Die Integration von Künstlicher Intelligenz verändert die Cybersicherheit grundlegend. Gleichzeitig erhöhen Regulierungsbehörden die Anforderungen an Unternehmen.
Für Compliance-Teams reicht es nicht mehr aus, jährlich Audits durchzuführen oder Daten in verstreuten Tabellen zu sammeln. Wer in KI-Kompetenz und kontinuierliche Überwachung investiert, kann Sicherheitsrisiken besser steuern, regulatorische Anforderungen erfüllen und das Vertrauen von Kunden stärken.
Was bedeutet KI-Kompetenz für Sicherheits-Teams?
KI-Kompetenz heißt nicht, dass Analysten zu Datenwissenschaftlern werden müssen. Vielmehr geht es darum, die Funktionsweise KI-gestützter Sicherheitstools zu verstehen, deren Ergebnisse zu validieren und bei Bedarf erklären zu können. Nur so lassen sich Fehlalarme vermeiden, echte Bedrohungen erkennen und Vorfälle effizient eskalieren.
Experten betonen drei Kernbereiche der KI-Kompetenz:
- Erkennungsqualität: Analysten müssen nachvollziehen können, warum eine KI ein bestimmtes Ereignis meldet, um Bedrohungen korrekt zu bewerten.
- Reaktion auf Vorfälle: Kenntnis der KI-Grenzen beschleunigt Eskalationen und sichert wertvolle Beweise.
- Regulatorische Transparenz: Führungskräfte benötigen ausreichend Kontext, um gegenüber Behörden oder Partnern fundiert argumentieren zu können.
Kontinuierliche Überwachung als Compliance-Vorteil
Früher reichte es aus, Protokolle aufzubewahren und auf Anfrage vorzulegen. Heute erwarten Aufsichtsbehörden, Vorstände und Kunden eine permanente Überwachung der Systeme. Wichtige Fragen sind etwa: Werden Einbruchsversuche in Echtzeit erfasst? Sind administrative Änderungen nachvollziehbar? Lässt sich der Zugriff auf sensible Daten auch Monate später noch zurückverfolgen?
Viele Unternehmen haben hier Nachholbedarf. Studien zeigen, dass nur etwa 30 Prozent der Sicherheits-Experten KI-gestützte Tools einsetzen und viele noch mit Alarmmüdigkeit kämpfen. Effektive Überwachung umfasst nicht nur die Erkennung, sondern auch die strukturierte Aufbewahrung und Präsentation von Ereignissen als Beweismittel.
Moderne Lösungen wie die von Graylog ermöglichen es, Protokolle aus Authentifizierungssystemen, Firewalls, Endpunkten und Cloud-Diensten zentral zu sammeln. Durch unterschiedliche Speicherstufen bleiben sie sicher, abrufbar und auditfähig. Dashboards heben ungewöhnliche Aktivitäten hervor, sodass Analysten proaktiv reagieren können.
Vorteile von KI-Kompetenz und Überwachung
Unternehmen, die beide Bereiche beherrschen, profitieren nicht nur von besserer Audit-Bereitschaft. Analysten verbringen weniger Zeit mit der Bedienung verschiedener Tools und mehr Zeit mit tatsächlichen Untersuchungen. Gleichzeitig erfüllen Unternehmen regulatorische Anforderungen wie das EU-KI-Gesetz, ISO 27001 oder SOC 2, die Erklärbarkeit, Transparenz und Aufbewahrung vorschreiben.
Die Umsetzung lässt sich in drei Schritten angehen:
- Bewertung der KI-Kompetenz: SOC-Teams analysieren und Lücken im Verständnis identifizieren.
- Prüfung der Beweismittel-Aufbewahrung: Sicherstellen, dass Protokolle den Anforderungen entsprechen.
- Einführung kontinuierlicher Überwachung: Von manuellen Auszügen zu Dashboards und Anomaliewarnungen wechseln.
KI-Kompetenz und Echtzeitüberwachung sind heute essenziell für Compliance und resiliente Cybersicherheit. Unternehmen, die in beides investieren, sichern ihre Systeme effektiver, stärken das Vertrauen von Kunden und sind besser gegen die sich ständig wandelnden Bedrohungen gerüstet.