Souveränität als strategischer Faktor

Mit der wachsenden Bedeutung von Daten- und Cloud-Souveränität gewinnen regulatorische Anforderungen weltweit an Gewicht. Rahmenwerke wie europäische Initiativen zur Cloud-Souveränität oder branchenspezifische Sicherheitsgesetze erhöhen den Druck auf Telekommunikationsanbieter.

Die neue Plattform soll daher architektonische Leitplanken bieten, um nationale Vorgaben einzuhalten. Dazu zählen die strikte Datenlokalisierung innerhalb definierter Grenzen, eine verstärkte Mandantenisolierung sowie granulare Zugriffskontrollen.

Besonderes Gewicht legt Broadcom auf die Kontrolle über kryptografische Schlüssel. Telekommunikationsunternehmen sollen die alleinige Hoheit über Verschlüsselung und sensible Daten behalten. Ergänzend sind Funktionen für auditkonforme Protokollierung, automatisierte Compliance-Prüfungen und zentrale Sicherheitsübersichten vorgesehen.

Technologien wie Secure Enclaves von AMD und Intel sowie Mikrosegmentierung über VMware vDefend sollen darüber hinaus Zero-Trust-Ansätze unterstützen und laterale Bewegungen von Angreifern im Netzwerk verhindern.

Ausblick

Mit der VMware Telco Cloud Platform 9 positioniert Broadcom seine Infrastruktur als Fundament für eine neue Generation von Telekommunikationsdiensten. Im Mittelpunkt stehen Effizienzgewinne, KI-Fähigkeiten und regulatorische Sicherheit.

Ob die angekündigten Einsparungen und Produktivitätsgewinne in der Praxis erreicht werden, wird sich im Zusammenspiel von Technologie, Integration und operativer Umsetzung zeigen. Klar ist jedoch: Für Telekommunikationsunternehmen wird die Kombination aus Kosteneffizienz, KI-Kompetenz und digitaler Souveränität zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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