Cyberangriffe, regulatorischer Druck und der Mangel an qualifizierten IT-Security-Fachkräften verändern den Umgang mit IT-Sicherheit grundlegend. Für viele Unternehmen ist der eigenständige Aufbau und Betrieb einer leistungsfähigen Security-Organisation kaum noch leistbar.
Managed Security Services (MSS) entwickeln sich deshalb vom optionalen Zusatzangebot zu einem zentralen Baustein moderner IT-Strategien.
Die Anforderungen sind hoch: IT-Sicherheitslösungen müssen rund um die Uhr verfügbar sein, aktuelle Bedrohungslagen erkennen und gleichzeitig Compliance-Vorgaben erfüllen. Hinzu kommen hybride IT-Architekturen, die klassische On-Premises-Systeme mit Cloud- und Plattformdiensten kombinieren. Diese Komplexität überfordert zunehmend interne IT-Abteilungen – insbesondere im Mittelstand.
Security als kontinuierlicher Prozess
Während Security früher häufig reaktiv gedacht wurde, steht heute ein kontinuierlicher Ansatz im Vordergrund. Monitoring, Incident Response und Schwachstellenmanagement müssen ineinandergreifen und dauerhaft betrieben werden. Genau hier setzen Managed Security Services an: Sie bündeln spezialisiertes Know-how, standardisierte Prozesse und technische Plattformen in einem extern betriebenen Service-Modell.
Zugleich verändert sich die Rolle der IT-Sicherheit im Unternehmen. Statt reiner Risikoabwehr rückt die Absicherung digitaler Geschäftsmodelle in den Fokus. Security wird damit zur Voraussetzung für Cloud-Nutzung, Automatisierung und datengetriebene Prozesse und zunehmend zum Business-Enabler.
Trend zu lokalen Anbietern
Auffällig ist, dass neben internationalen Hyperscalern auch deutsche Cloud-Provider verstärkt Security-Leistungen anbieten. Gründe dafür sind unter anderem Anforderungen an Datenresidenz, Transparenz und regulatorische Kontrolle. Gerade in sensiblen Branchen wie Industrie, Finanzwesen oder öffentlicher Sektor spielt der Standort der ITInfrastruktur eine zentrale Rolle.
Managed Security Services bündeln spezialisiertes Know-how, standardisierte Prozesse und technische Plattformen in einem extern betriebenen Service-Modell.
Stefan Tiefel, noris network AG
Ein Beispiel ist noris network, das Managed Security Services als integralen Bestandteil seiner Cloud- und Rechenzentrumsangebote positioniert. Dazu gehören unter anderem ein 24/7-besetztes Security Operations Center, standardisierte wie auch kundenspezifische Sicherheitskonzepte sowie der Betrieb in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland. Normen wie ISO 27001 oder BSI-Grundschutz bilden dabei den organisatorischen Rahmen.
Standardisiert, aber nicht von der Stange
Der Erfolg von Managed Security Services hängt maßgeblich davon ab, wie gut sich standardisierte Sicherheitsservices an individuelle IT-Landschaften anpassen lassen. Modular aufgebaute Angebote sollen hier den Spagat zwischen Effizienz und Flexibilität ermöglichen. Ziel ist es, Unternehmen operativ zu entlasten, ohne deren Handlungsspielräume einzuschränken.
Fazit
Managed Security Services sind mittlerweile viel mehr als nur ein Auslagerungsmodell für einzelne Sicherheitsfunktionen. Sie spiegeln den Wandel von IT-Security zu einer strategischen Daueraufgabe wider. Anbieter mit klaren Betriebsmodellen, transparenten Prozessen und lokal verankerter Infrastruktur können dabei an Bedeutung gewinnen – insbesondere dort, wo Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch und organisatorisch überzeugen muss.