Illegales Streaming im Sport

Fastly und Laliga entwickeln Echtzeit-System gegen illegale Fußball-Streams

software, Piraterie

Die digitale Verbreitung von Live-Sport hat neue Möglichkeiten geschaffen, aber auch ein wachsendes Problem verstärkt: die unautorisierte Weitergabe von Übertragungen.

Besonders im Fußball zählt Live-Piraterie zu den größten Herausforderungen für Rechteinhaber. Fastly arbeitet deshalb gemeinsam mit dem spanischen Fußballverband Laliga an technischen Lösungen, um illegale Streams gezielt zu erkennen und einzudämmen.

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Für Laliga ist das Problem nicht nur technischer, sondern auch wirtschaftlicher Natur. Der Verband geht davon aus, dass durch Piraterie jährlich Einnahmen in Höhe von rund 700 bis 800 Millionen US-Dollar verloren gehen. Vor diesem Hintergrund wurde die Zusammenarbeit mit Fastly gestartet, um neue Wege zur Bekämpfung von illegalen Live-Übertragungen zu entwickeln.

Die Kooperation konzentriert sich insbesondere auf Spieltage, an denen regelmäßig zahlreiche nicht autorisierte Streaming-Angebote parallel aktiv sind.

Technische Ansätze zur Erkennung in Echtzeit

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Initiative steht ein System zur automatisierten Erkennung illegaler Streams. Fastly hat dafür eine Lösung entwickelt, die auf künstlicher Intelligenz und eigenen Inhalts-Signalen basiert. Ziel ist es, nicht autorisierte Übertragungen möglichst früh zu identifizieren und direkt zu unterbinden.

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Dabei geht es vor allem um Geschwindigkeit und Präzision. Je schneller ein illegaler Stream erkannt wird, desto geringer ist der wirtschaftliche Schaden für Rechteinhaber und desto kürzer bleibt die Zeitspanne, in der Inhalte unkontrolliert verbreitet werden.

Eine Studie von Grant Thornton aus dem Jahr 2025 zeigt die Dimension des Problems: Im Jahr 2024 wurden weltweit mindestens 10,8 Millionen unautorisierte Übertragungen von Live-Events registriert. Mehr als 81 Prozent davon wurden nie gestoppt, und nur ein kleiner Anteil von 2,7 Prozent innerhalb der ersten 30 Minuten eines Events.

Kombination aus Technologie und Strategie

Die Zusammenarbeit zwischen Fastly und Laliga basiert nicht allein auf technischer Erkennung, sondern auf einem umfassenderen Ansatz. Neben der Identifikation illegaler Inhalte geht es auch darum, diese gezielt und möglichst präzise zu entfernen, ohne den regulären Datenverkehr zu beeinträchtigen.

Der Fokus liegt dabei auf einem differenzierten Vorgehen: Statt großflächiger Sperrmaßnahmen sollen einzelne illegale Streams isoliert werden. So bleibt der Zugang für legitime Nutzer unbeeinträchtigt.

Laliga berichtet bereits über Fortschritte durch eine mehrschichtige Strategie, die rechtliche, organisatorische und technologische Maßnahmen kombiniert. Nach Angaben von Verbandspräsident Javier Tebas konnte die Piraterie in der Saison 2024/25 in Spanien deutlich reduziert werden. Er betont, dass dieser Erfolg auch auf Partner wie Fastly zurückzuführen sei, die neue technische Möglichkeiten in die Praxis bringen.

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Zusammenarbeit im größeren digitalen Ökosystem

Die Initiative ist Teil eines breiteren Ansatzes, bei dem Technologieunternehmen, Medienhäuser und Regulierungsbehörden zusammenarbeiten. Ziel ist es, Standards und Verfahren zu entwickeln, mit denen sich nicht autorisierte Streams schneller erkennen und entfernen lassen.

Dabei geht es auch um den Schutz geistigen Eigentums und die wirtschaftliche Stabilität der Sport- und Medienbranche. Fastly und Laliga sehen die Kooperation als Beitrag zu einem vertrauenswürdigeren digitalen Umfeld, in dem Inhalte besser geschützt und gleichzeitig Nutzererlebnisse nicht beeinträchtigt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die präzise Identifikation von Pirateriequellen, ohne großflächige Eingriffe in bestehende Netzwerke vorzunehmen.

Technologische Präzision statt pauschaler Sperren

Fastly betont, dass der Ansatz bewusst auf Genauigkeit statt auf großflächige Blockaden setzt. Ziel ist es, illegale Inhalte zu entfernen, während Fans offizielle Übertragungen ohne Einschränkungen nutzen können.

Die Entwicklung solcher Systeme zeigt, wie stark sich die Rolle von Cloud- und Edge-Technologien im Kampf gegen digitale Urheberrechtsverletzungen verändert. Statt nachträglicher Reaktion steht zunehmend die Echtzeit-Erkennung im Vordergrund.

Damit wird deutlich, dass der Schutz von Live-Inhalten im Internet nicht mehr nur eine rechtliche, sondern vor allem eine technische Herausforderung ist, bei der Geschwindigkeit und Präzision entscheidend sind.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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