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Immer öfter hört man im deutschen Markt, dass Unternehmen es schaffen müssen, „Business“ und IT-Abteilungen zusammenzubringen. Denn vor allem durch innovative Software und mobile Applikationen können wertvolle Wettbewerbsvorteile gewonnen beziehungsweise gehalten werden. Der Einsatz neuer Software unterstützt somit „agiles Arbeiten“, was mit Blick auf die derzeitige globale Situation kaum noch wegzudenken ist.

Agile hat Tools wie Low-Code- und Rapid Application Development-Plattformen (RAD) geprägt, die es jetzt im Umkehrschluss ermöglichen, in entsprechend kurzen Zyklen App-Versionen zu entwickeln. Die dadurch gewonnene Flexibilität ermöglicht es IT-Teams sich schnell auf veränderte Bedingungen einzustellen. Nach einer aktuellen Untersuchung von Forrester Research wächst der Low-Code-Markt um fast 40 Prozent, um Unternehmen dabei zu helfen, die Zeit für die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung benötigter Software zu reduzieren. Unternehmen, die also auf Low-Code setzen, weisen eine höhere organisatorische Agilität aufweisen als solche, die keinen Low-Code Ansatz verwenden. Welche Potenziale lassen sich also für Unternehmen, egal aus welcher Branche, ausschöpfen?

Agilität schafft ein neues Verständnis für Ziele

Agilität ist allerdings keine Methode, die einfach in ein Unternehmen eingebracht werden kann: Sind Projekte in starrer Abfolge geplant, reichen kleine Verzögerungen, um die Planung durcheinander zu bringen. Das bedeutet im Alltag eines IT-Teams, dass Applikationen nicht einfach von einem auf den anderen Tag entwickelt werden können bzw. auch nicht für Fachbereiche in Kürze erstellt werden. Viele klassisch organisierte Projekte, zum Beispiel beim Bau von Infrastruktur etwa Brücken oder andere Verkehrsprojekte, sind häufig in einer linearen Abfolge geplant. Bei Methoden wie dem Gantt- oder Wasserfall-Modell werden Aufgaben nacheinander abgearbeitet. Ist bei diesen Methoden eine Aufgabe erledigt, widmen sich die beteiligten Teams der nächsten. Verzögerungen ziehen sich dann erfahrungsgemäß bis zum Ende des Projektes durch. Agiles Arbeiten funktioniert anders und vor allem cross-funktional [siehe die Verbindung von Business und IT]. Statt hohem Detailgrad in der Planung werden viele Aufgaben und Herausforderungen gleichzeitig angegangen. Damit das gelingt, braucht es ein klar definiertes Ziel, das es zu erreichen gilt. Teams, ob in Fachbereichen, Management oder in der IT selbst, nähern sich gemeinsam Lösungen in vielen kleinen Schritten an. Sie unterteilen ein großes Ziel in zahlreiche Zwischenaufgaben. Das macht es leichter, auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren und ständig zu adaptieren. Je mehr Beteiligte mit unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zusammenarbeiten, desto innovativer können die Lösungen aussehen, die in solchen Teams entstehen. Um all diese Perspektiven einzubringen, braucht man wiederum die richtige Software, die diesen agilen Ansatz leiten kann und für alle sichtbar macht. Durch eine klar auf der Entwicklungsplattform (RAD) abgebildete Roadmap können mehrere Anwendungen in kürzester Zeit entwickelt und damit auch ein Überblick über die zu erreichenden Ziele geschaffen werden - für alle Beteiligten, ob Business oder IT. Kürzere Entwicklungszyklen ermöglichen einen höheren Takt an Feedback, was wiederum zu einer höheren Qualität der Applikationen bei gleichzeitig gestiegener Benutzerakzeptanz führt. Ein positiver Teufelskreis, der ein hohes Engagement aller beteiligten Stakeholder erfordert, welches nur durch den Abbau interner Barrieren möglich wird.

Interne Barrieren abbauen

Rapid Application-Plattformen kehren das bisher sehr traditionell geprägte IT-Modell um. Anstatt dass die Entwickler alleine bestimmen, wie eine Anwendung aussehen soll, kann nun auch das Linienmanagement aktiver Teil des Prozesses werden. Vieles von dem, was sie früher in Excel-Tabellen oder Checklisten in der Zwischenablage eingerichtet haben, können sie jetzt durch cloudbasierte Software bearbeiten. Vorteil ist hier vor allem der visuelle Zugang zu Elementen einer Entwicklungsumgebung. Da sie übersichtlicher und einfacher zu bedienen ist, können Frontline-Manager und andere nichttechnische Personen Frontend- und Basisfunktionen selbst konfigurieren, wie zum Beispiel die Erstellung eigener Oberflächen, Designs und Funktionen. Anstatt den Entwicklern zu erklären, was sie wollen, können sie es ihnen direkt zeigen. Den gesamten Code Zeile für Zeile programmieren zu lassen wird somit überflüssig. Das beschleunigt die Entwicklung und verbessert nachhaltig die Qualität.

Im Wesentlichen halten die RAD-Plattformen die Versprechen ein, die die agile Software-Bewegung vor über einem Jahrzehnt gemacht hat. Doch anstatt die Software-Entwicklung nur in das restliche Unternehmen zu integrieren, ermöglicht sie es dem Rest des Unternehmens, sich in die Software- und Applikations-Entwicklung zu integrieren. Ein wichtiger Faktor für die strategische Betrachtung des CIOs, die Gesamtorganisation langfristig auf cross-funktionale, agile Teams umzustellen und bestehende Struktursilos aufzubrechen.

Agilität erhöht Zusammenarbeit

Generell machen es Low-Code- und RAD-Plattformen für technische und nicht-technische Teammitgliedern leichter, in Echtzeit zusammenzuarbeiten, den Entwicklungszyklus zu verkürzen und die Kosten zu reduzieren. So kann der QA-Tester Feedback geben, der Entwickler wiederum die Änderungen vornehmen und die Änderung in Echtzeit getestet werden, anstatt sich auf den zeitraubenden Prozess der Identifizierung, Dokumentation, Priorisierung, Behebung und erneuten Prüfung von Fehlern zu konzentrieren. Bei Rapid Application Development-Plattformen können Benutzerinnen und Entwicklerinnen typischerweise gemeinsam eine Applikation einsehen und die Änderungen live diskutieren. Dies erfordert ein Umdenken in Arbeitsweisen, führt bei konsequenter Umsetzung der agilen Methoden jedoch zu einer beträchtlichen Reduzierung der Zykluszeiten und des vergeudeten Aufwands. Der Return-on-Invest (RIO) agiler Herangehensweisen zeigt sich der Erfahrung nach oft schon nach wenigen Monaten.

Fazit:

Agilität ist keine Methode, die einfach in ein Unternehmen eingebracht werden kann, sondern lässt sich als Prozess verstehen, der vor allem cross-funktional stattfindet. Der Einsatz einer richtigen Software unterstützt dabei, alle Perspektiven der Zusammenarbeit transparent zu machen und entsprechend zu leiten. Dabei bauen RAD-Plattformen gezielt interne Barriere ab und ermöglichen, dass sich das gesamte Unternehmen in die Software- und Applikations-Entwicklung einbringt  und damit einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz und -zyklus gewährleistet.

Christoph Garms, Geschäftsführer
Christoph Garms
Geschäftsführer, Neptune Software GmbH
Für Christoph Garms liegt der Schlüssel des digitalen Wandels in den richtigen technischen Kernwerkzeugen. Nur so lässt sich ein kultureller Wandel und damit die Neuordnung der Arbeits- und Teamstrukturen vorantreiben. Seine Vision als Managing Director von Neptune Software in Deutschland ist es, die Kluft zwischen Business und IT zu überbrücken und den DACH-Markt zu einer echten digitalen Transformation zu bewegen. Mit seiner branchenübergreifenden Expertise ist sich Garms sicher, dass dies eine Frage der Digitalisierung von Prozess zu Prozess, der Schaffung einer neuen Arbeitskultur mit agilen Methoden und funktionsübergreifenden Teams ist. Denn nur auf Grundlage digitaler Produkte und Dienstleistungen lassen sich neue Geschäftsmodelle vorantreiben. Der studierte Software-Architekt legt großen Wert darauf, Partner und Kunden von der ersten Demo über die Implementierung bis hin zum Onboarding und Experten-Training zu unterstützen. 

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