HP und Nvidia bringen mit dem ZGX Fury GB300 einen Deskside-KI-Supercomputer für lokale Berechnungen mit bis zu einer Billion Parameter auf den Markt.
Der Technologiekonzern HP hat im Rahmen der Computex 2026 neue Geräte für Entwickler im Bereich der künstlichen Intelligenz präsentiert. Das Spitzenmodell für den Schreibtischeinsatz trägt die Bezeichnung ZGX Fury GB300. Diese Workstation basiert auf dem neu vorgestellten Architekturdesign der Nvidia DGX Station für Windows und nutzt den Nvidia GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip. Die Hardware ermöglicht es Unternehmen, rechenintensive Berechnungen direkt am lokalen Arbeitsplatz auszuführen, anstatt auf externe Cloud-Infrastrukturen zurückzugreifen. Dadurch können große Sprachmodelle mit bis zu einer Billion Parameter lokal betrieben und angepasst werden, während gleichzeitig vertrauliche Unternehmensdaten innerhalb der eigenen Infrastruktur verbleiben.
„Da Unternehmen KI-Agenten in ihren Organisationen skalieren, benötigen sie eine KI-Infrastruktur, die sich direkt mit den Anwendungen und Arbeitsabläufen verbinden kann, die ihr Geschäft antreiben.“
Chris Marriott, Vizepräsident für Unternehmensplattformen bei Nvidia
Technische Kernspezifikationen und Rechenleistung des neuen HP
Die Workstation kombiniert einen Grace-Prozessorkern mit einer hochleistungsfähigen Blackwell-Ultra-Grafikeinheit über eine schnelle NVLink-C2C-Verbindung. Das System verfügt über insgesamt 748 Gigabyte an gemeinsamem, kohärentem Arbeitsspeicher, der sich in 496 Gigabyte LPDDR5X-Arbeitsspeicher für den Prozessor und 252 Gigabyte HBM3e-Grafikspeicher aufteilt.
Durch diese Speicherarchitektur wird die Verarbeitung massiver Datensätze ohne Verzögerungen durch traditionelle Systemschnittstellen ermöglicht. Die Rechenleistung des Systems erreicht laut Herstellerangaben bis zu 20 Petaflops im FP4-Datentyp. Zusätzlich bietet die Konfiguration angepasste Netzwerklösungen für Unternehmen und die Option, eine zusätzliche Grafikkarte des Typs Nvidia RTX Pro der Blackwell-Generation für komplexe Simulationen und Visualisierungen zu integrieren.
Markteinführung, Partnerschaften und Preiserwartungen
Da über 70 Prozent der Firmencomputer weltweit mit dem Betriebssystem Windows laufen, wurde das System explizit für dieses Ökosystem optimiert. Jim Nottingham, Bereichsleiter für hochentwickelte Computerlösungen bei HP, betonte diesen Aspekt: „Über 70 Prozent der Unternehmens-PCs laufen mit Windows, und unsere Kunden haben nach KI-Supercomputing-Leistung verlangt, die sich nahtlos in ihre bestehenden Umgebungen integrieren lässt.“
HP hat noch keine offiziellen Preise für das Modell ZGX Fury GB300 genannt. Da Händler vergleichbare Grundkonfigurationen der Nvidia DGX Station ab etwa 94.000 US-Dollar listen und High-End-Modelle bis zu 200.000 US-Dollar kosten können, wird sich das System im gehobenen Preissegment für Firmenkunden bewegen. Die Markteinführung ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Neben HP werden auch weitere Partner wie Dell, MSI, ASUS und Supermicro ähnliche Deskside-Supercomputer auf den Markt bringen.
(red)