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Bild v.l.: Stefan Keller, CMO der noris network AG und Falk Weinreich, General Manager, OVHcloud Central Europe (Bildquelle: noris network AG)

Die Marktmacht der US-amerikanischen Cloud-Hyperscaler AWS, Microsoft & Co. ist erdrückend, die Nutzung ihrer Infrastrukturen aber birgt rechtliche Risiken für europäische Unternehmen. Jetzt kooperieren der europäische Cloud-Anbieter OVHcloud, OpenShift-Entwickler Red Hat und die Nürnberger noris network. Falk Weinreich, General Manager von OVHcloud Central Europe, und Stefan Keller, CMO der noris network AG, im Interview.

Guten Tag, können Sie kurz umreißen, worum es bei Ihrer Kooperation geht?

Stefan Keller: OVHcloud und noris network wollen gemeinsam eine Cloud-Lösung anbieten, die den Anforderungen europäischer Unternehmen besser entspricht. Kunden werden die Cloud-Infrastrukturen in den weltweit verteilten Rechenzentren von OVHcloud nutzen können. Aus diesem Grunde arbeiten wir seit letztem Jahr mit OVHcloud zusammen und bieten unseren Kunden Cloud und Managed Services über die Vertriebskanäle der noris network AG an. Um dieses Portfolio sinnvoll zu vergrößern, bieten wir nun auch OpenShift-Technologien auf Basis von Red Hat an, dem dritten Partner in unserer Allianz. Deren Technologie ist bewährt und viele, insbesondere größere Unternehmen, suchen und verlangen für die Basistechnologien ihrer Cloud-Lösungen einen Herstellersupport.

Falk Weinreich: Neben der Datensouveränität dieser Lösung – OVHcloud und noris network sind ja europäische Anbieter – gibt es eine weitere Besonderheit: noris network wird Unternehmen die gesamte Palette von Managed Services anbieten – vom Deployment sowie OS- und Web-Application-Server-Betrieb über das Monitoring bis hin zur IT-Security inklusive WAF, DDoS-Mitigation etc. So bietet unsere Kooperation mit noris network enormen Mehrwert für Unternehmen, denen Kompetenzen oder Kapazitäten fehlen, um sich allein auf die klickbaren Cloud Services der großen Anbieter verlassen zu können.

Stefan Keller: Ziel ist es, dass wir die Skalierbarkeit der weltweiten OVHcloud-Infrastruktur mit dem Angebot flexibler Managed Services verknüpfen. Unabhängig davon, wo die containerisierten Cloud-Anwendungen betrieben werden, wird alles über Managed-OpenShift-Plattformen gesteuert und hierfür können wir abgestufte, sehr flexible Managed Services anbieten.

Aber viele, auch große Unternehmen, nutzen bereits die Angebote von AWS, Microsoft & Co.

Falk Weinreich: Ja, das ist richtig. Oft haben diese aber angesichts der unsicheren Rechtslage ein etwas mulmiges Gefühl – und bisher war das für ein europaweit oder weltweit agierendes Unternehmen ja auch scheinbar alternativlos. Wir aber bieten diesen Unternehmen jetzt eine weitere Alternative. Sie erhalten mit der OVHcloud die gewünschte Skalierbarkeit, sind datensouverän und können sich von noris network helfen lassen. Und: OVHcloud und noris network sind keine unerfahrenen Newcomer, sondern Anbieter, die bereits viele und große Unternehmen betreuen. So wird OVHcloud beispielsweise als einziger europäischer Player in den Marktstudien von IDC und Forrester für Private- und Public-Cloud-Anbieter geführt.

Stefan Keller: Die rechtlichen Grauzonen werden häufig diskutiert. Aber oftmals sind es auch oder sogar mehr die fehlenden Fachkräfte und Unsicherheiten über das Vorgehen, die Unternehmen von der Cloud-Reise abhalten. Hat der Cloud-Guru in meinem kleinen IT-Team neben dem Aufbau einer fachlich herausragenden, hoch performanten Cloud-Lösung auch die Themen IT-Sicherheit, Audit oder automatisiertes Deployment auf dem Radar? Viele IT-Verantwortliche wissen, dass sie sich hier auf dünnem Eis bewegen und werden das Angebot von Managed Services als Fallback, Entlastung oder als Potenzial für Time to Market begrüßen.

Nachhaltigkeit auf ganzer Linie: patentierte wassergekühlte Server im Rechenzentrum von OVHcloud (Bildquelle © François LAFITE / OVHcloud)

 

Wie wird das technisch umgesetzt?

Falk Weinreich: OVHcloud betreibt weltweit 32 Rechenzentren. Infrastruktur und Server sind von uns selbst entwickelt und gebaut. Wir betreiben mehr als 400 000 Server, die in unseren eigenen Rechenzentren stehen. Alle Rechenzentren sind über breitbandige Glasfasernetzwerke redundant miteinander verbunden und verfügen über eine energieeffiziente und patentierte Wasserkühlung. Das ist eine sehr mächtige Infrastruktur, die es unseren Kunden ermöglicht, einfache Skalierungen über die Cloud-Plattform umzusetzen.

Stefan Keller: Zunächst über IPsec-VPN-Tunnel und schon bald über die noris network Cloud-Interconnect-Anbindung sind unsere Rechenzentren mit OVHcloud verbunden. Ob Cloud-Infrastruktur bei noris network oder OVHcloud, wir bauen auf Basis von GitLab, OpenShift und Prometheus-Systemen Administration, Deployment, Betrieb und Monitoring auf. Dort, wo klassische Systeme mit der Cloud-Infrastruktur verbunden werden müssen, bieten wir in unseren Rechenzentren hybride Infrastrukturen dafür. Die Kunden können ihre Cloud-Lösungen über diese Systeme selbst steuern oder von Betrieb über Monitoring bis IT-Security auch im 24/7 Network Operation Center und Security Operation Center als Managed Services buchen. Wir bieten das – auch auf Basis anderer Technologien – schon in den eigenen Rechenzentren an, aber mit dem Zugriff auf die weltweite OVHcloud bekommt das für viele Kunden eine ganz andere Qualität.

Welche Unternehmen wollen Sie dafür gewinnen? Ist das nicht nur für große Unternehmen interessant?

Stefan Keller: So eng würde ich den Kreis potenzieller Kunden nicht ziehen. SaaS-Anbieter in den Bereichen HR oder FinTech sind nicht unbedingt groß, brauchen aber trotzdem regional verteilte Cloud-Ressourcen, um ihren Kunden die gewünschte Performance bieten zu können. Auch könnte es sein, dass Unternehmen bereits Anwendungen in den Clouds der Hyperscaler fahren, aber für ausgesuchte Anwendungen mit sensibleren Daten eine rechtssichere Alternative wollen. Und nicht vergessen: Viele Unternehmen beginnen ihre Cloud-Reise erst und wollen diese mit kompetenter Beratung und externer Unterstützung beschleunigen und absichern.

Falk Weinreich: Vielleicht darf ich kurz berichten, wie Red Hat und wir auf noris network gekommen sind. Technologisch bieten Red Hat und wir alles, was es braucht. Aber wir wissen aus vielen Kundengesprächen, dass Unternehmen sich mehr Unterstützung wünschen. Red Hat und wir sind dann völlig unabhängig mit dem gleichen Partnervorschlag gekommen: noris network. Auch weil uns Kunden und Partner von den reibungslosen Audits und der Flexibilität bei Lösungen sowie im Servicemix der noris network berichtet haben. Das hat sich für mich auch bestätigt. Wir sind bei unserem Kooperationsprojekt enorm schnell vorangekommen. Die Teams von noris network kennen die Anforderungen von Finanzdienstleistern, großen Automotive- und Industrieunternehmen sowie im Public-Bereich – und das sind ja genau die Branchen und Segmente, die auf datensouveräne Cloud-Lösungen angewiesen sind.

Wie realistisch ist das auf Dauer? Können europäische Open-Source-Lösungen neben den Hyperscalern Bestand haben?

Falk Weinreich: Ich bin davon überzeugt, dass Open-Source-Lösungen eine sehr attraktive Alternative darstellen. Durch die große Community entwickeln sich Features dynamisch weiter und können mit den Entwicklerabteilungen von großen Konzernen durchaus mithalten. Hier steckt wahnsinnig viel Innovationspotenzial. Unternehmen, denen eine rechtssichere, transparente Cloud-Lösung ohne Vendor-Lock-in-Effekt auf technologisch hohem Niveau wichtig sind, können nun mit sensiblen Daten in eine europäische Cloud. Der Markt ist groß genug für mehrere Player, die sich in ihrem Angebot differenzieren und dadurch attraktive Optionen für Unternehmen schaffen.

Stefan Keller: Ich bin da realistisch und das Modell der Hyperscaler hat durchaus seine Berechtigung. Werden alle Unternehmen auf unsere Lösung setzen? Eher nein. Werden wir für einige Unternehmen eine rechtssichere und technologisch attraktive Alternative bieten können? Ja, da bin ich mir sicher. Wir bei noris network denken kundenorientiert und Fakt ist, dass wir mit unserer Kooperation einige Hindernisse aus dem Weg räumen, die Unternehmen den Weg in die Cloud versperren oder beschwerlich machen. Die Entscheidung treffen die Unternehmen, aber unsere Lösung nimmt in der Cloud-Debatte den Zögerlichen ein paar Einwände und liefert den Befürwortern neue Argumente. Ich finde, das kann sich sehen lassen.

www.noris.de
 


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