Viele Unternehmen wollen Oracle Java verlassen, um Lizenzkosten zu sparen. Doch es lohnt sich, über den Tellerrand hinauszublicken: Wer Java nicht nur lizenzseitig optimiert, sondern die gesamte Laufzeitumgebung modernisiert, kann seine Anwendungen schneller, stabiler und deutlich ressourceneffizienter betreiben.
So reduzieren Unternehmen ihre Cloud-Kosten und steigern gleichzeitig die Produktivität.
Seit Oracle seine Lizenzbedingungen für Oracle Java geändert hat, sehen sich Kunden mit explodierenden Kosten konfrontiert. Nicht nur fallen für die kommerzielle Java-Nutzung unter der OTNLA-Lizenz (Oracle Technology Network License Agreement) Gebühren für einst kostenlose Produkte an. Die Berechnung erfolgt auf Basis einer Metrik, die für die Kunden höchst unvorteilhaft ist: nach Mitarbeiterzahl, einschließlich der Auftragnehmer, und nicht nach Verbrauch. Die überwältigende Mehrheit (88 Prozent) der Oracle Java-Nutzer überlegt daher, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, so der Azul State of Java Survey & Report von 2025. Denn mit einer alternativen, vollkompatiblen OpenJDK-Distribution lassen sich bei gleichbleibender Funktionalität rund 70 Prozent der Lizenzkosten sparen. Doch die Lizenzgebühren sind nur ein Baustein, wenn es darum geht, das IT-Budget zu entlasten. Genauso wichtig ist die Optimierung der Java-Umgebung. Denn so können Unternehmen ihre Applikations-Performance verbessern und die Cloud-Ausgaben senken. Erst die Summe der Maßnahmen bringt maximale Kostenersparnis.
Wie Java und Cloud-Kosten zusammenhängen
Java zählt nach wie vor zu den beliebtesten Programmiersprachen und ist tief in zentralen Enterprise-Applikationen verwurzelt. Auch in der Cloud kommt sie daher häufig zum Einsatz, sei es, weil Unternehmen bestehende Workloads migrieren oder Cloud-native Anwendungen entwickeln. Dank ihrer Plattformunabhängigkeit ist Java für die Cloud prädestiniert und auch hervorragend für hybride Szenarien geeignet, da sich Anwendungen problemlos zwischen verschiedenen Umgebungen verschieben lassen. In der Praxis stellen die meisten Unternehmen mehr als die Hälfte ihrer gebuchten Public Cloud Ressourcen für ihre Java-Workloads bereit, so die Azul-Studie. Entsprechend groß ist der Einfluss von Java auf die Cloud-Kosten. Wenn man bedenkt, dass 71 Prozent der Befragten mehr als 20 Prozent der gebuchten Cloud-Kapazitäten gar nicht nutzen, wird deutlich, wie hoch das Einsparpotenzial ist. Die meisten Unternehmen provisionieren zu großzügig, um Spitzenlasten abzudecken und Engpässe zu vermeiden. Doch wer Geld für überflüssige Rechen- und Speicherleistung ausgibt, verschwendet nicht nur Ressourcen, sondern hat auch weniger Budget für andere Projekte. Die Java-Umgebung zu optimieren, spielt daher eine wichtige Rolle für den Geschäftserfolg. Grundsätzlich gibt es drei große Hebel: Geschwindigkeit, gleichmäßigere Auslastung und Elastizität.
Die Performance steigern
Wenn Java-Anwendungen schneller laufen, brauchen sie weniger Ressourcen und verursachen folglich weniger Kosten. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein gängiger Weg besteht darin, den Programmcode vor der Migration zu optimieren. Doch das ist aufwändig und kostet viel Zeit. Viel einfacher und effizienter ist die zweite Lösung: der Wechsel auf eine andere JVM (Java Virtual Machine). Denn die Performance-Unterschiede zwischen verschiedenen Laufzeitumgebungen sind erheblich. Wer auf eine JVM setzt, die den bestehenden Programmcode deutlich schneller ausführt, kann Cloud-Ressourcen sparen, ohne dass Änderungen an einer Applikation erforderlich sind. Dieser Geschwindigkeitsvorteil entsteht vor allem durch eine intelligentere Kompilierungstechnik. Ergänzend lohnt es sich zu prüfen, ob neuere, leistungsfähigere vCPUs beim Hyperscaler verfügbar sind. Da die technologische Entwicklung rasant voranschreitet, bieten die großen Cloud-Provider immer performantere Compute-Instanzen – oft sogar zum selben Preis. Ein Umstieg zahlt sich also aus.
Für gleichmäßigere Auslastung sorgen
Durch die schnellere und effizientere Ausführung der Java-Applikationen sinkt die Zahl der benötigten vCPUs. Trotzdem werden aber noch immer Ressourcen verschwendet, weil das Problem der Überprovisionierung bleibt. Die meisten Unternehmen dimensionieren ihre vCPUs so, dass ihre Java-Workloads selbst in Spitzenlasten nur etwa 30 Prozent der bereitgestellten Kapazität ausschöpfen. Über zwei Drittel der bezahlten Rechenleistung bleibt also ungenutzt. Der Grund dafür ist schlichtweg Angst vor Performance-Problemen. Unternehmen haben die Erfahrung gemacht, dass es zu höheren Latenzen kommt, wenn sie die vCPUs stärker auslasten. Niemand kann sich aber SLA-Verletzungen, eine schlechte Nutzererfahrung und Produktivitätseinbrüche leisten. Lösen lässt sich das Problem mit einer JVM, die Java-Anwendungen gleichmäßiger und stabiler ausführt. Wenn jede Instanz mehr Last verkraftet, bevor die Performance leidet, benötigen Unternehmen insgesamt weniger Ressourcen. Allein indem man die Spitzenlast von 30 auf 40 Prozent erhöht, können rund 25 Prozent der Instanzen abgeschaltet werden, während die verbleibenden mehr arbeiten.
Die Elastizität verbessern
Der dritte Hebel, um Cloud-Ressourcen zu sparen, liegt im schnelleren Hoch- und Runterfahren der Java-Instanzen. Denn meist gibt es im Tagesverlauf starke Lastschwankungen. In der Regel brauchen Applikationen nachts zum Beispiel weniger als die Hälfte der bereitgestellten Kapazität. Trotzdem laufen die Instanzen häufig weiter und werden nicht mit Autoscaling automatisch heruntergefahren. Der Grund dafür sind instabile Warm-up-Phasen, wenn neue Instanzen wieder starten: Während der ersten Sekunden oder Minuten reagieren diese langsamer und produzieren Fehler. Um solche Störungen zu vermeiden, verzichten Unternehmen lieber auf eine dynamische Skalierung und bezahlen für dauerhaft laufende Ressourcen, die sie gar nicht nutzen. Moderne Laufzeitumgebungen adressieren dieses Problem, indem sie neue Instanzen bereits beim Start mit vorkompilierten, erprobten Profilen versorgen. Dadurch entfallen die sonst üblichen Startschwächen und Autoscaling lässt sich ohne negative Auswirkungen auf die Servicequalität einsetzen. Noch besser wird die Skalierbarkeit, wenn man Teile der JVM in die Cloud auslagert. Dadurch können Optimierungen zentral als Service bereitgestellt werden und müssen nicht auf jedem Server separat erfolgen.
Leistungsstarke Java-Performance-Plattform steigert die Produktivität
Eine leistungsfähigere JVM spart nicht nur Cloud-Kosten, sondern wirkt sich direkt auf die Gesamtperformance von Anwendungen aus – und damit auf zentrale Geschäftskennzahlen. Wenn Java-Workloads schneller starten, stabiler laufen und mehr Vorgänge pro Sekunde verarbeiten können, steigt die Effizienz sowohl in kundenorientierten Anwendungen als auch in geschäftskritischen Backend-Systemen. Das hat unmittelbare Folgen für die Produktivität: Applikationen erreichen vom ersten Moment an ihr volles Leistungsniveau und liefern durchgängig ein reibungsloses Nutzererlebnis. So verbessern Unternehmen die Customer Experience und erschließen gleichzeitig zusätzliche Umsatzpotenziale durch höhere Verarbeitungskapazitäten und geringere Latenzen.
Fazit
Am besten lassen sich die genannten Vorteile mit einer Plattform realisieren, die sowohl eine moderne Hochleistungs-JVM als auch Optimierungs-Tools und Services bereitstellt. Denn um nachhaltige Einsparungen und Effizienzsteigerungen zu erzielen, sollten Unternehmen über den Oracle-Exit hinaus denken und ihre Java-Umgebung als strategischen Hebel für den Geschäftserfolg betrachten. Lizenzkosten zu sparen ist dabei nur ein Baustein. Moderne, hochoptimierte Laufzeitumgebungen, zum Beispiel eine leistungsstarke Java-Performance-Plattform, ermöglichen es, Anwendungen schneller, stabiler und ressourcenschonender zu betreiben – und damit sowohl Cloud-Kosten als auch betriebliche Risiken spürbar zu senken. Gleichzeitig schaffen sie die Grundlage für bessere Kundenerlebnisse und höhere Produktivität. So profitieren Unternehmen doppelt: durch geringere Betriebskosten und eine spürbar gesteigerte Wertschöpfung im Geschäftsbetrieb.