KI-Nutzung wächst schneller als die Sicherheitskonzepte

Verstöße gegen Datenrichtlinien mit GenAI verdoppeln sich

GenAI

Der Einsatz generativer KI in Unternehmen nimmt rasant zu. Laut dem aktuellen Cloud and Threat Report 2026 der Firma Netskope entwickelt sich die Nutzung deutlich schneller als die dazugehörigen Schutzmaßnahmen.

Während KI Anwendungen zunehmend zum Arbeitsalltag gehören, geraten etablierte Sicherheitsmechanismen immer stärker unter Druck.

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Schatten KI als unterschätztes Risiko

Viele Unternehmen versuchen, den Einsatz von KI über offiziell freigegebene Tools zu steuern. Dennoch zeigt sich ein anderes Bild. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten greift weiterhin auf private KI Konten zurück, um berufliche Aufgaben zu erledigen. Dadurch gelangen sensible Informationen in unkontrollierte Umgebungen. Die Zahl der sicherheitsrelevanten Vorfälle im Zusammenhang mit KI hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Besonders problematisch ist, dass regulierte Daten, Quellcode und geistiges Eigentum häufig ungeschützt in KI Anwendungen eingegeben werden.

Intensivere Nutzung verschärft die Lage

Nicht nur die Anzahl der KI Nutzer steigt, auch die Nutzungsintensität nimmt stark zu. Die Menge der an KI Systeme gesendeten Eingaben hat sich innerhalb eines Jahres vervielfacht. Diese Entwicklung erhöht das Risiko von Datenabflüssen erheblich. Unternehmen verzeichnen monatlich hunderte sicherheitsrelevante Ereignisse durch KI Nutzung. In besonders stark betroffenen Organisationen sind es sogar mehrere tausend Vorfälle pro Monat.

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Persönliche Cloud Dienste als Einfallstor

Ein großer Teil der Insider Risiken hängt mit privaten Cloud Anwendungen zusammen. Dienste für Dateispeicherung und Zusammenarbeit werden häufig außerhalb der offiziellen IT Vorgaben genutzt. Die Kombination aus privaten Cloud Konten und generativer KI verstärkt diese Risiken zusätzlich. Mehr als die Hälfte aller dokumentierten Richtlinienverstöße betrifft besonders schützenswerte Daten aus Bereichen wie Finanzen, Gesundheit oder Personalwesen.

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Neue Risiken durch autonome KI Systeme

Für das Jahr 2026 erwarten die Autoren des Reports eine weitere Zuspitzung der Lage durch sogenannte agentische KI Systeme. Diese können eigenständig Aufgaben ausführen und auf verschiedene Unternehmensressourcen zugreifen. Fehlkonfigurationen oder manipulierte Eingaben können in solchen Szenarien innerhalb kürzester Zeit umfangreiche Datenabflüsse verursachen. Auch KI gestützte Browser und neue Schnittstellen zur Kontextsteuerung von Modellen gelten als zusätzliche Angriffsflächen.

Sicherheitsstrategien müssen angepasst werden

Um den wachsenden Risiken zu begegnen, empfiehlt der Bericht eine grundlegende Anpassung der Sicherheitsarchitektur. Dazu gehört eine vollständige Analyse des gesamten Webverkehrs inklusive KI bezogener Datenströme. Unternehmen sollten außerdem klar regeln, welche KI Anwendungen genutzt werden dürfen und risikoreiche Tools konsequent ausschließen. Ein stärkerer Fokus auf den Schutz sensibler Daten sowie technische Maßnahmen zur Isolierung potenziell gefährlicher Inhalte gelten als zentrale Bausteine für mehr Sicherheit.

Generative KI verändert Arbeitsprozesse grundlegend, stellt Unternehmen jedoch gleichzeitig vor neue sicherheitsrelevante Herausforderungen. Ohne klare Regeln, transparente Nutzung und moderne Schutzkonzepte drohen Datenverluste in großem Umfang. Der Bericht von Netskope macht deutlich, dass Datensicherheit mit der Geschwindigkeit der KI Entwicklung Schritt halten muss, um langfristig beherrschbar zu bleiben.

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Pauline Dornig joined the IT Verlag team as an online editor in May 2020. (pd)
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