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KI

Die Frage, ob Computer ein Bewusstsein haben oder erlangen können, beschäftigt Menschen schon seit Jahrzehnten. Ein Team um den Erkenntnispsychologen Stanislas Dehaene am Collège de France vertritt nun in "Science" die Ansicht, dass heutige Systeme zwar mit der unterbewussten Verarbeitung des menschlichen Gehirns vergleichbare Leistungen erbringen. Eine der zwei Komponenten wirklichen Bewusstseins hätten Maschinen demnach aber noch nicht erreicht.

Effizienz auf grundlegender Ebene

Die Forscher brechen die Frage des Bewusstseins im Prinzip auf drei Ebenen herunter. Die unterste Ebene, vom Team "C0" genannt, ist dabei jegliche Problemlösung, die unser Gehirn eigentlich unbewusst schafft. Dazu zählen auch sehr komplexe Dinge wie die Bewegung oder das Erkennen eines Gesichts, bei dem wir in der Regel nicht bewusst sagen können, wie genau wir es erkannt haben. Eben damit vergleichbare Aufgaben kann Künstliche Intelligenz wie beispielsweise DeepMind mittlerweile teils beeindruckend gut lösen, so die Forscher.

Wirkliches Bewusstsein allerdings besteht dem Team zufolge jedoch aus zwei anderen Komponenten. "C1" ist dabei im Prinzip das Verwalten all unserer Gedanken, das globale Bereitstellen von Information für verschiedene Teile des Gehirns auf eine Art, die beispielsweise langfristige Planung erlaubt. "C2" wiederum ist im Prinzip das Wissen darum, was wir wissen. Erst damit wird beispielsweise ein echtes Reflektieren über gemachte Fehler möglich. Wenngleich es laut den Forschern theoretisch möglich wäre, dass eine dieser beiden Bewusstseinskomponenten unabhängig von der anderen existiert, sehen sie Computern noch für keine der beiden so weit.

Überblick statt Modularität

Die Forscher spekulieren, dass sich C1 im Gehirn wohl entwickelt hat, um die Modularität unterbewusster Prozesse zu durchbrechen. Chips, die Information gleichzeitig zu speichern und verwalten oder tiefenlernende Systeme, die manche Daten besser bereithalten, könnten Schritte in diese Richtung darstellen. Eine technologische Umsetzung von C2 indes könnte dem Team zufolge unter anderem auf Prozesse setzen, die mit einer Art Meta-Speicher beurteilen, was bekannt ist und was nicht.

www.pressetext.com
 

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