Cloud-Déjà-vu?

Palo Alto-Chef: Enterprise-KI hinkt Verbrauchern um Jahre hinterher

Palo Alto Networks
Bildquelle: Michael Vi/Shutterstock.com

Nikesh Arora, Chef von Palo Alto Networks, sagte auf dem Q2-Earnings-Call die Unternehmensadoption hinke der Nutzung durch Verbraucher bei KI um mindestens zwei Jahre hinterher – mit einer einzigen Ausnahme.

„Konsumenten sind im Moment weit voraus, aber wir erwarten, dass Unternehmen sicher und langsam auf diesen Zug aufspringen werden”, sagte Arora. Er verglich die aktuelle Situation mit der Einführung von Cloud Computing, bei der es ebenfalls zwei bis drei Jahre dauerte, bis Unternehmen damit begannen, ernsthaft Anwendungen zu migrieren.

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Erster Enterprise-Traffic sichtbar, aber noch schwer greifbar

Auf die Frage, welche Unternehmens-KI-Anwendungen aktuell nennenswerten Durchsatz erzeugen, antwortete Arora sich selbst: „Mir fällt nichts außer Coding-Apps ein.” Dennoch sieht Arora einen beginnenden Wandel: Erste Unternehmen liefen bereits Anwendungen mit Millionen von Tokens über LLM-Anbieter, und dieser Traffic sei im lokalen Netz sichtbar. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, diesen KI-Datenverkehr zu konsolidieren und an einem zentralen Punkt kontrollierbar zu machen. „Wie bringt man den gesamten KI-Traffic an einen Ort, um ihn zu verstehen, Transparenz zu schaffen und handeln zu können?”, fragte er. Für diesen wachsenden Traffic brauche es schlicht andere Kontrollmechanismen als bisher.

Palo Alto bereitet sich entsprechend vor: Gleichzeitig mit dem Earnings-Call bestätigte das Unternehmen die Übernahme von Koi, einem Startup für agentische KI-Endpunktsicherheit. Hinzu kommen jüngere Akquisitionen wie Chronosphere und CyberArk, mit denen das Unternehmen sein Portfolio für die KI-Sicherheit von morgen ausbauen will.

Arora zeigte sich zuversichtlich, dass Kunden angesichts komplexer, gewachsener Sicherheitsinfrastrukturen zunehmend auf integrierte Plattformen setzen, wie sie Palo Alto anbietet. Das spiegelt sich in den Zahlen wider: Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen 2,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen aus Abonnements stiegen um 23 Prozent auf nun 16 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 2,941 und 2,945 Milliarden Dollar. Das ist ein Wachstum von mindestens 28 Prozent.

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Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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