Die Europäische Kommission hat Google grünes Licht für den milliardenschweren Kauf des Cloud-Security-Unternehmens Wiz gegeben. Nach umfangreicher Marktanalyse sieht Brüssel keine Wettbewerbsbedenken.
Die EU-Kommission hat am Dienstag die geplante Übernahme des Cloud-Security-Unternehmens Wiz durch Google im Wert von 32 Milliarden Dollar bedingungslos genehmigt. Nach Prüfung gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung kam die Behörde zu dem Schluss, dass die Transaktion keine Wettbewerbsprobleme im Europäischen Wirtschaftsraum aufwirft.
Die Genehmigung erfolgt ohne Auflagen oder Abhilfemaßnahmen. Die Kommission habe im Vorfeld umfassende Rückmeldungen von Kunden sowie konkurrierenden Anbietern von Cloud-Security- und Cloud-Infrastrukturdiensten eingeholt, um die Auswirkungen der Übernahme auf den Markt zu untersuchen.
Keine Gefahr durch Bündelung
Laut Kommission ergab die Marktuntersuchung, dass Kunden über ausreichende Alternativen verfügen würden, sollte Google die Multi-Cloud-Sicherheitsplattform von Wiz mit bestehenden Produkten bündeln oder die Kompatibilität mit anderen Cloud-Anbietern einschränken. Die Behörde identifizierte nach eigenen Angaben mehrere glaubwürdige Wettbewerber, zu denen Kunden wechseln könnten. Google versicherte zudem, dass Wiz-Produkte auch nach der Übernahme auf allen großen Cloud-Plattformen verfügbar bleiben werden.
Ein weiterer Prüfpunkt war die Frage, ob Google durch die Akquisition Zugang zu vertraulichen Geschäftsdaten konkurrierender Cloud-Anbieter erhalten würde, die ebenfalls mit Wiz-Lösungen integriert sind. Die Untersuchung bestätigte jedoch, dass die betreffenden Daten nicht als kommerziell sensibel einzustufen sind und generell auch anderen Security-Software-Unternehmen zugänglich seien.
Google auf Platz drei im Cloud-Markt
Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin für sauberen, gerechten und wettbewerbsfähigen Wandel bei der Europäischen Kommission, betonte: “Google steht hinter Amazon und Microsoft in Bezug auf Marktanteile bei Cloud-Infrastruktur, und unsere Bewertung hat bestätigt, dass Kunden weiterhin über glaubwürdige Alternativen und die Möglichkeit zum Anbieterwechsel verfügen werden.”
In den USA wurde die Übernahme bereits im November letzten Jahres genehmigt.