Lassen sich SAS-HDDs mit SATA betreiben und umgekehrt?

Doc. tec. Storage

Kann in einem x86-Rechner eine defekte SATA-Festplatte auch durch eine SAS-HDD ersetzt werden? Physikalisch scheinen sich die Anschlüsse zu ähneln. Doc Storage erklärt, warum ein Adapter hier nicht ausreicht und welche Vorteile die jeweiligen Schnittstellen bieten.

Leserfrage:

Vor kurzem ging mir mein Systemlaufwerk (mit SATA Schnittstelle) kaputt. Durch ein Versehen wurde mir eine sehr schnelle Festplatte (15.000 U/min) mit SAS Schnittstelle geliefert. Kann ich diese mit einem Adapter verwenden oder muss ich auf einen SAS-Controller ausweichen? Und welches Verbindungskabel muss ich zwischen Controller und Laufwerk einsetzen?

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In diesem Artikel haben Sie sich sehr ausführlich mit diesen beiden Festplatten-Anschlüssen auseinandergesetzt. Mir ist nach der Lektüre allerdings nicht klar, welche Adapter einen Übergang zwischen diesen beiden Techniken ermöglichen.

Antwort Doc Storage:

SATA-Laufwerke lassen sich an SAS-Controllern verwenden, allerdings nicht andersherum.

SATA nutzt den erweiterten ATA-Kommandosatz, während SAS den SCSI-Kommandosatz nutzt. Somit hat SAS einige Vorteile gegenüber SATA, beispielsweise eine bessere Fehlerkorrektur, die Möglichkeit bis zu acht Meter lange Verbindungen zu nutzen (SATA nur 1 m), die Möglichkeit zur Nutzung mehrerer Initiatoren, zwei Daten-Ports mit Multipfad-I/O zur Skalierung der Transportleistung und schließlich den Transport der Daten in vollem Duplex, während SATA nur halbes Duplex kann.

Die Verbinder von SAS und SATA gleichen sich physikalisch, sind aber nicht identisch. Beide verfügen über 15 Verbindungen zur Stromversorgung und sieben für den Datentransport. SAS-Geräte haben keine Lücke zwischen Strom- und Datenverbindern, so dass das Aufstecken von SATA-Kabeln verhindert wird.

Der weiterer Faktor ist der Controller auf dem Mainboard oder einer RAID-Karte. Jedes Laufwerk muss über einen Hardware-Controller im Rechner verfügen, um die Befehle zur Kommunikation mit dem Laufwerk auszuführen. Ein SAS-Controller kann entweder SAS- oder SATA-Laufwerke betreiben, da das SCSI-Protokoll das Tunneln von SATA-Befehlen unterstützt. Ein SATA-Controller kann die Befehle zum Betreiben eines SAS-Laufwerks weder erzeugen noch verarbeiten.

Allerdings wird man (fast) nie einen SAS-Controller in einem normalen Desktop oder Laptop finden. Dieses Protokoll wird hauptsächlich in Servern oder einigen wenigen High-End-Workstations verwendet.

Das SAS-Protokoll ist aus den angeführten Gründen leistungsfähiger, zuverlässiger und effizienter als das SATA-Protokoll, erfordert jedoch wesentlich teurere Controller. Daher sind SAS-Laufwerke in der Regel auch viel teurer als SATA-Laufwerke. SAS-Laufwerke werden als SSDs mit höherer Kapazität und höherer Zuverlässigkeit sowie als Festplattenmodelle mit höheren Rotationsgeschwindigkeiten (10k U/min oder 15k U/min) angeboten. Diese werden erst gar nicht mit SATA-Schnittstelle angeboten, da sie schon aufgrund des Preises weit außerhalb der Budgets der Anwender von Standardrechnern liegen.

Gruß
Doc Storage

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