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Bleiben Softwarefehler unentdeckt, verringern sie den Umsatz erheblich. Im schlimmsten Falle sterben sogar Menschen. Selbst das Auffinden zuvor kostet Unsummen. Laut einer Studie der Universität Cambridge verbringt jeder Software-Entwickler gut die Hälfte seiner Programmier-Zeit damit, Fehler zu finden und zu reparieren. 

Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik am CISPA-Helmholtz-Zentrum in Gründung, hat daher bereits mehrere Techniken entwickelt, die das Testen von Software automatisieren. Dafür ist er nun als erster deutscher Informatiker mit dem Preis für herausragende Forschung auf dem Gebiet der Softwaretechnik der Association for Computing Machinery (ACM) ausgezeichnet worden.

Die Liste verheerender Programmierfehler ist lang. Angefangen beim medizinischen Bestrahlungsgerät Therac-25, dass 1985 und 1987 durch falsche Programmierung Organe verstrahlte und drei Menschen tötete, über den Systemfehler der 2005 die Börse in Tokio lahmlegte und 300 Millionen US-Dollar Schaden verursachte, bis hin zum mehrere 100 Millionen Euro teuren Weltraumteleskop Hitomi, das sich Ende März 2016 aufgrund diverser Software-Anomalien im All zu schnell drehte und schließlich zerbrach.

Andreas Zeller erforscht daher bereits seit rund 20 Jahren, wie man Softwarefehler mit Hilfe von Rechenkraft verhindern kann. Für seine Arbeiten wird er nun mit dem „Outstanding Research Award“ der „Special Interest Group on Software Engineering“, kurz SIGSOFT, ausgezeichnet. Diese Gruppe ist Teil der Association for Computing Machinery (ACM), die als die erste internationale, wissenschaftliche Gesellschaft für Informatik gilt. Die Auszeichnung beinhaltet eine Ehrenplakette und 1000 US-Dollar Preisgeld. Zudem erhält Zeller den ehrenvollen Auftrag, auf der kommenden „Internationalen Konferenz für Software Engineering" ab dem 27. Mai im schwedischen Göteburg den Hauptvortrag zu halten. Das gibt SIGSOFT auf der Website der Konferenz bekannt.

Das Preis-Komitee begründet die Wahl von Zeller insbesondere mit dem Hinweis auf die vom ihm erfundene Methode des „Delta Debugging“ und die von ihm entwickelten Techniken, Arbeitsarchive von Programmierern automatisch zu untersuchen, um so Hinweise auf mögliche Fehlerquellen zu erhalten. Delta Debugging dagegen grenzt automatisch Softwarefehler ein, indem es systematisch Eingaben weglässt und prüft, ob der Fehler noch vorhanden ist. „Angewandt auf ein Klappern im Auto, würde man so etwa den Inhalt des Kofferraums, Fußmatten, Türen und Sitze entfernen, bis nur noch das übrig ist, was das Klappern verursacht", erklärt Zeller. Inzwischen richtet Zeller seinen Forscherblick auch auf Herausforderungen der IT-Sicherheit. Daher untersucht er am CISPA-Helmholtz-Zentrum in Gründung unter anderem, wie sich Autos gegen Hacker-Angriffe schützen lassen. Es wird daher wohl auch nicht die letzte Auszeichnung sein, die Zeller erhält. Bereits 2011 zeichnete ihn der europäische Forschungsrat mit dem „Advanced Grant“ und dem dazugehörigen Preisgeld von 2,3 Millionen Euro aus. Bereits fünf seiner Forschungsprojekte erhielten eine Belobigung, weil sie nachweislich in den vergangenen zehn Jahren die Softwaretechnik vorangebracht hatten. Zeller, der unter Kollegen und Studenten als sehr guter Kommunikator gilt, ist auch als Unternehmer aktiv. 2013 hat das Start-up „Testfabrik“ gegründet. Es ermöglicht das automatische Testen von komplexen Web-Anwendungen.

www.cispa.saarland

 

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