Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 27 Prozent der Deutschen wollen 2026 bewusst auf digitale Medien verzichten – allerdings mit sinkender Tendenz und kürzerer Dauer als in den Vorjahren.
Das ständige Starren aufs Smartphone reduzieren, abends wieder öfter zum Buch statt zu Netflix greifen oder bewusst ein paar Tage die Social-Media-Apps ignorieren: Unter dem Schlagwort Digital Detox planen auch 2026 wieder viele Deutsche eine zeitlich begrenzte Auszeit von digitalen Medien und Geräten. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage haben sich 27 Prozent der Deutschen, die normalerweise digitale Anwendungen nutzen, für das neue Jahr eine solche digitale Fastenkur vorgenommen.
Kürzere Auszeiten als in den Vorjahren
Allerdings zeigt sich ein Trend zu kürzeren Detox-Phasen: Die geplante durchschnittliche Dauer liegt 2026 bei nur drei Tagen, also deutlich weniger als in den Vorjahren. 2025 wollten noch 36 Prozent der Befragten für durchschnittlich sechs Tage verzichten, 2024 waren es sogar 41 Prozent für eine ganze Woche. Die Mehrheit plant lediglich kurze Unterbrechungen: 12 Prozent wollen nur einen Tag digital fasten, 9 Prozent mehrere Tage. Eine Woche nehmen sich 4 Prozent vor, mehr als eine Woche lediglich 2 Prozent.

“Digitale Anwendungen begleiten heute viele durch den ganzen Tag. Gerade deshalb kann eine bewusste Pause helfen, Routinen zu hinterfragen und wieder mehr Klarheit darüber zu gewinnen, wie und wofür wir digitale Geräte nutzen wollen”, erklärt Dr. Sebastian Klöß, Experte für Consumer Technology beim Bitkom. Er betont, dass auch kurze Offline-Zeiten positive Effekte haben können. Wer seinen Medienkonsum langfristig ändern möchte, könne zudem auf Apps und Systemeinstellungen zurückgreifen, die Nutzungszeiten transparent machen oder bestimmte Inhalte zeitweise begrenzen.
Gaming und Social Media stehen ganz oben auf der Verzichtsliste
Ein vollständiger Verzicht auf sämtliche digitalen Geräte und Anwendungen ist offenbar nicht das Ziel: Nur 5 Prozent der Digital-Detox-Willigen planen einen kompletten Blackout. Stattdessen konzentrieren sich die meisten auf bestimmte Bereiche. An der Spitze der digitalen Fastenliste stehen Spiele und soziale Netzwerke: 55 Prozent wollen auf Gaming verzichten, also auf Video- und Computerspiele oder Gaming-Apps. Knapp die Hälfte (48 Prozent) nimmt sich eine Pause von sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok oder Instagram vor.
Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei den 16- bis 29-Jährigen: In dieser Altersgruppe steht Social Media mit 61 Prozent ganz oben auf der Digital-Detox-Liste. Jeweils 42 Prozent wollen bewusst auf Online-Shopping oder bestimmte Geräte wie Smartwatch oder Smartphone verzichten. Ebenso viele planen eine Pause von Messengern wie WhatsApp und Signal. Rund ein Drittel (32 Prozent) will Streaming-Dienste wie Amazon Prime oder Netflix für mindestens einen Tag ausgeschaltet lassen. Private E-Mails bleiben dagegen weitgehend unangetastet: Nur 6 Prozent der Detoxer wollen darauf verzichten.
Zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Befragt wurden 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 968 Personen, die üblicherweise digitale Geräte und Anwendungen nutzen. Die telefonische Befragung fand zwischen KW 41 und KW 46 2025 statt und ist repräsentativ.