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David DennisAuf den Siegeszug der Virtualisierung springen immer mehr Anbieter von Open-Source-Lösungen auf. Microsoft jedoch schottet sich auf Windwos-Systeme ab. Ist das vorausschauende Strategie oder bedenklicher Tunnelblick? Ein Kommentar von David Dennis, GroundWork.

Das moderne Rechenzentrum muss nicht mehr endlose Regaltürme beherbergen, sondern ist mittlerweile im virtuellen Zeitalter mit Public und Private Clouds, Containern, konvergenten Servern und weiteren Formen von Software-Defined-Lösungen angekommen. So sind heute 80 Prozent des Datenaufkommens virtualisiert – meist unter Nutzung heterogener Umgebungen. Damit ist ein neues Marktsegment entstanden, in dem neue Player ihre Chance suchen. Selbst VMware, lange unangefochtener Pionier in diesem Bereich, gerät durch OpenSource-Angebote wie KVM, OpenStack, Linux Container oder Docker unter Druck. Deren Open-Source-Lösungen setzen unter anderem auf Representational State Transfer (REST) APIs für eine einfache Integration mit Steuerungselementen und Anwendungen unabhängig von der genutzten Plattform.

Zu diesem neuen Trend äußert sich David Dennis, Vice President Marketing & Products bei GroundWork:

„Dies ist ein ganz natürlicher Vorgang, der wieder einmal zeigt, dass sich Trends nicht steuern lassen. In jeder neuen Entwicklungsphase kommen neue Player hinzu und etablierte Schwergewichte müssen sich aus dem Markt verabschieden. Entweder man passt sich an und bringt neue Ideen ein oder man verschwindet von der Bildfläche. VMware hat aber auch schon geantwortet: mit einer Open REST API für VSphere und weiteren Komponenten. Diese API ist sehr gut gelungen, denn sie erlaubt die Integration mit nahezu allen Elementen in einem heterogenen Rechenzentrum – und darauf kommt es schließlich an.

Wie sieht es also mit den anderen Schwergewichten aus? Die Frage, ob Microsoft bald ernsthaft auf den Plan tritt, ist für mich sehr zweifelhaft, denn die eigens entwickelte API mithilfe von WMI (Windows Management Instrumentation) läuft seltsamerweise nur auf Windows. Das hat ein Mitarbeiter auf dem Microsoft Technet Forum auf Anfrage bestätigt und gleichzeitig versucht, Kunden davon zu überzeugen, von VMware zu Microsoft Hyper-V zu wechseln. Dadurch manövriert sich Microsoft jedoch endgültig ins Abseits und Hyper-V wird aus meiner Sicht vollkommen überflüssig. Vielleicht ist die Plattformbeschränkung Strategie mit langer Vorlaufzeit; die Umsetzung erscheint jedoch sehr problematisch. Oder Microsoft zieht sich bewusst auf die eigene Scholle zurück und hofft, dass die IT-Welt von selbst auf den Microsoft-Zug aufspringt. Das ist schade, denn Microsoft könnte als einer der wenigen Player überhaupt VMware herausfordern.

Natürlich ist ein harter Wettbewerb gesund und belebt die Weiterentwicklung der Technologien und des Marktes. Am interessantesten sind dabei natürlich die Auseinandersetzungen zwischen einem David und einem Goliath. So bleiben beide Seiten im ständigen Austausch und die ständige Konfrontation befruchtet beide in ihren Anstrengungen zu immer besseren Leistungen. Aber der Kampf, den Microsoft führt, findet von Anfang an auf einem Abstellgleis statt.

Alle, die mit Big Data, Web-Skalierung mit Autoskalierung und Orchestrierung zwischen Anwendungen und Virtualisation Hypervisor zu tun haben, sollen sich also so lange gedulden, bis auch Hyper-V endlich die Welt der Open APIs betreten hat.“

www.gwos.com

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