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Das Londoner Start-up StatusToday bietet auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) ein System an, welches das individuelle Verhalten von Angestellten bis ins kleinste Detail nachverfolgt.

Ein ausgeklügelter Algorithmus sammelt laufend Daten zu einzelnen Mitarbeitern, analysiert beispielsweise die Dokumente, auf die zugegriffen wird oder in welchen Räumen sich Angestellte gerade aufhalten. Findet er Abweichungen vom Normalwert, wird der Arbeitgeber alarmiert.

"Unternehmen an Regeln gebunden"

"Wenn es um die Überwachung von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz geht, dürfen Unternehmen nicht einfach tun, was sie wollen, sondern sind an konkrete Regeln gebunden", stellt Irene Holzbauer, Arbeitsrechtsexpertin der Arbeiterkammer Wien klar. Entscheidender Faktor dabei sei der Betriebsrat. "Kontrollmaßnahmen, die die Menschenwürde, das heißt die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer, berühren, dürfen nur eingesetzt werden, wenn der Betriebsrat mit dem Betriebsinhaber darüber eine Betriebsvereinbarung getroffen hat", betont die Expertin. In Firmen ohne Betriebsrat dürften solche Kontrollen nur mit ausdrücklicher Zustimmung der einzelnen Arbeitnehmer durchgeführt werden.

"Natürlich ist das Thema Überwachung am Arbeitsplatz heikel", meint Holzbauer. Seriöse Firmen seien sich dessen aber bewusst und würden sich an die gesetzlichen Vorschriften halten und bei Bedarf entsprechende Betriebsvereinbarungen abschließen. "Natürlich gibt es auch in Österreich einige schwarze Schafe. Das sind aber nur Einzelfälle", schildert die Expertin. "Grundsätzlich sollte es immer ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer geben, das es unnötig macht, dass man sich gegenseitig bespitzeln muss. Ich halte solche Ansätze wie diesen in Großbritannien für übertrieben und nicht sinnvoll."

Alarmierung bei Unregelmäßigkeiten

Damit der Service von StatusToday in der Praxis funktioniert, muss die eingesetzte KI regelmäßig mit möglichst vielen Metadaten zum Verhalten der Mitarbeiter gefüttert werden. Darin enthalten sind unter anderem Informationen, die belegen, welche Dateien man zu einem bestimmten Zeitpunkt geöffnet oder bearbeitet hat, wie oft man diese verwendet hat oder in welchem Büro und an welchem Computer-Arbeitsplatz man sich befindet beziehungsweise wird auch registriert, wenn der Betreffende eine Key-Card nutzt, um eine Tür in einem anderen Raum zu öffnen.

All die gesammelten Daten werden anschließend von dem KI-System dazu verwendet, ein Gesamtbild zu erstellen, das aufzeigt, wie ein Unternehmen oder auch seine einzelnen Abteilungen oder sogar individuellen Mitarbeiter im Normalfall arbeiten. Entdeckt der "intelligente" Algorithmus dabei Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen vom Normalwert, schlägt er sofort Alarm. "Die Idee dahinter ist, dass wir auf diese Weise vielleicht rechtzeitig erkennen können, dass jemand ein Sicherheitsrisiko darstellt, wenn er von seinen herkömmlichen Verhaltensmustern abweicht", zitiert der "NewScientist" Mircea Dumitrescu, Chief Technology Officer bei StatusToday.

pte

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