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Beim autonomen Fahren läuft Europa Gefahr, im Innovationswettbewerb hinter Asien und den USA zurückzufallen. Davor warnt der Digitalverband Bitkom. 

Hintergrund ist ein Streit darüber, wie vernetzte Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur in der Straße und am Straßenrand kommunizieren sollen: per WLAN oder über das Mobilfunknetz.

Im Europäischen Rat wird darüber voraussichtlich am 14. Juni eine Vorentscheidung fallen.

Es zeichnet sich ab, dass für die Vernetzung von Autos und Infrastruktur EU-weit der WLAN-Standard genutzt werden soll, während Mobilfunktechnologien wie 5G nicht berücksichtigt werden. Dem steht die Entscheidung Chinas entgegen, beim vernetzten Fahren perspektivisch auf 5G zu setzen. Die USA streben einen technologieneutralen Wettbewerb an. „Europa darf beim autonomen Fahren nicht falsch abbiegen. Wenn andere Länder auf den Mobilfunk von morgen setzen, können wir keinen europäischen Sonderweg einschlagen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Speziell die neue 5G-Mobilfunktechnologie bietet beim autonomen Fahren entscheidende Vorteile, wie die verlässliche Kommunikation auch über größere Distanzen und besseren Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern und Fußgängern. Der Mobilfunkstandard könnte zudem schnell eingesetzt werden, denn schon heute sind Millionen Autos mit SIM-Karten ausgerüstet.“

5G bietet viele Vorteile fürs autonome Fahren

Der künftige Funkstandard soll in dem delegierten Rechtsakt zum Thema „Cooperative Intelligent Transport Systems“ (C-ITS) geregelt werden, den die Europäische Kommission erarbeitet hat und der vom Europäischen Rat in diesem Sommer verabschiedet werden soll. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass die Kommunikation für vernetztes Fahren ausschließlich über den WLAN-basierenden Standard IEEE 802.11p laufen soll. Andere verfügbare Technologien wie C-V2X, unter die auch 5G fällt, werden ausgeschlossen. Während der WLAN-Standard auf Kommunikation mit kurzen Reichweiten begrenzt ist, ermöglicht 5G eine verlässliche Langstreckenkommunikation. Davon würden auch andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer, Fußgänger und Nutzer von E-Scootern oder auch Rollstühlen profitieren, deren individuelle Mobilfunksignale für das vernetzte Fahren berücksichtigt werden könnten.

Zudem ist bereits seit April 2018 jedes Neufahrzeug in der EU mit einer elektronischen SIM-Karte ausgestattet, um bei Unfällen Rettungskräfte zu alarmieren („eCall“). Die WLAN-Schnittstelle müsste dagegen bei allen Fahrzeugen nachgerüstet werden.

EU-Rechtsakt muss überarbeitet und für Mobilfunk geöffnet werden

Der Europäische Rat entscheidet mit qualifizierter Mehrheit. Erforderlich ist die Zustimmung von 55 Prozent der Mitgliedsstaaten, die zudem 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren müssen. Deutschland kommt im Europäischen Rat in diesem Fall die entscheidende Rolle zu. Berg: „Deutschland sollte sich im Europäischen Rat dafür einsetzen, den Rechtsakt zu überarbeiten, eine technologieneutrale Fassung vorzulegen und so den Einsatz von Mobilfunk beim autonomen Fahren zu ermöglichen.“

www.bitkom.org


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