Dennis Monner ist seit Oktober 2025 CEO von Open Systems. In seinen ersten 100 Tagen hat er den Fokus ganz deutlich auf Umsetzung, Kundennähe und Positionierung gelegt. Ein sichtbarer Meilenstein dieser Phase ist das Label „Swiss Made Software“– ein Nachweis überprüfbarer Wertschöpfung in der Schweiz.
Im Gespräch mit Carina Mitzschke, Redakteurin it security, erläutert Monner, warum Transparenz, Datenhoheit und operativer Betrieb für IT-Entscheider zunehmend entscheidender werden.
Carina Mitzschke: Herr Monner, Sie sind nun seit 100 Tagen CEO von Open Systems. Welche erste Bilanz ziehen Sie, und was waren die wichtigsten Meilensteine in dieser Anfangsphase?
Dennis Monner: Die ersten 100 Tage waren eine Umsetzungsphase. Open Systems ist ein rund 100-Millionen-US-Dollar-Unternehmen, das nicht neu erfunden werden muss, sondern eines, dessen Profil und Positionierung wir schärfen müssen. Ganz praktisch bedeutet das, Entscheidungswege verkürzen, Verantwortlichkeiten klarstellen und die Nähe zu unseren Kunden intensivieren. Meine Aufgabe ist es, unsere Stärken noch sichtbarer zu machen und konsequent in nachhaltiges Wachstum zu übersetzen.
Sie kamen mit dem Ziel ins Unternehmen, nachhaltiges Wachstum und Marktnähe zu stärken. Welche Marktsegmente und Partnerschaften stehen dabei im Fokus?
Dennis Monner: Wir konzentrieren uns vor allem auf: regulierte Branchen, kritische Infrastrukturen und globale Organisationen mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Compliance und Betriebssicherheit. Unsere größten Kunden betreiben Umgebungen mit bis zu 60.000 Mitarbeitenden weltweit. In dieser Größenordnung geht es weniger um einzelne Features. Entscheidend sind vielmehr Zuverlässigkeit, Transparenz und ob sich Sicherheit langfristig stabil betreiben lässt.
Das Label „Swiss Made Software“ ist eine der ersten großen Auszeichnungen unter Ihrer Führung. Was bedeutet das Label konkret für Open Systems und seine Kunden?
Dennis Monner: Das Label ist kein Marketing-Preis, sondern ein überprüfbarer Nachweis realer Wertschöpfung. Es bestätigt, dass der wesentliche Teil unserer Entwicklungs- und Produktionsleistung in der Schweiz stattfindet und dass Open Systems hier rechtlich und operativ verankert ist. Für unsere Kunden bedeutet das ganz konkret: Volle Schweizer Datenhoheit und keine verdeckten Abhängigkeiten von fremden Rechtsräumen. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit ist diese Klarheit ein echtes Entscheidungskriterium bei der Suche nach zuverlässigen Partnern.
Vertrauen in Cybersecurity entsteht nicht durch Versprechen, sondern durch Verantwortung. Genau dafür steht Open Systems.
Dennis Monner, CEO, Open Systems
Welche konkreten Kriterien musste Open Systems erfüllen, um das Label zu erhalten, und wie aufwendig war der Zertifizierungsprozess?
Dennis Monner: Die Anforderungen sind klar messbar. Mindestens 60 Prozent der relevanten Entwicklungs- und Herstellungskosten müssen in der Schweiz anfallen, und der zentrale Teil der Wertschöpfung, insbesondere Entwicklung und Qualitätssicherung, muss ebenfalls hier stattfinden. Zudem muss das Unternehmen seinen Sitz in der Schweiz haben.
Der Zertifizierungsprozess ist anspruchsvoll, keine Frage. Für uns war er aber dennoch keine große Herausforderung, weil er exakt das abbildet, was wir ohnehin schon seit Jahren umsetzen.
Inwiefern unterscheidet sich das Swiss Made Software Label von anderen Qualitätssiegeln oder Zertifizierungen in der Cybersecurity-Branche?
Dennis Monner: Viele Labels oder Zertifizierungen bewerten einzelne Aspekte wie Prozesse oder technische Controls. Swiss Made Software geht einen anderen Weg. Es geht um überprüfbare Wertschöpfung in der Schweiz, klare Verantwortung und volle Transparenz. In der Cybersecurity ist das entscheidend. Kunden wollen nicht nur wissen, ob eine Lösung zertifiziert ist, sondern wo sie entwickelt wird, wem sie gehört und unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie betrieben wird. Genau diese Fragen beantwortet das Label sehr klar.
Welche Rolle spielt der Schweizer Standort für Ihre SASE- und Secure-Connectivity-Lösungen im Vergleich zu Anbietern aus anderen Regionen?
Dennis Monner: Der Standort Schweiz steht für Präzision, Verlässlichkeit und langfristiges Denken. Dafür setzen wir bei unseren Produkten und Services auch nicht auf maximale Feature-Dichte, sondern auf klare Architekturen, stabile Plattformen und sauberen Betrieb. Sicherheit entsteht nicht durch Komplexität, sondern durch Kontrolle. Genau das prägt unsere SASE- und Secure-Connectivity-Lösungen.
Welche konkreten Vorteile bietet das Label IT-Entscheidern, die vor der Wahl eines SASEAnbieters stehen? Sehen Sie bereits erste Reaktionen von Kunden auf die Label-Vergabe?
Dennis Monner: Für IT-Entscheider und insbesondere auf C-Level bietet das Label vor allem Orientierung. Es ersetzt keine Risikoanalyse, schafft aber eine belastbare Entscheidungsgrundlage in Bezug auf Compliance, Datensouveränität und geopolitische Abhängigkeiten. Wir erhalten daher auch eindeutige Reaktionen, weil unsere Kunden in der Vergabe des Labels eine Bestätigung ihrer bisherigen Entscheidung für Open Systems sehen. Damit haben Sie auch ein starkes Argument bei internen
Diskussionen rund um die Anbieterwahl und langfristige Sicherheit zur Hand.
Wie passt das Label „Swiss Made Software“ in Ihre langfristige Vision?
Dennis Monner: Unsere Vision ist klar, wir wollen Open Systems als führenden europäischen Anbieter für gemanagte, souveräne Cybersecurity etablieren. Das Label ist dabei kein Ziel, sondern das Fundament. Es unterstreicht unseren Anspruch, Sicherheit nicht nur bereitzustellen, sondern Verantwortung über den gesamten Lebenszyklus zu übernehmen.
Welche Schritte planen Sie, um das Vertrauen in Ihre Lösungen weiter zu stärken?
Dennis Monner: Vertrauen entsteht nicht durch Auszeichnungen allein, sondern durch die konsequente Umsetzung. Deshalb investieren wir weiter in operative Exzellenz, Automatisierung und Transparenz. Klare SLAs, nachvollziehbare Architekturen und ein enger, ehrlicher Dialog mit unseren Kunden sind für uns keine Extras, sondern der Standard. Vertrauen bedeutet bei Open Systems keine Momentaufnahme, es ist unsere tägliche Arbeit.
Wie verändert sich die Rolle des CISOs, und was bedeutet das für Security-Anbieter?
Dennis Monner: CISOs tragen heute die operative Verantwortung auf Vorstandsniveau, oft mit begrenzten Ressourcen aber steigenden regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig müssen sie Security-Architekturen für globale Organisationen mit 10.000, 30.000 oder 60.000 Mitarbeitenden absichern. Das verändert die Erwartungen an Anbieter fundamental. Gefragt sind Partner, die Security nicht nur liefern, sondern auch zuverlässig und skalierbar betreiben können. Genau hier positionieren sich Open Systems.
Wie vermeiden Sie, dass steigende Compliance-Anforderungen Innovation ausbremsen?
Dennis Monner: Compliance wird nur dann zum Bremsklotz, wenn sie nachträglich adressiert wird. Wir integrieren regulatorische Anforderungen von Anfang an in Architektur und Betrieb.
Das schafft Planungssicherheit für unsere Kunden und gibt ihnen die Freiheit, Innovation voranzutreiben. Auf diese Weise müssen sie nicht jedes Mal Grundsatzdiskussionen über Datenstandorte, Zuständigkeiten oder rechtliche Risiken führen.
Was unterscheidet Open Systems kulturell von großen internationalen Security-Anbietern?
Dennis Monner: Wir kombinieren die Stabilität eines etablierten, profitablen Unternehmens mit der Geschwindigkeit eines fokussierten Spezialisten. Entscheidungen werden dort getroffen, wo die Kompetenz sitzt, nicht in anonymen Gremien. Diese Kultur erlaubt es uns, als global aufgestelltes Multi-Millionen- Dollar-Unternehmen schnell zu handeln und gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen. Für Kunden mit kritischen Umgebungen ist genau diese Kombination entscheidend.
Carina Mitzschke: Herr Monner, wir danken für dieses Gespräch.