In der Formel 1 entscheidet nicht nur die Geschwindigkeit auf der Strecke über den Erfolg. Auch der Schutz sensibler Daten spielt eine immer größere Rolle.
Rennstrategie, Telemetrie und technische Entwicklungen werden digital verarbeitet und in Echtzeit zwischen Werk und Rennstrecke ausgetauscht. Dadurch entsteht eine komplexe IT-Infrastruktur, die zunehmend zum Ziel von Cyberangriffen werden kann.
Der Sicherheitsanbieter Keeper Security arbeitet deshalb seit 2024 mit dem Atlassian Williams Formula One Team zusammen, um die Identitätssicherheit und den Zugriff auf kritische Systeme zu schützen.
Identität als zentraler Sicherheitsfaktor
Moderne Cyberangriffe konzentrieren sich immer häufiger auf Zugangsdaten und privilegierte Konten. Angreifer versuchen dabei weniger, Systeme technisch zu überwinden, sondern nutzen gestohlene oder missbrauchte Anmeldedaten.
Darren Guccione, CEO und Mitgründer von Keeper Security, beschreibt diese Entwicklung so: „Cyberkriminelle brechen nicht einfach nur ein, sie loggen sich ein.“
Gerade in hochvernetzten Umgebungen wie der Formel 1 kann ein kompromittierter Zugang schwerwiegende Folgen haben. Teams arbeiten mit verteilten Cloud-Systemen, mobilen Geräten und zahlreichen Nutzern, die rund um den Globus Zugriff auf wichtige Daten benötigen.
Datenflut am Rennwochenende
Ein Formel-1-Team produziert während eines Rennwochenendes enorme Datenmengen. Telemetriedaten, Fahrzeugparameter, technische Designs und strategische Analysen entstehen in großen Mengen und müssen sofort ausgewertet werden.
Gleichzeitig greifen Ingenieure, Strategen und technische Spezialisten sowohl im Teamhauptquartier als auch direkt an der Strecke auf diese Informationen zu. Das erfordert schnelle und zugleich sichere Zugriffsmöglichkeiten.
Beim Williams-Team kommen dafür Lösungen zur Identitätssicherheit und zum privilegierten Zugriffsmanagement zum Einsatz, darunter die Plattform KeeperPAM. Sie verwaltet Passwörter, Passkeys und andere sensible Zugangsdaten und kontrolliert privilegierte Benutzerkonten über zahlreiche Geräte und Standorte hinweg.
Zero-Trust als Sicherheitsstrategie
Ein wichtiger Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte ist der sogenannte Zero-Trust-Ansatz. Dabei wird grundsätzlich keinem Nutzer oder Gerät automatisch vertraut. Jeder Zugriff muss überprüft und authentifiziert werden.
Für Teams wie Williams bedeutet das, dass Benutzer, Geräte und Sitzungen kontinuierlich kontrolliert werden – sowohl im Werk im britischen Grove als auch an den Rennstrecken rund um den Globus.
James Kent, Trackside Technology Principal beim Atlassian Williams F1 Team, beschreibt den Ansatz so: „Aus Sicht der Cybersicherheit befinden wir uns bei Williams in einer Phase, in der wir das Profil für den Zugriff mit geringsten Berechtigungen verschärfen.“
Das Prinzip der minimalen Rechte sorgt dafür, dass jeder Nutzer nur auf genau die Daten und Systeme zugreifen kann, die für seine Aufgabe erforderlich sind.
In der Formel 1 muss IT-Sicherheit mit extrem schnellen Arbeitsabläufen kompatibel sein. Während eines Rennens werden Entscheidungen in Sekunden getroffen. Verzögerungen durch komplizierte Sicherheitsprozesse wären problematisch.
Deshalb zielen moderne Sicherheitsplattformen darauf ab, Zugriffskontrollen zu automatisieren und gleichzeitig Transparenz über alle Aktivitäten zu schaffen. Für Ingenieure und Support-Teams bedeutet das schnellere Workflows bei der Verwaltung von Zugangsdaten und gleichzeitig besseren Schutz sensibler Informationen.
Bedeutung für Unternehmen außerhalb des Motorsports
Die Erfahrungen aus der Formel 1 zeigen, wie wichtig Identitätssicherheit in stark digitalisierten Organisationen geworden ist. Unternehmen arbeiten heute ebenfalls mit verteilten Teams, Cloud-Plattformen und sensiblen Datenbeständen.
Der Schutz von Zugangsdaten, privilegierten Konten und digitalen Identitäten wird daher zunehmend zu einem strategischen Bestandteil moderner IT-Sicherheitskonzepte.
Die Zusammenarbeit zwischen Keeper Security und dem Williams-Team verdeutlicht, dass leistungsstarke IT-Systeme und hohe Sicherheitsstandards kein Widerspruch sein müssen. In datenintensiven Umgebungen kann eine konsequent umgesetzte Zugriffssicherheit sogar zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.