Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben 16 internationale Technologieunternehmen die Trusted Tech Alliance (TTA) aus der Taufe gehoben. Die Idee: Gemeinsame Prinzipien für Transparenz, Sicherheit und Datenschutz über die gesamte Tech-Branche hinweg
Bunte Mischung aus 11 Ländern
Die Mitgliederliste liest sich wie ein Who’s who der Tech-Branche: Microsoft, Google Cloud, AWS und SAP sind dabei, dazu KI-Entwickler Anthropic. Aus der Infrastruktur-Ecke kommen Ericsson, Nokia und ASML. Und auch Unternehmen aus Afrika (Cassava Technologies), Indien (Jio Platforms), Japan (NTT, Rapidus), Südkorea (Hanwha) und Schweden (Saab, Nscale) machen mit.
Die Mitglieder verpflichten sich auf fünf Kernprinzipien: transparente Unternehmensführung, sichere Entwicklung mit unabhängigen Audits, strenge Lieferkettenkontrollen, offene und resiliente digitale Ökosysteme sowie Rechtsstaatlichkeit und Datenschutz.
Antwort auf schwindendes Vertrauen
Der Zusammenschluss kommt nicht von ungefähr. Die Skepsis gegenüber digitalen Technologien wächst, gleichzeitig suchen Kunden und Regierungen nach verlässlicheren Tech-Partnern. “Kein einzelnes Unternehmen oder Land kann allein einen sicheren digitalen Stack aufbauen”, bringt es Ericsson-Chef Börje Ekholm auf den Punkt.
Microsoft-Präsident Brad Smith ergänzt: Die Allianz basiere nicht darauf, woher ein Anbieter kommt, sondern auf nachprüfbaren Verpflichtungen.
KI braucht besonders viel Vertrauen
Ein Schwerpunkt liegt auf KI-Systemen. “Während KI-Systeme mächtiger werden, müssen die am weitesten verbreiteten Modelle sicher, zuverlässig und transparent entwickelt werden”, erklärt Sarah Heck von Anthropic. Nokia-Chef Justin Hotard sieht’s ähnlich: “KI beschleunigt den Wandel und erhöht die Messlatte für Vertrauen.”
Die Allianz will künftig weitere Mitglieder aufnehmen und gemeinsame Standards entwickeln, die Souveränität, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit stärken sollen.