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Pendler und Passanten erlebten am Donnerstag eine mysteriöse Geräuschkulisse in Frankfurt: Eine Audioinstallation von F-Secure vertonte Cyber-Angriffe in Echtzeit und erweiterte den Klang der Großstadt rund um den zentralen Willy-Brandt-Platz um eine sonst nur virtuelle Dimension.

Versteckte Lautsprecher spielten ab den frühen Morgenstunden bis in den Nachmittag Töne ab, die von real stattfindenden Cyber-Angriffen ausgelöst wurden.

„IT-Sicherheit wird immer dann zum Thema, wenn ein Angriff gerade besonders erfolgreich ist. Tatsächlich finden aber laufend tausende Angriffe statt, und sie sind eine ständige Gefahr für unsere vernetzte Gesellschaft und Wirtschaft“, erläutert Klaus Jetter, Deutschlandchef bei F-Secure. „Man nimmt sie nur nicht wahr. Das wollten wir ändern.“

330 Millionen Angriffe auf 37 Honeypots

Für die Installation nutzte F-Secure Daten von Cyber-Angriffen, die das Unternehmen in Frankfurt und an vielen weiteren Standorten weltweit erfasst. Sogenannte „Honeypots“ kommen dafür zum Einsatz: Server, die Unternehmensnetzwerke mit verbreiteten Schwachstellen simulieren und so automatisierte Cyber-Angriffe anlocken. Normalerweise dienen sie den Sicherheitsexperten von Unternehmen wie F-Secure als Datenquellen, um Bedrohungslagen besser einschätzen und Sicherheitslösungen weiterentwickeln zu können. F-Secure betreibt 37 Honeypots auf der ganzen Welt. Allein diese 37 Lockvogel-Server verzeichnen bis zu 330 Millionen Cyber-Angriffe pro Jahr.

In Frankfurt befindet sich ebenfalls so ein Honeypot, doch die Stadt wurde vor allem wegen ihrer Symbolkraft zur Bühne: Hier konzentriert sich die deutsche und europäische Hochfinanz, eine Branche mit besonders großen IT-Sicherheitsrisiken. Zudem befindet sich hier der größte Internetknoten der Welt gemessen am Traffic, DE-CIX. Und erst im Mai haben tausende Frankfurter einen erfolgreichen Cyber-Angriff auf dem Weg zur Arbeit erlebt, als WannaCry erst Infotafeln auf den Bahnhöfen und dann den Zugverkehr lahmlegte.

Cybersicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess

„WannaCry und kurz darauf Petya haben noch im Frühsommer gezeigt, wie verwundbar selbst große Unternehmen sind“, so Jetter. „Sie müssen ihre Risiken eigentlich ständig neu bewerten, die richtigen Präventionsmaßnahmen einleiten und dann sicherstellen, dass erfolgreiche Angriffe rechtzeitig erkannt und adressiert werden. Als Gesellschaft auf dem Weg ins Internet der Dinge müssen wir begreifen, dass IT-Sicherheit ein Prozess ist, der nie endet.“

Die unsichtbare Welt der Cyber-Angriffe steht jedem auf der Website www.invisible-invaders.com offen. Hier können Besucher live Angriffen in mehreren Weltregionen und auf allen 37 Honeypots lauschen.
 

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