Kommunikationspannen

Lizenz-Aus bei Microsoft: Tausende Non-Profit-Organisationen verlieren OneDrive-Daten

Schwachstelle in Microsoft OneDrive
Quelle: rafapress / Shutterstock.com

Nach der Einstellung kostenloser Microsoft-365-Grants berichten gemeinnützige Organisationen über den dauerhaften Verlust wichtiger OneDrive-Daten.

Mehrere Tausend gemeinnützige Organisationen (NGOs) stehen vor den Trümmern ihrer digitalen Infrastruktur. Auslöser ist die Einstellung kostenloser Förderlizenzen („Grants“) für Microsoft 365 Business Premium und Office 365 E1 durch Microsoft. Nach Ablauf der Umstellungsfristen wurden bei betroffenen Organisationen die hinterlegten OneDrive-Speicher gelöscht.

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In Foren sowie Medienberichten (u. a. bei Slate) schildern Betroffene drastische Fälle:

  • Massiver Datenverlust: Laut Angaben eines Microsoft-Supportmitarbeiters sollen rund 171.000 kleine Nichtregierungsorganisationen Dateien in ihren OneDrive-Konten verloren haben.
  • Vorzeitige Löschung: Die Umweltorganisation Canopy erlitt einen Totalverlust ihrer Daten bereits im Juni 2026, obwohl ihr von Microsoft ein Zugriff bis Oktober 2026 zugesagt worden war.
  • Kritische Betriebsausfälle: Eine medizinische Einrichtung für Kinder verlor über 500 Gigabyte an Daten und den Zugang zu wichtigen Apps, da die Lizenzbeendigung unbemerkt blieb.

Kommunikationspannen bei OneDrive und Microsofts Begründung

Microsoft verweist darauf, die Umstellung bereits im Mai 2025 angekündigt und Kunden zum Wechsel auf alternative Angebote (wie Microsoft 365 Business Basic) oder rabattierte Tarife aufgerufen zu haben. Dennoch trafen die Löschungen viele Organisationen unvorbereitet:

  • Spam-Filter als Stolperstein: Zahlreiche Benachrichtigungen des Microsoft-Adminteams landeten in Spam-Ordnern der Organisationen, weshalb Fristen versäumt wurden.
  • Keine Wiederherstellung: Obwohl der Microsoft-Support Betroffenen zunächst Hoffnung machte, erklärten Techniker die gelöschten Dateien später für unwiederbringlich verloren.
  • Konsolidierung des Förderprogramms: Microsoft begründete den Schritt damit, das globale Grant-Portfolio für Non-Profit-Kunden zu vereinfachen und zu straffen.

(red)

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