Kommentar

Chipmangel: Wie kann die deutsche Autoindustrie aus der Krise kommen?

Eine ganze Reihe scheinbar unzusammenhängender Ereignisse wie eine Dürre in Taiwan, ein Kälteeinbruch in Texas und natürlich die anhaltende Pandemie führte zu einem weltweiten, branchenübergreifenden Chipmangel.

Dies hat die Autoindustrie besonders hart getroffen, wobei große Hersteller wie Daimler und BMW ihre Produktion zurückfahren mussten.

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Jennifer Bisceglie, Gründerin und Geschäftsführerin bei Interos, kommentiert:

„Die Automobilindustrie, eigentlich jede Branche, benötigen eine ganzheitlichere und umfassendere Untersuchung ihrer Lieferketten. Dies erfordert ein konsequentes und transparentes Monitoring, das Liefer- und Produktionswege kontinuierlich abbildet, überwacht und modelliert – und zwar bis auf die letzte Ebene.

Angesichts der anhaltenden Knappheit haben viele Automobilhersteller ihr Augenmerk auf widerstandsfähigere Wettbewerber wie Toyota gerichtet. Nach dem Erdbeben in Fukushima vor 10 Jahren begann Toyota damit, von den Lieferanten wichtiger Teile, darunter auch Chips, zu verlangen, dass sie einen Vorrat von etwa 6 Monaten anlegen. Ein Ansatz, der in der Vergangenheit wie Mikromanagement aussah. In unserem Zeitalter der Unterbrechungen ist es jedoch klar, dass dieses Maß an Transparenz und Widerstandsfähigkeit der Lieferkette von großer Bedeutung ist.

Die Automobilhersteller überdenken auch den Just-in-Time (JiT)-Ansatz, aber der derzeitige Engpass war abzusehen. Aufgrund der Komplexität des Halbleiterherstellungszyklus wird ein JiT nicht ausreichen. Das bedeutet nicht, dass die Hersteller versuchen können, dieses Problem mit solch bewährten Managementstrategien zu lösen, aber es besteht ein zusätzlicher Anreiz, Echtzeittransparenz in ihren Lieferketten zu entwickeln, damit sie Störungen wie den aktuellen Engpass rechtzeitig erkennen und genau so viel vorrätig halten können, wie sie benötigen.”

Jennifer Bisceglie, Gründerin und Geschäftsführerin bei Interos

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