Lernen zwischen Automatisierung und Verantwortung

Arbeit im Wandel: Was Menschen im KI-Zeitalter leisten müssen

KI

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Werkzeuge und Prozesse, sondern auch die Rolle des Menschen in der Arbeitswelt. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass sich der Schwerpunkt menschlicher Arbeit zunehmend von der Ausführung hin zur Bewertung, Steuerung und Kontrolle von KI-Ergebnissen verlagert.

Besonders gefragt sind dabei analytische und reflektierende Fähigkeiten.

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Lernen zwischen Automatisierung und Verantwortung

Der aktuelle Job Skills Report 2026 der Lernplattform Coursera analysiert weltweit genutzte Weiterbildungsangebote und zeigt klare Verschiebungen in der Nachfrage. Neben generativer KI als Querschnittskompetenz identifiziert der Bericht die Bereiche Data, IT sowie Products and Development als besonders stark KI-geprägt. In Deutschland haben sechs der zehn meistbelegten Fähigkeiten einen direkten Bezug zu KI, allen voran Datenanalyse.

Auffällig ist, dass anwendungsnahe Kompetenzen an Bedeutung gewinnen. Während im Vorjahr noch grundlegende KI-Werkzeuge dominierten, stehen nun Fähigkeiten im Fokus, die den produktiven Einsatz und die Bewertung von KI-Systemen ermöglichen.

Kritisches Denken rückt ins Zentrum

Eine der am stärksten wachsenden Fähigkeiten ist kritisches Denken. Die Einschreibungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Doppelte. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Unternehmen verstärkt Mitarbeitende benötigen, die Ergebnisse von KI-Systemen einordnen, hinterfragen und bewerten können. Parallel dazu wächst das Interesse an KI-Agenten, also Systemen, die Aufgaben eigenständig ausführen. Diese Fähigkeit zählt zu den am schnellsten wachsenden innerhalb der GenAI-Kategorie.

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Die Kombination aus zunehmender Automatisierung und wachsender Verantwortung für Kontrolle und Bewertung verschiebt die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine deutlich. Während KI mehr operative Aufgaben übernimmt, steigt der Bedarf an menschlicher Aufsicht.

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Datenkompetenz als Fundament

Besonders im Datenumfeld zeigt sich diese Entwicklung deutlich. Neben kritischem Denken verzeichnen Fähigkeiten wie Datenqualität, Datenbereinigung und Datenethik starke Zuwächse. Auch in Deutschland zählen diese Themen zu den meistgewählten Lerninhalten. Sie unterstreichen, dass der Nutzen von KI stark von der Qualität und verantwortungsvollen Nutzung der zugrunde liegenden Daten abhängt.

Ergänzt wird dies durch den wachsenden Stellenwert von Prompt Engineering. Die gezielte Gestaltung von Eingaben für KI-Modelle entwickelt sich von einer Nischenkompetenz zu einer Schlüsselqualifikation.

Kreative Anwendungen gewinnen an Tiefe

Generative KI ist inzwischen die meistnachgefragte Kompetenz auf der Plattform. Besonders stark wächst der Bereich der Content-Erstellung, was auf den breiten Einsatz von KI in kreativen und kommunikativen Tätigkeiten hindeutet. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach komplexeren Anwendungen wie Bildanalyse und multimodalen Prompts. Diese Fähigkeiten werden zunehmend auch außerhalb klassischer IT-Berufe relevant.

Neue Kompetenzprofile für Unternehmen

Die Auswertungen zeigen, dass es weniger um einzelne Tools geht, sondern um ein neues Zusammenspiel aus Technologieverständnis, kritischer Bewertung und verantwortungsvoller Anwendung. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, diese Kompetenzen systematisch aufzubauen und nicht auf vereinzelte Pilotprojekte zu beschränken.

Der Bericht macht deutlich, dass der Erfolg von KI weniger von der Technologie selbst abhängt als von der Fähigkeit der Organisationen, Mitarbeitende für diese neue Arbeitsteilung zu qualifizieren. Wer KI steuern, hinterfragen und sinnvoll einsetzen kann, wird im Arbeitsmarkt der kommenden Jahre eine zentrale Rolle spielen.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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