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Gewinnsteigerung in der Energiebranche trotz mäßiger Projekt-Performance.

Obwohl die Unternehmen der Energiewirtschaft mit einem nur mittleren Performance-Wert (PPI) nicht begeistern können, fällt ihre Gewinnentwicklung überraschenderweise trotzdem ver-gleichsweise gut aus. Mit einem Gewinnentwicklungsscore von +27 Punkten liegen sie deutlich über der Fertigungsbranche, die trotz einer höheren Projekt-Performance nur einen Gewinnentwicklungsscore von +21 Punkten erzielen konnte. Die detaillierten Ergebnisse der Erhebung in der Fertigungsindustrie stehen zum Download auf dem Project Performance Index-Portal zur Verfügung.

Auch wenn die Projekt-Performance in der Energiebranche mit 50 von 100 Punkten deutlich niedriger liegt als jene der Fertigungsindustrie (55 Punkte), verzeichnen sogar mehr Energieunternehmen steigende Gewinne, als dies in der schon gut aufgestellten Fertigungsbranche der Fall ist. Der Anteil der Unternehmen, die steigende Gewinne verzeichnen konnten, liegt in der Energiewirtschaft um 27% höher als jener der Unternehmen mit rückläufigen Gewinnen. Diese positive wirtschaftliche Lage im Energiesektor überrascht nicht, im Zusammenhang mit der gleichzeitig schlechten Performance in der Projektarbeit und im Projektmanagement ist sie jedoch durchaus bemerkenswert.

Dass die Projekt-Performance in der Energiewirtschaft unerheblich für die Wirtschaftlichkeit ist, heißt dies aber nicht: Die Energiewirtschaft weist bei ihren Projekten andere Charakteristika auf als die Fertigungsbranche. So ist die Anzahl interner und externer Projektmitarbeiter in der Energiewirtschaft deutlich kleiner, was z. B. zu einem geringeren Abstimmungsbedarf führt. Die Produktpalette und der Variantenumfang in der Energiewirtschaft sind deutlich überschaubarer und verringern damit die Komplexität und den Umfang des Managementprozesses. Außerdem ist die Produktion mit weniger Risiko behaftet als in der Fertigung, die oftmals hunderte Bauteile von diversen Zulieferern zu genauen Zeiten in festen Reihenfolgen verbauen muss. Nicht zuletzt sind die Projektbudgets in der Energiewirtschaft mit durchschnittlich 1,6 Mio. € mehr als doppelt so hoch wie in der Fertigung (650 Tsd. €).

Unterm Strich stehen Energieunternehmen so – trotz der im Vergleich geringeren Projekt-Performance – gut da. Trotzdem kommt der Verdacht auf, dass hier durch die eher mäßige bis schlechte Projekt-Performance Gewinne verschenkt werden. Darüber hinaus könnten zukünftige Entwicklungen auf dem Markt zur Bedrohung werden. Kommt es zu einer Verschiebung weg vom aktuell günstigen Nachfragemarkt hin zu einem stark umkämpften Wettbewerb, würde dies die Probleme in der Projektarbeit vermutlich noch deutlicher hervortreten lassen. Dass Bewegung im Energiesektor ist, zeigen Energiewende, verstärkte Nachfrage nach erneuerbaren Energien und innovative Entwicklungen/Konzepten wie Smart Grids bereits deutlich an. Die Projekt-Performance in den Griff zu bekommen, könnte also auch für die Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Branche darstellen. Die bis dato funktionierende aber offensichtlich ineffiziente Projektarbeit und das damit verbundene Projektmanagement erst in Zukunft zu analysieren und zu verändern, könnte daher zu spät sein.

www.project-performance-index.de

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