Der Miniature Multifiber Connector soll mehr Fasern auf weniger Fläche bringen und Rechenzentren den Weg zu 800G und darüber hinaus ebnen.
Wer in modernen Rechenzentren mehr Bandbreite will, muss mehr Fasern unterbringen, und genau da wird es eng. Rosenberger Optical Solutions & Infrastructure (Rosenberger OSI) nimmt deshalb den MMC-Stecker (Miniature Multifiber Connector) in sein Portfolio auf. Der Steckverbinder aus der Kategorie Very Small Form Factor (VSFF) ist nochmals kompakter als der verbreitete MPO-Stecker und soll so die Portdichte an Patchfeldern und aktiver Hardware deutlich erhöhen.
Kleiner als MPO, ausgelegt bis 3,2 TBit/s
Der MMC nutzt sogenannte Tiny-MT-Ferrulen mit 250-µm-Pitch und ist in Konfigurationen mit 1×12, 2×12 oder 1×16 Fasern erhältlich. Damit unterstützt er Migrationen zu 400G, 800G und 1,6 TBit/s, perspektivisch sollen auch 3,2 TBit/s möglich sein. Die Ferrulen gibt es für Singlemode- und Multimode-Fasern, jeweils in Elite-Qualität. Eine APC-Politur mit 8° Winkel soll Rückflussdämpfungswerte von bis zu 60 dB im Singlemode-Betrieb erreichen, die maximale Einfügedämpfung gibt Rosenberger OSI mit 0,35 dB an, konform zu IEC 61300-3-4.
Mechanisch ist der Stecker auf mindestens 500 Steckzyklen ausgelegt, ohne dass die optische Performance einbrechen soll. Ein Push-Pull-Mechanismus erleichtert das Handling auch bei dicht bestückten Panels.
Praxistauglich trotz Miniaturbauweise
Trotz der geringen Abmessungen hat Rosenberger OSI dem MMC eine zentrale Kabelabfangung, Zugentlastung und Knickschutz spendiert. Der Stecker nimmt Rundkabel mit 2,0 bis 2,5 mm Durchmesser auf und arbeitet laut Datenblatt in einem Temperaturbereich von –40 bis +75 °C. Damit qualifiziert er sich auch für anspruchsvollere Umgebungen jenseits klimatisierter Serverräume, etwa in Telekommunikationsnetzen oder 5G-Infrastrukturen.
Kabelportfolio für den schrittweisen Umstieg
Rosenberger OSI liefert den MMC nicht als Einzelkomponente, sondern eingebettet in ein Produktprogramm aus Patch-, Fan-out- und Trunkkabeln. Ziel ist es, Betreibern bestehender Glasfaserinfrastrukturen eine schrittweise Migration zu Geschwindigkeiten von bis zu 800 GBit/s zu ermöglichen, ohne die gesamte passive Infrastruktur austauschen zu müssen. Der Stecker erfüllt die Anforderungen nach Telcordia GR-1435.
„Mit dieser Lösung adressieren wir die steigenden Anforderungen an Packungsdichte, Performance und Skalierbarkeit moderner Glasfasernetze”, sagt Harald Jungbäck, Produktmanager bei Rosenberger OSI.
(lb/Rosenberger OSI)