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Damit Software überhaupt benutzbar wird und möglichst wenig Zeit und Energie verbraucht, muss sie für den Computer erst aufbereitet werden. Dies erledigt ein sogenannter Übersetzer, der die jeweilige Software in eine Sprache, die der Computer besonders schnell verarbeiten kann, übersetzt. 

Einen solchen Übersetzer zu entwickeln und in Stand zu halten, ist jedoch sehr aufwendig. Konzerne wie Google und Intel arbeiten daher mit Software-Ingenieuren anderer Unternehmen zusammen und entwickeln gemeinsam mit Wissenschaftlern die Übersetzer-Plattform LLVM. Neue Ideen für dieses komplexe Softwaresystem besprechen nun rund 260 Entwickler am 27. und 28. März auf dem Saarland Informatics Campus der Saar-Uni.

„Einen Übersetzer zu bauen, der seine Aufgabe optimal erfüllt, ist eine Herkulesaufgabe. Dafür reichen zehn Programmierer nicht aus“, erklärt Sebastian Hack, Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Der Entwicklungsaufwand ist so hoch, dass Software-Unternehmen und Wissenschaft diese Aufgabe gemeinsam stemmen und ihre Ergebnisse jedem frei verfügbar machen. Die „low-level virtual machine“, in Fachkreisen unter der Abkürzung „LLVM“ bekannt, ist das Ergebnis.

LLVM ist nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Industrie weit verbreitet und im Dauereinsatz. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich viele Unternehmen für LLVM in der gleichnamigen Entwicklergemeinde einsetzen und seine Entwicklung vorantreiben. Die Saarbrücker Konferenz wird daher auch von großen IT-Unternehmen wie Apple, Google, Intel, Facebook, aber auch der Sony Computer Entertainment Gruppe unterstützt. „Es ist keine wissenschaftliche Konferenz im reinsten Sinne, sondern eher eine Mischung aus beiden Welten – der akademischen und der industriellen“, erklärt Professor Hack dieses Interesse und fügt hinzu: „Akzeptable Geschwindigkeit erreicht man heute nur, wenn die Software aufwendig optimiert, und in Maschinensprache von hoher Qualität übersetzt wird, egal, ob es sich, um eine Datenbank-Anwendung, ein Computer-Spiel, eine Handy-App, das Mail-Programm im Browser oder Software für künstliche Intelligenz handelt.“

In Saarbrücken wollen die Tagungsteilnehmer gemeinsam die weitere Entwicklung von LLVM besprechen. „Es ist viel effizienter, wenn man vor hundert Leuten 20 Minuten lang seine Ideen vorstellt und im Auditorium auch die 20 entscheidenden Kernentwickler sitzen“, so Hack. Seine Mitarbeiter haben das Konferenz-Anmeldesystem nun bei 260 Teilnehmern geschlossen. Mit dieser Teilnehmerzahl überragt die Saarbrücker Ausgabe der jährlich stattfindenden, europäischen Entwicklerkonferenz die bisherigen Austragungsorte, nämlich London, Paris, Barcelona und Edinburgh.

Saarland Informatics Campus

Den Kern des Saarland Informatics Campus bildet die Fachrichtung Informatik an der Universität des Saarlandes. In unmittelbarer Nähe forschen auf dem Campus sieben weitere, weltweit renommierte Forschungsinstitute. Neben den beiden Max-Planck-Instituten für Informatik und Softwaresysteme sind dies das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Zentrum für Bioinformatik, das Intel Visual Computing Institute, das Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA) und der Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“. 

www.llvm.org

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