Die produzierende Industrie steht weltweit unter Druck. Steigende Kosten, geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche erzwingen tiefgreifende Veränderungen.
Die Hannover Messe 2026 will in dieser Phase Orientierung bieten. Veranstalter ist die Deutsche Messe AG. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Plattformen und moderne Energiesysteme.
KI wird zur industriellen Schlüsselfunktion
Industrielle KI entwickelt sich zunehmend vom Experimentierfeld zum produktiven Werkzeug. Systeme analysieren Produktionsdaten in Echtzeit, erkennen Optimierungspotenziale und steuern Abläufe adaptiv. Das führt zu höherer Effizienz, stabileren Prozessen und einem gezielteren Ressourceneinsatz.
Darüber hinaus entstehen neue datenbasierte Geschäftsmodelle, etwa durch vorausschauende Wartung oder intelligente Serviceangebote. Unternehmen, die frühzeitig investieren, verschaffen sich Wettbewerbsvorteile in Produktivität und Resilienz.
Physical AI und Robotik im Fokus
Erstmals rückt 2026 das Thema Physical AI stärker in den Vordergrund. Gemeint sind KI-Systeme, die direkt mit Maschinen, Anlagen oder Robotern interagieren. In der industriellen Fertigung eröffnet das neue Möglichkeiten, insbesondere bei autonomen und humanoiden Robotern.
Rund 3.500 Aussteller aus Maschinenbau, Elektroindustrie, Digitalwirtschaft und Energietechnik präsentieren ihre Lösungen. Neben internationalen Technologiekonzernen sind zahlreiche mittelständische Unternehmen sowie Forschungsinstitute vertreten. Auch mehr als 200 Startups nutzen die Messe als Bühne für neue Ideen.
Neue Aussteller und technologische Vielfalt
Die Liste der Neuzugänge zeigt die Dynamik in den Bereichen Robotik, Automatisierung und KI. Unternehmen aus den USA, Europa und Asien präsentieren vernetzte Fertigungslösungen, digitale Zwillinge, IoT-Anwendungen und cloudbasierte Infrastrukturen.
Damit wird deutlich, wie stark klassische Industrie und digitale Technologien inzwischen miteinander verschmelzen.
Die Messe erhält eine überarbeitete Themenstruktur mit neuem Hallenlayout. Ziel ist eine bessere Orientierung für Besucher und eine stärkere thematische Bündelung der Aussteller.
Ergänzt wird dies durch neue Networking-Formate wie Masterclasses, Roundtables und Matchmaking-Angebote. Auf einer zentralen Bühne diskutieren Vertreter aus Industrie, Politik und Forschung über strategische Zukunftsfragen – von Innovationskultur über digitale Souveränität bis hin zu geopolitischen Herausforderungen.
Verteidigungsindustrie als eigenes Themenfeld
Mit dem Defense Production Park entsteht ein neuer Ausstellungsbereich, der sich der sicherheitskritischen Fertigung widmet. Hier geht es um skalierbare Produktionskapazitäten, hohe Qualitätsstandards und technologische Unabhängigkeit. Hintergrund ist die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa und der damit verbundene Bedarf an leistungsfähiger Industrie.
Brasilien als Partnerland
Partnerland der Hannover Messe 2026 ist Brasilien. Die Wahl unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung Südamerikas für europäische Industrie- und Handelsbeziehungen. Themen wie diversifizierte Lieferketten, Rohstoffpartnerschaften und gemeinsame Klimaprojekte stehen im Fokus.
Zur Eröffnung werden hochrangige politische Delegationen erwartet. Damit bleibt die Messe nicht nur eine Technologieplattform, sondern auch ein Forum für wirtschafts- und geopolitische Gespräche.
Die Hannover Messe 2026 versteht sich als Schnittstelle zwischen technologischer Innovation und industrieller Praxis. Sie zeigt, wie KI, Automatisierung, Energie- und Digitaltechnologien ineinandergreifen können, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie langfristig zu sichern.
In einer Zeit grundlegender Transformation wird sie damit erneut zum zentralen Treffpunkt für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger aus aller Welt.