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Fake News

Facebook und andere soziale Plattformen kämpfen seit rund zwei Jahren intensiv gegen Online-Desinformation und Hassrede - ein Erfolg stellt sich bislang aber nicht ein, die Problematik bleibt. Experten der University of Southern California, der New York University und weiterer Hochschulen halten die Bemühungen der Netzwerke daher für noch lange nicht ausreichend.

Fake News für Mainstream-User

Zwar haben Forscher der New York University und der Stanford University erst kürzlich gezeigt, dass User-Interaktionen auf Facebook mit gefälschten Nachrichten, die 2016 während der US-Präsidentschaftskampagne erheblich gestiegen waren, zwischen Ende 2016 und Juli 2018 wieder stark abgenommen haben. Auf Twitter nahm der Austausch solcher Geschichten in den vergangenen zwei Jahren hingegen weiterhin zu.

Eine ähnliche Analyse aus dem Center for Social Media Responsibility der University of Michigan, die sich mit dem sogenannten "Iffy Quotient" beschäftigt, der die Verbreitung von zweifelhaftem Material in sozialen Netzwerken misst, konnte nachweisen, dass der Quotient bei Facebook von einem absoluten Höhepunkt im März 2017 mit 8,1 Prozent auf 3,2 Prozent im Oktober 2018 gefallen ist. Auch bei Twitter sank er von 5,6 Prozent im November 2016 auf 4,2 Prozent im Oktober 2018. Niedriger konnten die Netzwerke den Quotienten scheinbar nicht drücken.

Ein Team des Oxford Internet Institute hat zudem die auf Twitter in den vergangenen zehn September-Tagen 2018 veröffentlichten Storys untersucht und festgestellt, dass das, was sich als "Junk-News" bezeichnen lässt, ein Viertel aller während des Projekts veröffentlichten Links ausmachte. Das sei mehr als die Anzahl professioneller Nachrichten, die während dieser Zeit geteilt wurden. Die Forscher konnten zudem darstellen, wie Junk-Nachrichten in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Sie fanden dabei heraus, dass Verschwörungstheorien und andere Fehlinformationen, die sich einst auf ein sehr rechtes Publikum beschränkten, jetzt auch unter Mainstream-Konservativen freier geteilt wurden.

Ungenügende Selbstregulierung

Solche Studien bieten den Experten zufolge nur unvollständige Bilder von den Ereignissen in sozialen Netzwerken, da die Dienste ihnen normalerweise keinen ungehinderten Zugriff auf ihre Daten bieten. Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte beispielsweise Probleme mit der Oxford-Studie und stellt fest, dass in der Forschungsarbeit nur ein öffentlicher Feed von Tweets verwendet wurde, der nicht die Filterung widerspiegeln würde, die Twitter zum Entfernen von schädlichem oder Spam-Material verwendet.

Twitter prangert an, dass die Oxford-Forscher den Begriff "Junk-News" zu weit fassen. Sie klassifizieren darunter auch konservative Seiten wie "Breitbart News" und den "Daily Caller". Twitter argumentiert, dass ein Verbot von "Medienunternehmen, die Ansichten innerhalb der amerikanischen Gesellschaft widerspiegeln", die öffentliche Debatte ernsthaft behindern würde.

Die Kritiker sind sich jedoch einig, dass das werbebasierte Geschäftsmodell, insbesondere von Facebook, für Propagandisten bestens geeignet sei. "Sie regulieren sich nicht selbst. Diese Netzwerke wollen einfach nur Gewinn machen und das, was sie bisher getan haben, ist noch lange nicht genug", sagt Dora Kingsley Vertenten von der University of Southern California.

www.pressetext.com
 

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