Künstliche Intelligenz hält mit hoher Geschwindigkeit Einzug in die Softwareentwicklung und verändert Arbeitsweisen, Kostenstrukturen und Produktivität.
Eine aktuelle Analyse unter Beteiligung der Universität Utrecht zeigt, dass inzwischen fast ein Drittel des in der Softwarebranche verwendeten Python-Codes mit Unterstützung von KI entsteht (via Pressetext). Python zählt zu den weltweit meistgenutzten Programmiersprachen und spielt eine zentrale Rolle in vielen Anwendungsfeldern von Webentwicklung bis Datenanalyse.
Wirtschaftlicher Effekt durch automatisierte Code-Erstellung
Allein in den USA gibt die Softwareindustrie jährlich rund 600 Milliarden US-Dollar für Programmierlöhne aus. Der zunehmende Einsatz KI-gestützter Werkzeuge führt laut Studie zu erheblichen Effizienzgewinnen. Der geschätzte wirtschaftliche Mehrwert durch KI-generierten Code liegt dort zwischen 23 und 38 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese Einsparungen ergeben sich vor allem durch schnellere Entwicklungszyklen und geringeren manuellen Aufwand bei Standardaufgaben.
Internationale Unterschiede beim KI-Einsatz
Der Grad der KI-Nutzung in der Programmierung variiert deutlich zwischen den Ländern. In den USA ist der Anteil KI-gestützter Python-Entwicklung am höchsten. In Europa folgen unter anderem Frankreich und Deutschland mit Anteilen von über 20 Prozent. Auch Indien weist eine vergleichsweise hohe Nutzung auf. China und Russland liegen hingegen deutlich zurück. Gründe dafür sind unter anderem eingeschränkter Zugang zu führenden KI-Modellen und regulatorische Hürden.
Interessant ist zudem, dass KI-Tools besonders häufig von weniger erfahrenen Entwicklerinnen und Entwicklern eingesetzt werden. Die größten Produktivitätsgewinne zeigen sich jedoch bei erfahrenen Fachkräften, die KI gezielt zur Unterstützung komplexer Aufgaben nutzen.
KI erkennt KI-generierten Code
Für die Analyse wertete das Forschungsteam rund 30 Millionen Python-Beiträge von etwa 160.000 Entwicklern auf der Plattform GitHub aus. Mithilfe eines speziell trainierten KI-Modells wurde untersucht, welche Codebestandteile automatisiert erstellt wurden. Die Ergebnisse zeigen eine sehr schnelle Verbreitung KI-gestützter Programmierung. In den USA stieg der Anteil innerhalb von zwei Jahren von etwa fünf auf nahezu 30 Prozent.
Auch andere Studien, etwa der aktuelle KI-Index von KPMG, sehen die USA im globalen Vergleich klar vorne. Der Vorsprung basiert vor allem auf dem frühen Zugang zu leistungsfähigen Sprachmodellen, hoher Investitionsbereitschaft und einer schnellen Integration von KI in Unternehmensprozesse. Europa folgt mit Abstand, während China trotz starker industrieller Basis bislang hinterherhinkt.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung stellt sich weniger die Frage, ob KI in der Softwareentwicklung eingesetzt wird, sondern wie dieser Einsatz gestaltet wird. Forschende weisen darauf hin, dass der Zugang zu KI-Werkzeugen fair organisiert werden muss, um bestehende Ungleichheiten nicht zu verstärken. Für Unternehmen, Politik und Bildungseinrichtungen ergibt sich daraus die Aufgabe, Kompetenzen aufzubauen und den verantwortungsvollen Einsatz von KI langfristig zu sichern.