Learning by doing

Promptathon: Der Shortcut für die erfolgreiche Einführung von KI 

KI-Einfuehrung-Prompt

Für Führungskräfte im Bereich Infrastructure & Operations (I&O) stellt sich die Einführung von KI komplex und herausfordernd dar: CEOs fordern, dass KI sofort zum Wettbewerbsvorteil wird.

CIOs setzen auf eine Modernisierung – schneller als Budgets, Architekturen oder Teams es zulassen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Stabilität, Sicherheit und Verfügbarkeit. Und während das Tagesgeschäft unvermindert weiterläuft, erwartet das gesamte Unternehmen, dass die IT „KI ermöglicht“.

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Eine aktuelle Umfrage verdeutlicht die Lage in Unternehmen: 80 Prozent der I&O-Führungskräfte sehen ihre Infrastruktur als geschäftskritisch, fast die Hälfte soll KI-Innovationen ermöglichen. Doch nur 38 Prozent fühlen sich dafür gut vorbereitet. Der Rest reagiert, statt zu gestalten.

Das Grundproblem ist bekannt: Zuverlässigkeit und Innovationsgeschwindigkeit scheinen sich zu widersprechen. Fragmentiertes Wissen, mangelnde Transparenz in hybriden Umgebungen und operative Dauerlast verschärfen die Situation. Gleichzeitig wartet KI nicht, bis die Strukturen perfekt sind. Experimente finden längst statt, ob gesteuert oder nicht. Wenn I&O keinen Rahmen vorgibt, entstehen unkontrollierte Schattenlösungen.

Der Promptathon: Learning by doing

Wir sind hier intern bei Netskope pragmatisch vorgegangen: Es wurde bewusst ein kontrollierter, unternehmensweit akzeptierter Raum für KI-Experimente geschaffen. Ziel war nicht die perfekte Governance, sondern ein schneller, sicherer Einstieg mit klaren Grenzen.

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Der Anspruch dahinter war einfach: Mitarbeitende sollten KI nicht nur verstehen, sondern konkret anwenden – auch außerhalb der IT. Denn nachhaltiger Nutzen entsteht dort, wo reale Arbeitsabläufe verbessert werden. Statt auf vollständige Reife zu warten, wurden Schutzmechanismen definiert, Risiken begrenzt und bewusst Freiraum zugelassen. Das Ergebnis war kein Kontrollverlust, sondern beschleunigtes Lernen.

Der sogenannte Promptathon folgt dem Prinzip eines Hackathons, mit Fokus auf KI und Prompt Engineering. Mitarbeitende aus dem gesamten Unternehmen arbeiteten in kleinen Teams an konkreten, selbst identifizierten Business-Problemen. 

Unternehmensintern reichten fast 600 Teilnehmende aus 17 Abteilungen und 20 Ländern rund 100 Projekte ein: von personalisierter Vertriebsunterstützung über beschleunigte Qualitätssicherung bis hin zur automatisierten Dokumentation von Videoinhalten. Besonders wertvoll war die Beteiligung von Mitarbeitenden, die sonst kaum mit neuen Technologien experimentieren.

Der Effekt war messbar: Die KI-Nutzung im Unternehmen verdoppelte sich und blieb dauerhaft auf diesem Niveau. Nicht aus Pflicht, sondern weil der Nutzen im Alltag sichtbar wurde. Ergänzend entstand eine Bibliothek mit wiederverwendbaren Ergebnissen, um den Transfer in den täglichen Betrieb sicherzustellen.

Experimentieren lohnt sich!

Ein solcher Ansatz kostet Zeit. Einige operative Aufgaben müssen kurzfristig zurückgestellt werden. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus strategischer Abwägung. Entscheidend ist dabei eine einfache Frage: Wie groß ist das realistische Risiko des Wartens bei der Einführung von KI?

I&O kann nicht alles parallel leisten. Entscheider müssen die Auswirkungen, Alternativen und Risiken transparent bewerten, statt reflexhaft jede Innovation zu verschieben. Beim Promptathon konnte mit dem Rückhalt der Geschäftsleitung klar dargelegt werden, dass die langfristigen Produktivitätsgewinne die kurzfristige Verzögerung einzelner Prozesse überwiegen.

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Fünf Erfolgsfaktoren für die nachhaltige KI-Einführung

Klare Unterstützung von oben

Sichtbares Engagement des CIOs schafft Vertrauen und Momentum.

Greifbare Anreize

„Gamification“ und Symbole der Zugehörigkeit senken Hemmschwellen, sich mit komplexer Technologie zu befassen, besonders in Teams außerhalb der IT. 

Sichere Befähigung statt Einschränkung

Wer Risiken versteht und absichert, ermöglicht eine verantwortungsvolle Umgebung. Wenn Mitarbeitende sich sicher fühlen, experimentieren sie, und wenn sie experimentieren, lernen sie. 

Anerkennung schafft Dynamik

Sichtbarkeit und Wertschätzung wirken. Den Gewinnerteams eine Bühne zum Beispiel im Stil der TED-Talks zu geben, sorgt zudem dafür, dass die Use-Cases im Unternehmen sichtbar werden und Nachahmer finden.

Nachhaltigkeit einplanen

Ein Promptathon darf nicht im Sande verlaufen. Ergebnisse müssen dokumentiert, weiterentwickelt und operationalisiert werden, damit das Wissen skalierbar bleibt. 

Für I&O-Teams, die zwischen Stabilität und Innovation balancieren, sind strukturierte Experimente kein Luxus, sondern ein Führungsinstrument. Sie reduzieren Schatten-IT, machen reale Use Cases sichtbar und positionieren I&O dort, wo es im KI-Zeitalter hingehört: im Zentrum des Fortschritts.

Der Kern ist simpel: Erwachsene lernen durch Handeln. Wer die KI-Einführung beschleunigen will, muss Experimente ermöglichen.

Matchey

Elena

Matchey

Senior Director IT Infrastructure & Operations

Netskope

Elena Matchey ist eine Technologieexpertin für die Transformation an der Schnittstelle von IT, Sicherheit und Analytik. Als Senior Director IT Infrastructure & Operations bei Netskope leitet sie ein Team, das für eine nahtlose, sichere und effiziente Technologieumgebung verantwortlich ist und gleichzeitig die IT-Strategie mit den Geschäftsprioritäten in Einklang bringt.
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