Abstieg auf Platz 19

Deutschland bei 5G-Nutzung weit hinter Frankreich und Polen

5G-Ausbau

Deutschland hat ein Problem, das auf den ersten Blick keines sein sollte: Das 5G-Netz deckt inzwischen 99,5 Prozent des Landes ab – und trotzdem nutzt es kaum jemand.

Laut dem aktuellen „State of the Digital Decade Report 2025″ der Europäischen Kommission liegt die tatsächliche 5G-Nutzungsrate hierzulande bei gerade einmal 18,2 Prozent. Das ist deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 23,8 Prozent. Im europaweiten Ranking fiel Deutschland damit um drei Plätze auf Rang 19 zurück.

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Polen zieht davon, Frankreich ist längst weg

Besonders schmerzhaft ist der Vergleich mit direkten Nachbarn. Im Vorjahr lag Deutschland mit 16,54 Prozent noch vor Polen, das damals 13,8 Prozent vorweisen konnte. Seitdem hat Polen regelrecht einen Sprint hingelegt und kommt heute auf 26,3 Prozent, also deutlich mehr als Deutschland. Frankreich (48,2 Prozent) und Spanien (42,5 Prozent) sind ohnehin in anderen Sphären unterwegs. Selbst kleinere osteuropäische Staaten wie Estland (32,4 Prozent), Litauen (20,1 Prozent) und Slowenien (21,4 Prozent) haben die Bundesrepublik inzwischen überholt.

An der Spitze des europäischen Rankings stehen Zypern mit 128,4 Prozent und die Niederlande mit 105,2 Prozent. Werte über 100 Prozent erklären sich durch Multi-Device-Nutzung, also wenn Nutzer mehrere 5G-fähige Geräte wie Smartphone, Tablet und Smartwatch gleichzeitig mit eigenen SIM-Karten betreiben.

Netz gebaut, Tarife nicht gebucht

Der Widerspruch zwischen Netzausbau und tatsächlicher Nutzung ist frappant. Die Infrastruktur ist da, die Endgeräte unterstützen 5G seit Jahren. Doch viele Nutzer hängen noch in alten Vertragsstrukturen fest. Rafael Gomez, Geschäftsführer des eSIM-Anbieters Buddysim, der die Kommissionsdaten im Rahmen eines „Europa-Checks” ausgewertet hat, macht dafür konkrete Hindernisse verantwortlich: bürokratische Hürden beim Tarifwechsel sowie preisliche Aufschläge für 5G-fähige Tarife.

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(lb/Buddysim)

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